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Grimmen Was Schülern, Lehrern und Eltern an der Grimmener Regionalschule gefällt und was sie ärgert
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Was Schülern, Lehrern und Eltern an der Grimmener Regionalschule gefällt und was sie ärgert

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17:03 11.02.2020
Die Kapazitätsgrenzen an der Regionalen Schule sind erreicht. Ein Erweiterungsbau soll endlich Abhilfe schaffen. Quelle: Jaekel Almut
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Grimmen

Fahrräder stehen aneinandergereiht in den Ständern, ein Bus kommt nach dem anderen und man vernimmt eine hörbare Müdigkeit – ein gewöhnlicher Morgen an der Regionalen Schule „Robert Koch“ in Grimmen. Täglich verbringen im Schulgebäude und auf dem Hof etwa 450 Schüler den Großteil ihres Tages. Aber wie ist es, dort Schüler und Lehrer zu sein?

Handyverbot gilt auf dem gesamten Schulgelände

„An der Schule herrscht ein gutes Miteinander und ich bekomme nur selten Vorfälle wie Mobbing mit“, berichtet Kay Uwe Jünger. Der 15-Jährige besucht die Kochschule seit 2014 und erzählt, dass sich seitdem nicht viel verändert habe. Seiner Meinung nach beeinflusst viele das auf dem Schulgelände herrschende Handyverbot. Es sei aufgestellt worden, nachdem einige Schüler Videos und Fotos von Mitschülern machten und die ins Internet stellten. Seitdem gibt es viele Diskussionen, was diese Vorschrift betrifft.

Oft wurden auch Sperren für überwiegend Jungen-Toiletten ausgehängt. Schüler gingen miserabel mit den Sanitäranlagen um, schmissen Klopapier und machten sogar WCs kaputt. Die Schule sah sich gezwungen, nachdrücklich zu handeln. Schülern war das Betreten der Jungen-WCs für einige Wochen untersagt, um den Wert ihrer Umgebung zu verinnerlichen. Im Notfall mussten die Mädchentoiletten benutzt werden.

Es fehlt Platz für die Schüler

„Die Schüler sind weitestgehend freundlich, aber es fehlt ihnen an Platz und Beschäftigung in den Räumen und auf dem Schulhof. Dadurch sind viele nicht ausgelastet“, meint Sekretärin Marianne Tobe zur aktuellen Situation. 

Der Platzmangel ist schon lange kein verstecktes Problem mehr. Deswegen ist für die Schule ein Erweiterungsbau vorgesehen. 2019 informiert Stadträtin Heike Hübner, dass die ersten Bauleistungen 2020 vorgesehen sind. Schüler und Lehrer warten gespannt.

In freien Stunden haben die Schüler derzeit eine kleine „Freizeitecke“ zu Verfügung. Dort können sie sich die Zeit mit Spielen, Malen oder Hausaufgaben vertreiben. Betreut werden die Schüler dort ehrenamtlich. Es sei schwer, für diese Aufgabe Angestellte zu finden, sagt Marianne Tobe.

Lehrer Mangelware

Auch in anderen Fächern, zum Beispiel Sport, fehlt Personal und so werden oft Studenten eingesetzt. „Wir versuchen, neue Angebote für Referendare und Praktikanten mit der Stadt zu vereinbaren“, erklärt Schuldirektorin Marion Harder. Zurzeit beschäftigt die Schule circa 42 Lehrer und Studenten, die die Klassen von fünf bis zehn begleiten.

Des Weiteren sei der Unterrichtsausfall momentan ein großes Problem an der Schule. Den landesweiten Lehrkräftemangel bekommen auch die Grimmener Schulen zu spüren. „Wie bei vielen Schulen, birgt der häufige Unterrichtsausfall große Nachteile für alle“, sagt Cindy Schuldt, Mutter zweier Schülerinnen. Ansonsten habe sie als Mutter während der letzten Jahre nie große Probleme mit der Schule gehabt und aufgetretene Unannehmlichkeiten wären stets schnell gelöst worden. „Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus hat immer gut geklappt“, betont die Grimmenerin.

Bautechnische Mängel aufgefallen

Wie gut gelingt jedoch die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern? Lehrer Nützmann ist erst seit 2018 an der Schule. „Ich komme ursprünglich aus Schwerin und musste mich hier an die Kleinstadtverhältnisse gewöhnen“, gibt er offen zu. Auch ihm sind bautechnische Mängel aufgefallen. „Als ich die Schule das erste Mal sah, dachte ich glatt, ich sei noch in den 80ern, aber da das Kollegium und die Schüler sehr freundlich sind, ist das kein Problem“. Aus einer großen Stadt wie Schwerin nach Grimmen zu kommen, sei befremdlich, aber „mittlerweile geht es mir in der Schule sehr gut“, fügt der Nun-Greifswalder hinzu. Entstanden ist die Koch-Schule 1950 aus einer zu großen Grundschule. Damals waren es nur 13 Lehrer, die 600 Schüler betreuten.

Historisches

Die Robert-Koch-Schule wurde 1950 gegründet. Entstanden ist sie aus einer zu großen Grundschule, die man in zwei neue, kleinere Schulen teilte, die später dann die Wander-Schule und die Koch-Schule wurden.

Ihren Namen erhielt die Schule am 11. Dezember 1950, dem Geburtstag von Robert Koch.

In nur 7 Klassenräumen gab es 324 Sitzplätze. Weiterhin gehörten die Schulen in Leyerhof, Grellenberg und Müggenwalde dazu.

1955/56 arbeiteten schon 20 Lehrer/innen mit etwa 420 Schülern. Es gab Arbeitsgemeinschaften.

Einen Rekord stellte die Schule 1960 auf: Sie war mit etwa 650 Schülern die größte Schule im Kreis Grimmen.

Später wurde aus der Koch-Schule eine Polytechnische Oberschule (POS).

Die Robert-Koch-Schule befand sich 1950 in dem jetzigen Haus 2 der heutigen Wander-Schule. Erst 1962 zogen die Schüler und Lehrer in das Gebäude der Förderschule um. Dort blieben sie bis 1981 und zogen dann ins heutige Gebäude.

Ein wenig befremdlich war auch der Schulstart für Josi Behrendt. Die Fünftklässlerin besucht die Schule seit letztem Jahr und auch ihr ist der fehlende Platz aufgefallen. „In den Hofpausen ist oft so wenig Platz. Einmal bin ich beim Fangenspielen sogar in einen Zehntklässler gerannt“, erzählt die 11-Jährige lachend. Anfangs fiel es ihr schwer, alle Räume zu finden und mit dem Unterrichtsausfall auf dem neuesten Stand zu bleiben. Besonders gefallen ihr die schuleigenen Hausaufgabenhefte.

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