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Grimmen Zarrendorfer setzen auf duale Ausbildung für Erzieher
Vorpommern Grimmen Zarrendorfer setzen auf duale Ausbildung für Erzieher
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12:37 26.04.2019
Pia Rothaupt (r.) und Jessika Freese sind Azubis im ersten Lehrjahr in der Kita "Spielbude" des Lebensräume-Vereins in Zarrendorf und im Krippenbereich tätig. Quelle: Almut Jaekel
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Zarrendorf

Gegen den Fachkräftemangel bei Erziehern geht der Lebensräume-Verein in Zarrendorf vor – und zwar, indem in verschiedenen Einrichtungen des Vereins Erzieher in spe ausgebildet werden. Seit fast zwei Jahren gibt es in Mecklenburg-Vorpommern eine dual orientierte dreijährige Ausbildung zur Staatlich anerkannten Erzieherin beziehungsweise Erzieher für Null- bis Zehnjährige. Bis dahin war lediglich eine schulische Ausbildung über fünf beziehungsweise vier Jahre für künftige staatlich anerkannte Erzieher möglich, die kostenpflichtig ist. Neun dieser neuen Azubis lernen diesen Beruf im ersten und zweiten Lehrjahr beim Lebensräume-Verein mit Sitz in Zarrendorf.

Pia Rothaupt (22) und Jessika Freese (25) sind zwei dieser Lehrlinge. Gegenwärtig lernen und arbeiten sie in der Kita „Spielbude“ des Vereins in Zarrendorf. „Beide sind Azubis im ersten Lehrjahr“, sagt Geschäftsführer Tino Borchert. Im Verein gebe es aber auch schon künftige Erzieher im zweiten Ausbildungsjahr, da die Lebensräume sofort eingestiegen sind, als das Land MV die Bedingungen dafür schaffte. „Ich habe im vorigen Jahr meine erste Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten abgeschlossen“, erzählt Pia Rothaupt. „Aber ein reiner Bürojob wäre auf Dauer nichts für mich gewesen“, sagt die junge Frau, die aus Zarrendorf stammt und mittlerweile in Stralsund lebt. Auch für Jessika Freese ist Erzieher schon der zweite Beruf. Sie lernte Kauffrau im Einzelhandel und arbeitete auch in diesem Job. „Aber eigentlich wollte ich schon immer gern Erzieher sein“, sagt die Zarrendorferin. Fünf Jahre Ausbildung inklusive der Zahlung von Schulgeld und ohne Verdienst wären für mich aber unmöglich gewesen“, begründet sie die erste Berufswahl.

In diesem Jahr sind beide in der Zarrendorfer Kita im Krippenbereich eingesetzt. Nächstes Jahr folgt der Kindergartenbereich und im letzten Lehrjahr der Hort – in einer Einrichtung des Vereins in Abtshagen oder Stralsund. Die schulische Ausbildung absolvieren sie auf dem Stralsunder Dänholm an der Höheren Berufsfachschule des Regionales Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises Vorpommern-Rügen – gemeinsam mit rund 25 künftigen Erziehern in ihrem Ausbildungsjahr. „Die Ausbildung ist schon etwas anders, als bei denen, die fünf Jahre dafür Zeit haben“, weiß Pia Rothaupt. Ihre Mutti ist ebenfalls Erzieherin und in deren Ausbildungsunterlagen blättert die junge Frau ab und zu. Viele eigene Vorträge, Präsentationen und Selbststudium gehören bei ihnen dazu, erzählen die beiden. Leider wirke sich auch aus, dass Lehrer fehlten. Die Pädagogen würden zwar versuchen, den teilweisen Lehrermangel auszugleichen, aufgrund von Praxistagen und Ähnlichem gelänge das aber nicht immer.

Im Gegensatz zur längeren Erzieherausbildung für den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen von Null bis 27 Jahren können Jessika, Pia und ihre Mitschüler in Zukunft lediglich in Mecklenburg-Vorpommern bei Kindern von Null bis zehn Jahren eingesetzt werden. „Das ist aber kein Problem“, sagt Pia. Denn beide wollen sowieso mit Kindern arbeiten. Ob in Krippe, Kindergarten oder Hort wissen sie noch nicht, momentan gefällt es ihnen im Krippenbereich sehr gut. „Wir sind mit unserer Arbeit und der Ausbildung sehr zufrieden. Und wenn wir unsere Meinung doch ändern und später mit Jugendlichen arbeiten möchten, können wir noch zwei Ausbildungsmodule nachholen“, erklärt Jessika.

Die beiden jungen Frauen finden diese Möglichkeit der dualen Ausbildung super, können jedoch nicht verstehen, dass sie relativ unbekannt ist, obwohl Erzieher überall gesucht werden. Jessika hatte davon von einer Freundin erfahren, und auch Pia vermisst Werbung dafür. „Mehr Informationen über diese duale Ausbildung und darüber, dass es Lehrlingsentgelt gibt, würden sicherlich Interessenten anlocken“, sagt Pia.

Almut Jaekel

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