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Grimmen Vom halben Schwein zum leckeren Schnitzel
Vorpommern Grimmen Vom halben Schwein zum leckeren Schnitzel
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07:00 29.03.2019
Alles vom Schwein wird verwertet: So auch die Pfoten der Tiere. Diese werden anschließend tiefgekühlt und gehen auf Reise in den asiatischen Raum. Hier sind sie eine Delikatesse. Quelle: Raik Mielke
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Vorland

 „Ich esse super gerne Fleisch“, sagt die zehnjährige Sophie-Chantal Laatsch. Die Grundschülerin aus Grimmen ist sich bewusst, dass hierfür auch Tiere getötet und anschließend in ihre Einzelteile zerlegt werden müssen. Wie dies aber genau funktioniert, erfahren die Viertklässler der „Friedrich Wilhelm Wander Grundschule“ nun im Rahmen des Girlsdays beim Vorländer Unternehmen „Blömer Fleisch“.

„Normalerweise ist der Girlsday erst für Mädchen ab der fünften Klasse gedacht“, sagt Katja Göldner. Wie die Schulsozialarbeiterin aber berichtet, wollten die Mädels der vierten Klasse unbedingt auch einmal in einen typischen Männerberuf reinschnuppern. Doch ist ein Zerlegebetrieb für Fleischwaren tatsächlich eine Männerdomäne? Auf diese Frage hatte Christian Blömer, bei der Begrüßung im Vorländer Unternehmen, direkt eine Antwort parat: „Es ist tatsächlich so, dass wir sehr viele männliche Angestellte haben. Aber zum Teil auch Frauen, die in diesem Beruf voll aufgehen. Neben einer Tätigkeit in unserer Logistik-Abteilung sind unsere weiblichen Angestellten auch direkt in den Produktionsablauf mit eingebunden“, beschreibt der Geschäftsführer ausführlich.

Und auch eine weitere Frage der Schülerinnen konnte sofort geklärt werden. „Nein, wir töten hier an diesem Standort keine Tiere. Wir bekommen täglich bis zu 6000 Schweinehälften, die wir dann in zahlreichen Produktionsschritten in ihre Einzelteile zerlegen“, beschreibt Christian Blömer.

Dann kann es also direkt in die Produktionshalle gehen. Doch wie die Mädels schnell feststellen, muss man sich für solch eine Führung zuerst aufwendig präparieren. „Wir mussten uns einen Schutzanzug und eine Kopfhaube mit Mundschutz anziehen“, berichtet Lilliane Karstädt. Anschließend ging es für die Neunjährige und 17 weitere Grundschüler in den Vorraum der Produktionsstätte. „Erst musste wir uns die Hände desinfizieren, bevor die Sicherheitsschranke aufging. Dann mussten wir uns nochmals die Hände waschen, ehe es auf ein Rollband ging, auf dem unsere Schuhsohlen gereinigt wurden“, erklärt Lilliane Karstädt ausführlich.

Bevor die Schülerinnen die Produktionshalle besichtigen konnten, mussten sie den hohen Hygiene-Standards gerecht werden. Quelle: Raik Mielke

Und dann war es endlich soweit: „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, was uns jetzt erwartet“, gibt Phoebe Krohn zu und staunt anschließend nicht schlecht. Gleich am Eingang der Produktionsstätte kommen im Sekundentakt die großen Schweinehälften an ihren Pfoten hängend hinein gefahren. „So beginnt für uns jeder der fünf Arbeitstage pro Woche“, sagt Florian Baumann. Der Qualitätsmanager führt die Mädchengruppe durch den kompletten Verarbeitungsprozess und erklärt: „Jeder unserer Mitarbeiter hat eine ganz spezielle Aufgabe.“

So wird gleich an einer der ersten Station die Pfote vom Schwein mit einem scharfen Sägeblatt abgetrennt. „Es wird das komplette Schwein verarbeitet und auch die Pfote“, betont der Qualitätsmanager und schaut in fragende Gesichter. „Was macht man denn mit der Pfote?“, fragt Lilliane Karstädt. „Diese wird von uns tiefgefroren und geht anschließend auf eine lange Reise. Besonders im asiatischen Raum gilt sie nämlich als Delikatesse“, erklärt Florian Baumann.

Als die Schülerinnen dann bei den Schnitzeln und Filetstücken angekommen sind, nimmt die Führung ihr Ende. „Das war sehr spannend und hat ohne Jungs noch viel mehr Spaß gemacht“, ist am Ende nicht nur Sophie Chantal Laatsch begeistert.

Raik Mielke

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