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Grimmen Grimmener Wohnungsbaugesellschaft GWG: Weichen gegen Privatisierung gestellt
Vorpommern Grimmen Grimmener Wohnungsbaugesellschaft GWG: Weichen gegen Privatisierung gestellt
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16:01 06.11.2019
Im Frühjahr dieses Jahres ließ die GWG einen Wohnblock in der Straße der Befreiung abreißen. Quelle: Anja Krüger
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Grimmen

Ruhig ist es geworden um das größte Wohnungsunternehmen der Stadt Grimmen, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH (GWG). Dabei sollte sich doch nach dem ergebnislosen Bürgerentscheid zur Zukunft der GWG, bei dem sich im Dezember des vergangenen Jahres die Mehrheit der Grimmener gegen die Privatisierung der Gesellschaft aussprach, ein eigens dafür gegründeter Ausschuss intensiv damit befassen, wie es mit der GWG weitergehen soll.

Rückblick: „Die GWG steht zum Verkauf“ titelte im Sommer die OSTSEE-ZEITUNG. Als der Plan der Stadt, ihr Wohnungsunternehmen eventuell an einen privaten Investor zu veräußern, öffentlich bekannt wurde, gab es einen riesigen Aufschrei von Grimmenern, vor allem von Mietern und der Linksfraktion der Stadtvertretung – allen voran Armin Latendorf. Zuspruch bekamen sie vom Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), den städtischen SPD-Mitgliedern und sogar von Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Latendorf und seine Parteikollegen bewirkten einen Bürgerentscheid, der knapp am Quorum scheiterte. Aber eben eine klare Meinung der Bürger aufzeigte: Die GWG soll nicht privatisiert werden.

Armin Latendorf (Die Linke) Quelle: Philip Schülermann

Der GWG-Ausschuss wurde im Frühjahr gegründet. Die OZ sprach mit Armin Latendorf, einem der Protagonisten des Bürgerbegehrens und Mitglied im GWG-Ausschuss, was sich seitdem getan hat.

OSTSEE-ZEITUNG: Herr Latendorf, Ziel des Ausschusses war es, ergebnisoffen zu arbeiten. Also sowohl Argumente und Möglichkeiten für den Verbleib der GWG in kommunaler Hand als auch für eine Privatisierung zu prüfen. Gibt es eine Tendenz?

Armin Latendorf: Ich denke, es besteht inzwischen Einigkeit darüber, dass der Verkauf keine Option ist. Ich muss aber dazu sagen, dass wir lediglich ein beratender, kein beschließender Ausschuss sind. Entscheidungen werden in der Stadtvertretung gefällt.

Rund acht Monate sind seit der Bildung des Ausschusses vergangen. Wie oft haben die Mitglieder zusammengesessen?

Nach der Gründung hat es eine konstituierende Sitzung gegeben. Im Mai waren dann die Kommunalwahlen. Der Ausschuss musste also neu besetzt werden. Allerdings gab es dann über die Sommermonate eine riesige Lücke. Erst im September hat sich der Ausschuss dann neu konstituiert.

Also hat sich noch nichts weiter getan?

Oh doch, natürlich. Es wird von allen Seiten intensiv daran gearbeitet, Lösungen zu finden. Gerade wurde uns ein Konzept vorgestellt, gemeinsam erarbeitet von GWG-Geschäftsführer Gunther Dettmann und dem VNW, das die GWG als kommunales Unternehmen auf einen guten Weg bringen kann. Es gibt einen Austausch zwischen der Wohnungsbaugesellschaft und der Wohnungsgenossenschaft. Was ich sehr vernünftig finde. Schließlich gibt es ein beschlossenes Stadtentwicklungskonzept für Grimmen, das auch beide Wohnungsunternehmen betrifft. Und auch Gespräche mit Banken seitens Gunther Dettmann hat es bereits gegeben.

Wie genau sieht dieses Konzept aus?

Es wurde in der nichtöffentlichen Gesellschafterversammlung vorgestellt. Also steht es mir nicht zu, darüber zu informieren. Nur so viel: Dieses Konzept sieht nicht nur Rückbau aufgrund des hohen Leerstandes vor, sondern auch die dringend erforderliche Sanierung von Wohnraum und sogar zu Neubau rät der VNW. Wird dieses Konzept umgesetzt, wird es auch zum Teil gravierende Veränderungen geben. Ich für mich persönlich kann nur sagen, dass ich nicht mit allen Punkten einverstanden bin. Mehr möchte ich dazu zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Lage der GWG?

Meiner Meinung nach gibt es aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinen Grund, die Wohnungsbaugesellschaft zu verkaufen. Sie ist liquide und tilgt eineinhalb Millionen Euro an Schulden pro Jahr. Größtes Problem der Gesellschaft ist die relativ niedrige Eigenkapitalquote. Da spielen die Altschulden eine große Rolle. Diesbezüglich sehe ich das Land in der Pflicht. Im Augenblick spielen dem Unternehmen lediglich die niedrigen Zinsen in die Karten.

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