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Grimmen Zwei Bewerber für Bürgermeisterposten in Glewitz
Vorpommern Grimmen Zwei Bewerber für Bürgermeisterposten in Glewitz
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08:33 30.04.2019
Ortseingang des Dorfes Glewitz: In der gleichnamigen Gemeinde stellen sich 17 Bürger und Bürgerinnen zur Wahl in die Gemeindevertretung. Quelle: Anja Krüger
Glewitz

Zwei Bürgermeisterkandidaten, 15 zusätzliche Bewerber für die Gemeindevertretung – in der 543-Seelen-Kommune Glewitz (Stand 31.3.19) weht ein frischer Wind zur diesjährigen Kommunalwahl. Nicht nur, dass die Liste der Kandidaten für die Gemeindevertretung länger ist, als bei den vorherigen Abstimmungen. Mit dem 40-jährigen Sebastian Block hat das amtierende Gemeindeoberhaupt, der 64-jährigen Hartmut Löhrke, einen Gegenkandidaten bei der Besetzung des Bürgermeisterpostens. Zudem gründete sich die Wählergruppe Glewitz I, um eventuell in der Kommunalpolitik mitzumischen.

Wind, beziehungsweise Windenergie, scheint auch der Grund für das große Interesse zu sein, in Gemeindeangelegenheiten mitzubestimmen. Rückblick: 2017 kochte in der sonst so beschaulichen Kommune das Thema hoch, als die Hamburger Firma „e3“ ein Windpark-Vorhaben vorstellte. Die Einwohner gingen auf die Barrikaden, sprachen sich bei einem Bürgerentscheid ganz klar gegen die Umsetzung des Vorhabens aus. Die Pläne waren damit vom Tisch. Was geblieben ist, ist das Interesse an der weiteren Entwicklung der Kommune.

Einst CDU-Kandidat: Bürgermeister Hartmut Löhrke tritt als Einzelbewerber erneut an

Hartmut Löhrke ist seit 2012 Bürgermeister in Glewitz. Er kandidiert erneut. Quelle: Peter Franke

Gegen Windräder auf Gemeindegebiet ist auch der amtierende Bürgermeister Hartmut Löhrke (bislang CDU). Ihm wird Gegenteiliges nachgesagt, aber der 64-Jährige betont: „So lange ich Bürgermeister der Gemeinde bin, werde ich Windräder ablehnen.“ Seit 2012 bekleidet er das Amt – als CDU-Mann. Diesmal tritt der Landwirt als Einzelkandidat an. „Ich möchte frei entscheiden, meine Meinung vertreten. Von der CDU fühle ich mich im Stich gelassen“, begründet er. Erst kurz vor Bewerbungsschluss entschied er sich, erneut zu kandidieren. „Weil Einige an mich herangetreten sind, mich darum gebeten haben“, erzählt er. Einsetzen will er sich unter anderem für die Sanierung der denkmalgeschützten Kopfsteinsteinpflasterstraße in Zarnekow. Auch für einen Radweg entlang der Landesstraße zwischen Wendisch Baggendorf und Glewitz sowie an der Straße in Richtung Grammendorf will er sich einsetzen. „Und ich habe mir auf die Fahne geschrieben, mich für die Erneuerung der Straße zwischen Glewitz über Jahnkow nach Bretwisch stark zu machen. Diese ist in einem katastrophalen Zustand“, sagt er.

Oberste Priorität habe aber die Fertigstellung der Bürgerbegegnungsstätte in Glewitz. Im vergangenen Jahr wurde das Gebäude umfangreich saniert. Küche und sanitäre Anlagen fehlen noch. Die Ausschreibungen für die Arbeiten laufen bereits. „Vom Aschenputtel-Traktorenschuppen zum ansehnlichen Gemeinschaftsraum, in dem es sich gut feiern lässt: Wir als Gemeinde können stolz auf solch ein Gemeindehaus sein“, sagt Löhrke. Versäumen möchte er nicht, sich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung, die sich neben dem Bürgermeister aktuell aus sechs CDU-Mitgliedern, einem Vertreter der Linken und einem Einzelbewerber zusammensetzt, zu bedanken.

