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Grimmen Was passiert, wenn ein Storch fremd geht?
Vorpommern Grimmen Was passiert, wenn ein Storch fremd geht?
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07:23 26.04.2019
Traditionell nistet im Grimmener Heimattierpark ein Storchen-Paar. Während das Weibchen sich hier um die Körperpflege kümmert, ist das Männchen auf Nahrungsuche. Quelle: Raik Mielke
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Grimmen

In einer neuen OZelot-Serie wollen wir euch die tierischen Bewohner des Grimmener Heimattierparks etwas genauer vorstellen. Und was würde sich in dieser Jahreszeit besser anbieten, als ein gerne gesehenenes Gast-Pärchen im Zoo der Trebelstadt. Richtig, es handelt sich um den Adebar, der seit Jahrzehnten den Horst zwischen den Gehegen des Heimattierparks anfliegt.

Wo fliegen Störche im Winter hin und warum fliegen sie in dieses Gebiet? Wer ist zuständig für den Nestbau? Und sehen wir im Grimmener Heimattierpark jedes Jahr aufs neue das selbe Pärchen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen machten sich die Redakteure der OZelot-Lokalredaktion auf den Weg zu Heide Jahn. Die Tierpflegerin arbeitet seit zehn Jahren im Grimmener Heimattierpark.

Grimmens Storch war letztes Jahr noch in Hohenwieden beheimatet

„Zurzeit ist ein Storchenpaar bei uns beheimatet“, sagte uns Heide Jahn und ergänzte: „Der Storch wurde auf Hiddensee beringt und die beiden waren im letzten Jahr noch in Hohenwieden“. Auch die Frage, wie denn so ein Horst gebaut wird, interessierte uns brennend. Wie Heide Jahn erklärte, holt das Männchen alle Materialien, die es braucht, um ein Nest zu bauen und bastelt es dann auch zusammen. Das Weibchen beteiligt sich dahingehend, dass sie die Feinarbeiten im Nest vornimmt. Das ist auch der Grund, weshalb das Männchen schon einen Monat vor dem Weibchen vor Ort ist. Es beginnt also schon früher mit dem Nestbau. Das Storchenpaar, beziehungsweise alle Storchenpaare versuchen immer zusammen zu leben. Sie werden gerade in ihrer Heimatregion mit der Zeit immer zutraulicher, weshalb man auch ohne Beringung erkennt, ob es die Störche sind, die schon vor ein paar Jahren ihre Zelte im Tierpark aufgeschlagen haben. „Am leichtesten kann man die Störche aber an der Ringnummer erkennen. Diese zeigt an, woher der Storch kommt und zu welcher Gattung er gehört“, sagte Hilde Jahn.

Beringung hilft bei der Wiedererkennung

Die Küken werden nach der Geburt direkt beringt. Ein Storch bringt etwa drei bis fünf Küken zur Welt. Im Spätherbst ziehen die Störche dann wieder los. Es ist ein Irrglaube, dass sie wegfliegen, weil es ihnen im Grimmener Heimattierpark zu kalt ist. Stattdessen würden sie unter der Schneedecke einfach kein Futter mehr finden und müssen so gen Süden ziehen. „Dabei unterscheidet man zwei Zuggruppen“, erklärt Heide Jahn und beschreibt: „Es gibt zum einen Westzieher, die über Spanien und Gibraltar fliegen. Zum anderen gibt es auch Ostzieher, die über den Bosporus fliegen. Dazu gehören auch unsere Störche“. Die Jungtiere fliegen meist im August los, während die Eltern erst einen Monat später fliegen.

Auch Störche betrügen ihre Partner

Im Grimmener Tierpark ist es zurzeit so, dass die Störche ihr Nest für die Brut vorbereiten. Sie decken also ihren Horst. „Die Brut dauert in etwa 34 Tage und die Fortpflanzung beginnt im April und kann bis September andauern“, sagte Heide Jahn. In Sachen Nahrung, bevorzugt Adebar Frösche, Mäuse und sogar Maulwürfe. Im letzten Jahr gab es einige Probleme mit dem Nestbau, da ein fremder Storch das Weibchen beeindruckte und sich mit ihr vergnügte. Für die Männchen, die im Tierpark beheimatet waren, war dies eine Demütigung, sodass sie sich gar nicht mehr aus dem Storchenhaus heraus trauten. „Das haben die Männchen unserer Dame noch lange Zeit übel genommen“, erzählte Frau Jahn mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

In diesem Jahr scheint alles glatt zu laufen, so dass sich die Tierparkbesucher sicher bald über Storchen-Nachwuchs freuen können.

Florian Krey

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