Vorpommern-Rügen: 99-Jährige Franzburgerin lässt Enkeltrick-Ganoven abblitzen
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Grimmen Betrüger-Anrufe in Vorpommern: 99-jährige Franzburgerin lässt Ganoven abblitzen
Vorpommern Grimmen

Vorpommern-Rügen: 99-Jährige Franzburgerin lässt Enkeltrick-Ganoven abblitzen

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11:50 18.12.2020
Ältere Dame am Telefon.
Ältere Dame am Telefon. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Stralsund

Ganoven scheitern mit Enkeltrickmasche an wachsamen Senioren! Im Landkreis Vorpommern-Rügen haben Trickbetrüger jetzt gleich mehrfach versucht, ältere Mitbürger um ihr Geld zu bringen. Wie die Polizeiinspektion Stralsund mitteilt, hatten sie jedoch keinen Erfolg, weil die Angerufenen sich nicht hereinlegen ließen.

Bargeld, Schmuck oder Goldbarren

Bei einer 99-jährigen Frau in Franzburg klingelte das Telefon am Donnerstag kurz nach dem Mittag. Die Anruferin teilte ihr mit, dass ihre Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätte, bei dem jemand getötet worden sei. Um ihrer Tochter die Untersuchungshaft zu ersparen, solle die 99-Jährige eine Kaution in Höhe von 20 000 Euro hinterlegen. Als die Seniorin entgegnete, dass sie nicht so viel Geld besitze, verlangte die Anruferin Schmuck oder Goldbarren. Im Hintergrund winselte eine weibliche Stimme. Die ältere Dame erkannte jedoch, dass das nicht ihre Tochter sein konnte. Sie beendete das Gespräch umgehend und rief ihre richtige Tochter an, und die bestätigte ihr, dass sie an keinem Verkehrsunfall beteiligt war. Im Anschluss erstattete die Seniorin Strafanzeige bei der Polizei.

150 000 Euro verlangt

Bei einer 84-Jährigen aus Born auf dem Darß versuchten es Trickbetrüger mit derselben Masche und scheiterten ebenfalls. Hier forderten die Anrufer sogar 150 000 Euro. Ein 86-jähriger Mann aus Barth wurde gegen Mittag angerufen. Hier gab sich die Anruferin als Bekannte aus. Angeblich benötige sie 85 000 Euro für den Kauf eines Wohnmobils. Der Senior beendete das Telefonat und rief stattdessen seine echte Bekannte an, die ihm bestätigte, dass sie sich kein Wohnmobil kaufen möchte. Eine 74-Jährige Frau aus Semlow erhielt ebenfalls gegen Mittag einen Anruf von einer Frau, die sich vorstellte mit: „Hallo, erkennst du mich nicht?“ Als die Rentnerin dies verneinte sagte die Anruferin, dass sie Geld benötigt. Die Seniorin beendete das Gespräch.

In allen Fällen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen wegen des Verdacht des Betruges aufgenommen.

Polizei rät: Immer misstrauisch sein

Potentiellen Opfern von Trickbetrug rät die Polizei: Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt. Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Und sollten Sie dennoch Opfer geworden sein: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Weitere Informationen und Präventionshinweise zum Themenfeld Trickbetrug sind unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/ zu finden.

Einen Überblick über gängige Betrugsmaschen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus finden Sie unter https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/108748/4561686.

Von OZ