Eine attraktive Gemeinde für Jung und Alt: Sebastian Block und Wählergruppe verfolgen gleiche Ziele

Sebastian Block (40) kandidiert für das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Glewitz. Quelle: Anja Krüger

Ein Grundsatzbeschluss gegen Windräder in der Gemeinde, mehr Transparenz in der Kommunalpolitik, die Eigenständigkeit der Kommune erhalten: Das sind einige der Ziele, die sowohl Bürgermeisterkandidat Sebastian Block aus Jahnkow als auch die im Januar gegründete Wählergruppe Glewitz I um deren Vorsitzenden Olaf Haupt auf der Agenda für die nächste Legislaturperiode haben. „Grundsätzlich sind unsere Ziele identisch“, sagt der 40-jährige Sebastian Block. Dennoch hat sich der Landwirt entschieden, als Einzelbewerber zu kandidieren. Auch er sagt: „Ich möchte meine eigene Meinung vertreten.“

Das Wichtigste sei, „dass die Einwohner das verloren gegangene Vertrauen in die Kommunalpolitik zurückgewinnen“, so Block. „Die Bürger sollen erfahren, was in der Gemeindevertretung besprochen und beschlossen wird“, fügt er hinzu. Außerdem, so sind sich Block und die Mitglieder der Wählergruppe einig, soll die Gemeinschaft unter den Einwohnern gestärkt werden. „Die Bürgerbegegnungsstätte ist eine gute Sache. Ich würde mir wünschen, dass dort regelmäßig Veranstaltungen für alle Einwohner stattfinden“, sagt Block und nennt Beispiele wie Kindernachmittage oder Skattreffen. „Uns muss es gelingen, dass die Gemeinde ein attraktives Umfeld für die ältere Generation als auch für junge Familien bietet“, meint der zweifache Familienvater. Olaf Haupt kritisiert beispielsweise fehlende Spielplätze in den zur Gemeinde gehörenden Orten. „Und wir müssen bauwillige Familien bei der Suche nach Bauland und dem Genehmigungsverfahren unterstützen“, sagt Block. Aber auch der Erhalt der ärztlichen Versorgung in der Gemeinde und die Stärkung der Freiwilligen Feuerwehr sind Themen, über die sich seiner Meinung nach die Gemeindevertretung Gedanken machen muss.

Er und die Wählergruppenmitglieder sind überzeugt, es muss ein frischer Wind in der Kommunalpolitik Glewitz’ wehen. „Mein Wunsch ist es, dass die Einwohner von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen – sei es am Wahltag oder zuvor per Briefwahl“, sagt Block.

17 Kandidaten für die Gemeindevertretung

Mit Hartmut Löhrke (64, Landwirt) und Sebastian Block (40, Landwirt) kandidieren zwei Einzelbewerber für den Posten des Bürgermeisters in der Gemeinde Glewitz, zu der die Orte Glewitz, Langenfelde, Zarnekow, Jahnkow, Wolthof, Turow, Strelow und Voigtsdorf gehören.

9 Sitze hat die am 26. Mai zu wählende Gemeindevertretung – inklusive Bürgermeister.

17 Kandidaten wurden für die Wahl der Gemeindevertretung zugelassen.

Für die CDU treten an: Klaus Harm (Rentner, Turow), Reinhold Krettek (Elektromeister, Glewitz), Claus-Jürgen Vogt (Landwirt, Langenfelde), Veronika Köster (Hauswirtschafterin, Glewitz), Ronald Stephan (Hausmeister, Voigtsdorf)

Für Die Linke tritt an: Wolfgang Krüger (Rentner, Glewitz)

Für die Wählergruppe Glewitz I treten an: Olaf Haupt (Beamter, Turow), Thomas Buchholz (Versicherungskaufmann, Glewitz), André Witt (Anlagenmonteur, Turow), Annett Kasten (Hausfrau, Turow), Hartmut Flödl (Grundstückspfleger, Strelow)

Als Einzelbewerber treten neben den beiden Bürgermeisterkandidaten an: Alwin Buske (Rentner, Zarnekow), Barbara Makarow (Kauffrau für Bürokommunikation, Strelow), Jenny Schmalz (Steuerfachangestellte, Langenfelde), Dirk Wollenberg (Sanierer, Zarnekow)

Anja Krüger

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