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Grimmen Wimbledon in Vorpommern: Kaschow bittet zum Rasentennis
Vorpommern Grimmen Wimbledon in Vorpommern: Kaschow bittet zum Rasentennis
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10:07 11.07.2018
Hat in Kaschow schon mal Tennis auf Gras getestet: Martin Pittner (36), Kapitän der Oberliga-Herren von Blau-Weiß Stralsund.
Hat in Kaschow schon mal Tennis auf Gras getestet: Martin Pittner (36), Kapitän der Oberliga-Herren von Blau-Weiß Stralsund. Quelle: Romi Loew
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Kaschow

Ein großer Spaß auf Gras dürfte das werden, ein echter Leckerbissen für jeden Tennis-Fan. Da ist sich Martin Pittner (36) sicher. Der Kapitän des Herren-Tennis-Oberligisten Blau-Weiß Stralsund, dem Landesmeister von 2017, will auf jeden Fall am Start sein, wenn im kommenden Monat die 1. Rasentennis-Open im Golfpark Strelasund in Kaschow bei Grimmen über die Bühne gehen.

Tennis auf Naturrasen gab es bislang im Norden kaum. Im Golfpark Strelasund in Kaschow bei Grimmen ist nun ein Turnier geplant. Viele Top-Spieler aus MV wollen bei den 1. Rasentennis-Open am 11. August starten.

Das Turnier, geplant für den 11. August, ist derzeit großes Gesprächsthema in der Tennisszene von Mecklenburg- Vorpommern. Denn das Doppel-Event wird der erste Wettbewerb überhaupt im Land sein, der auf Naturrasen ausgetragen wird. Auch deutschlandweit gibt es kaum Rasenturniere für Amateurspieler. Und dann läuft momentan ja auch noch das Grand-Slam-Turnier von Wimbledon. Im weltweiten Tennis-Mekka kämpfen die Profis ebenfalls auf Gras um Sieg und Punkte, das steigert die Begeisterung für den grünen Untergrund nochmals.

„Jeder Tennisspieler will wissen, wie es ist auf Gras zu spielen“

„Dieser Belag ist für Tennisspieler einfach etwas Besonderes. Weil er so viel Tradition hat, aber auch weil es bei uns kaum echte Rasen- Plätze gibt. Wir spielen ja immer auf Sand oder Teppich“, betont Martin Pittner. „Jeder will deshalb einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, auf Gras zu spielen“, bestätigt auch Dieter Bursche (68), der seit einigen Wochen Präsident des Tennislandesverbandes MV ist und selbst auf dem Kaschower Rasen aufschlagen will. „Ich finde dieses Turnier super, weil es etwas Außergewöhnliches ist und unserem Sport Aufmerksamkeit bringt“, sagt der Warnemünder.

Auf die Idee gekommen, die Rasentennis-Open ins Leben zu rufen, ist der Chef des Golfparks Strelasund, Jörg Remer, mit einigen Mitstreitern: „Wir haben die Rasenplätze schon länger, haben sie aber noch nie wirklich genutzt oder beworben. Ein tennisverrücktes Mitglied hat mich dann überzeugt, dass wir da was machen sollten und so kam der Plan zu diesem Turnier“, erzählt der 40-Jährige.

Großes Potenzial für besondere Turniere

Das Potenzial für besondere Tennisturniere ist jedenfalls groß in Kaschow – dort, wo die über 1500 Mitglieder sonst hauptsächlich Golf spielen. Denn die Naturrasenplätze hier sind die beiden einzigen in ganz MV. Aufrechterhalten werden können die pflegeintensiven Courts nur, weil sich die Greenkeeper in Kaschow ja ohnehin um die 36 Golfbahnen kümmern. Da fällt die Instandhaltung der Tennisfelder quasi mit ab.

Dass die 1. Rasentennis-Open für Doppel ausgetragen werden, hat vor allem zwei Gründe. Erstens, weil dadurch mehr Spieler mitmachen. Und zweitens, weil sich die Akteure besser mit dem ungewohnten Untergrund anfreunden können, da nicht ganz so viel gelaufen wird wie im Einzel.

Comeback im „Wohnzimmer“

Golfparkchef Remer kann sich jedenfalls auf einen Teil der Landesspitze freuen. Neben Pittner wollen weitere Akteure des aktuellen Herren-Vizelandesmeisters Stralsund antreten, auch Rostocker Spieler haben schon gemeldet, ebenso einige Greifswalder. Daniel Janeck (39) etwa, langjähriger Kapitän der HSG-Oberliga-Herren aus der Unistadt, will nach sieben Jahren Tennis-Pause beim Kaschower Rasenturnier sein Comeback geben. Arne Geißler (47), Vereinscoach von Blau-Weiß Stralsund und einer der besten Nachwuchstrainer in Mecklenburg-Vorpommern, ist gespannt: „Auf Rasen springt der Ball ja viel schneller und flacher ab, als es unsere Spieler gewohnt sind. Die Partien werden interessant.“

Petjo Kuzarow (35), Golflehrer in Kaschow, kennt Tennis auf Gras noch von seinem Studium in England. Er war einst Kapitän des Uni- Tennisteams der London School of Economics und richtete 2012 mit seiner Sportagentur den Verbandstag des Deutschen Tennisbundes aus. Doch dann konzentrierte er sich auf Golf. „Jetzt kommt Tennis quasi zur mir zurück in mein Wohnzimmer“, scherzt Kuzarow. Er will die Rasentennis-Open auf keinen Fall verpassen, vorher aber noch ordentlich üben. Der Spaß auf Gras will eben gut vorbereitet sein.

Nur zwei Naturrasenplätze im ganzen Land

220 Tennisplätze gibt es ungefähr in MV - die meisten haben roten Sand als Untergrund. In den Tennishallen des Landes wird derweil zumeist auf Teppich gespielt. Die beiden Naturrasenplätze im Golfpark Kaschow bei Grimmen sind die einzigen im ganzen Nordosten.

Das Spiel auf Rasen genießt bei Aktiven und Fans so hohen Stellenwert, da der Sport seine Ursprünge auf diesem Untergrund hat. Das wichtigste Tennisturnier der Welt im englischen Wimbledon wird seit 1877 auf Gras gespielt. Bis in die 1970er Jahre wurden drei von vier Grand-Slam-Turnieren auf Rasen ausgetragen (heute nur noch Wimbledon). Der „normale“ Tennisspieler hat aber kaum Gelegenheit, auf dem Grün zu spielen.

Die Rasentennis-Open in Kaschow werden bei ihrer Premiere an einem Tag (11. August, ab 10 Uhr) ausgespielt. Es gibt eine Herren- und eine Damenkonkurrenz im Doppel. Auch Mixed- Teams können melden.

16 Doppel – mehr können bei der Premiere aus Zeit- und Platzgründen nicht zugelassen werden. Bis 20. Juli werden Anmeldungen angenommen. Infos: Golfpark Strelasund, Zur alten Hofstelle, 18516 Süderholz/Kaschow, Tel: 03 83 26 / 46 92 50 Mail: info@golfpark- strelasund.de

Alexander Loew