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Grimmen Neue Windräder bei Grimmen: So wollen die Investoren Vögel besser schützen
Vorpommern Grimmen Neue Windräder bei Grimmen: So wollen die Investoren Vögel besser schützen
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12:00 04.12.2019
Nur wenige Kilometer entfernt von diesem Windpark zwischen Grimmen und Leyerhof plant die Firma e3 weitere Windkraftanlagen zu errichten. Quelle: Peter Franke
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Kirch Baggendorf

Holprig war der Start für Jürgen Lieske vom Windanlagenbauer und -betreiber e3 am Montagabend in der Gemeindevertretung Gransebieth. Seine Computertechnik, mit der er die Vorzüge des optischen Vogelerkennungssystems Identiflight in einer geplanten Windkraftanlage darstellen wollte, streikte. Informiert wurden die sieben Gemeindevertreter und zwei Einwohner aber dennoch über Pläne und Möglichkeiten.

Erkennungssystem ermöglicht Vogelschutz

Jürgen Lieske, Projektentwickler des Windkraftanlagenbauers e3 stellte das Projekt in der Gemeindevertretung Gransebieth vor. Lieske: „Wir wollen Vögel schützen und nicht töten.“ Quelle: Almut Jaekel

Nördlich der Autobahn 20, in den Gemeinden Gransebieth und Wendisch Baggendorf, will das Unternehmen e3, das seinen Hauptsitz in Hamburg hat, auf 48 Hektar einen Windpark errichten. „Ausgewiesen als Windenergieeignungsgebiet ist diese Fläche nicht“, sagte Lieske. Als Grund, sie nicht für Windanlagen freizugeben, sei der Großvogelbestand angegeben worden. „Wir suchen aber genau solche Flächen, in denen sich Großvögel bewegen“, erklärte Lieske den Gransebiethern. „Wir wollen diese Vögel schützen, und das ist mit dem Vogelerkennungssystem möglich.“ Er hofft darauf, dass damit die Erlaubnis erteilt werde, in diesem Gebiet Anlagen zu betreiben. Auf jeden Fall notwendig ist die Zustimmung der Gemeinde.

„Wir werden das Projekt beraten und danach unsere Entscheidung fällen“, sagte Gransebieths Bürgermeister Olaf Schmidt.

Glewitz und Wendisch lehnten Projekte bereits ab

Die Firma e3 ist in der Region keine unbekannte. Bereits im Jahr 2018 wurde versucht, in der Nachbargemeinde Glewitz ein Vorhaben mit zwölf Anlagen zu realisieren. Hier ließen letztlich die Bürger per Bürgerentscheid das Vorhaben platzen. Auch in der Nachbargemeinde Wendisch Baggendorf standen vor einem Jahr ähnliche Pläne an. Auch dort entschieden sich die Gemeindevertreter dagegen. In der kommenden Woche wird das jetzige Vorhaben jedoch wiederum in der Gemeindevertretersitzung Wendisch Baggendorf erläutert (12. Dezember, 19 Uhr, Kinder- und Jugendladen Leyerhof).

Kameras identifizieren Großvögel

Bisher seien auf dem Gebiet des Vogelschutzes mit dem System Identiflight umfangreiche Untersuchungen durchgeführt worden, informierte der Projektentwickler am Montag im Vereinshaus in Kirch Baggendorf. Bereits ein Jahr vor dem Bau der ersten Windkraftanlage – drei bis vier mit einer Gesamthöhe von 215 Metern sollen es bei Kirch Baggendorf insgesamt sein – werde ein etwa 20 Meter hoher Turm errichtet, auf dem das System mit zwei Kameras installiert werde. Eine um 360-Grad schwenkbare Kamera soll die Vögel erfassen. Die zweite Kamera zoomt danach das Tier heran, identifiziert es und schickt ein Signal zur Anlage. „Wenn ein Großvogel in Gefahr ist, verlangsamt die Anlage die Rotortätigkeit, indem sie den Rotor aus dem Wind nimmt“, erklärte Lieske die Vorgehensweise. In einem Versuch seien zwölf Ornithologen gegen Identiflight angetreten und hätten weniger Vögel erkannt als die Technik, machte sich Lieske für das System stark. „Wir wollen Vögel schützen und nicht töten“, sagte er.

Investoren planen Beteiligung der Gemeinden

Außerdem wolle e3 die Gemeinden an der Wertschöpfung beteiligen, versprach er. Möglichkeiten sähe er im Schwimmbad in Kirch Baggendorf oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Auch ein Strombonus für die Einwohner sei denkbar.

„Wenn so viel Vogel-Flugverkehr vom System in dem Jahr Vorlaufzeit erkannt wird, dass sich die Anlagen ständig ausschalten würden – ist dann der geplante Bau eventuell hinfällig?“, fragte ein Anwohner. „Ja, auch das sei möglich“, lautet die Antwort.

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Von Almut Jaekel

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