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Vorpommern Horror-Unfall bei Greifswald: Experten rätseln über Unfallursache
Vorpommern Horror-Unfall bei Greifswald: Experten rätseln über Unfallursache
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17:39 19.11.2019
Am Dienstagvormittag ereignete sich ein schrecklicher Unfall auf der B 105 bei Greifswald. Zwischen den Abfahrten Wackerow und Neuenkirchen prallten zwei Fahrzeuge aufeinander. Beide Fahrer waren sofort tot. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Eine geöffnete Packung Papiertaschentaschentücher liegt inmitten zerrissener Autoteile auf der Straße, auf der Heckablage des einen Wracks kann man noch einen Strohhut erkennen, eine Winterdecke auf dem Rest des Rücksitzes. Es sind diese ganz banalen Dinge, die jedem klar machen: Es handelt sich nicht nur technisch betrachtet um Unfallopfer, es ist ein Menschenleben im Alltag, das jäh beendet wurde.

Auf der B 105 kurz vor der Abfahrt Neuenkirchen bei Greifswald bedeutete ein Unfall am Dienstagvormittag gleich den Tod zweier Männer, die mit ihren Fahrzeugen frontal ineinandergekracht sind. Ein 43-Jähriger Mann war mit einem VW mit Rügener Kennzeichen unterwegs, ein 61-Jähriger fuhr einen Skoda aus dem Landkreis Oder Spree (Brandenburg).

Frontalzusammenstoß schleudert Autos an den Straßenrand

Die Wucht des Aufpralls muss gewaltig gewesen sein. Autoteile lagen weit verstreut über die Ortsumgehung, beide Fahrzeuge schleuderte es an den Straßenrand. Der Motorblöcke waren zusammengeknüllt wie Papier, Blechfetzen säumten den Unfallort. Rund 30 Einsatzkräfte der Wehren aus Greifswald, Neuenkirchen und Levenhagen waren im Einsatz.

Bildergalerie: Schwerer Unfall bei Greifswald

In Höhe Neuenkirchen kam es zum Frontalzusammenstoß

Wiederbelebungsmaßnahme vergebens

„Für das eine Opfer aus dem Skoda kam jede Hilfe zu spät“, sagte ein Feuerwehrmann. „Beim anderen haben die Rettungskräfte noch versucht, ihn zu reanimieren.“ Doch die Versuche blieben erfolglos, der Mann starb noch an der Unfallstelle.

Warum es zu dem Unfall auf eigentlich übersichtlicher Strecke zwischen den Anschlussstellen Wackerow und Neuenkirchen kam, ist noch völlig unklar. Ein Sachverständiger der Dekra an der Unfallstelle schüttelte nur den Kopf. Noch könne man nichts sagen.

Auch die Polizei kann bislang nur mitteilen, dass vermutlich einer der Unfallfahrer auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Der Schaden werde auf rund 40 000 Euro geschätzt. Immerhin: Es wurden keine weiteren Personen verletzt, die Fahrer waren allein in ihren Autos unterwegs.

Erst vor einem Monat schwerer Unfall

Erst vor wenigen Wochen, am 15. Oktober, war es wenige hundert Meter weiter zu einem schweren Unfall auf der B 105 mit vier Schwerverletzten gekommen. Hier prallten ebenfalls zwei Fahrzeuge frontal zusammen. Eine betrunkene Autofahrerin war damals mit ihrem Auto auf die Gegenspur geraten, wie die Polizei mitteilte. Dabei habe die 44-Jährige mit ihrem Wagen einen entgegenkommenden Lastwagen gestreift und sei anschließend mit einem weiteren Auto kollidiert, ehe ihr Fahrzeug noch mit einem Wohnmobil zusammenstieß.

Besonders schlimm: Nicht nur die Unfallverursacherin wurde schwer verletzt, auch ihr 11 Jahre altes Kind, außerdem die 37 Jahre alte Fahrerin des anderen Autos und ihr 7-jähriges Kind. Alle kamen in ein Krankenhaus. Bei der Unfallverursacherin stellten die Beamten einen Atemalkoholwert von 1,48 Promille fest.

Bislang 16 Tote im Landkreis

Die beiden jüngsten Unfallopfer reihen sich in eine traurige Jahresbilanz ein. „Im Landkreis Vorpommern-Greifswald starben mit dem heutigen Verkehrsunfall leider 16 Menschen“, teilte Polizeisprecherin Katrin Kleedehn fest. „Das sind im Vergleichszeitraum 2018 nunmehr sieben Menschen mehr. Damals verzeichneten wir im November neun Getötete.“

Mehr tödliche Unfälle

Im vergangenen Jahr starben auf den Straßen des Landkreises Vorpommern-Greifswald 16 Menschen, das sind sieben mehr als im Vorjahreszeitraum.

Noch im ersten Halbjahr sah die MV- Statistik gar nicht so schlecht aus. Auf den Straßen im Land sind im ersten Halbjahr 44 Menschen tödlich verunglückt, das ist einer weniger als im Vergleichszeitraum 2018. Mittlerweile liege die Anzahl der Todesopfer aber über denen des Vorjahres.

Im Jahr 2018 hatte es auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt 57 477 Unfälle gegeben – knapp 900 weniger als im Jahr davor. Die Zahl der Verkehrstoten war allerdings um 7 auf 86 gestiegen. Zum Vergleich: Im Jahr 1991 verloren in MV 624 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

Die Zahlen für Gesamtmecklenburg seien ebenfalls angestiegen, als Hauptursachen für Unfälle gibt Kleedahn Geschwindigkeitsübertretungen, Alkoholkonsum und Riskantes Überholverhalten. In wie weit zum Beispiel Handynutzung zur Ablenkung von Fahrern geführt habe, ließe sich allerdings nicht immer nachweisen, deshalb würde dieser Punkt nicht als eigene Unfallursache geführt. „In unseren thematischen Verkehrskontrollen Fahren.Ankommen. Leben führen wir diesbezüglich aber immer wieder Kontrollen durch.“ Im kommenden Monat werden die Schwerpunktkontrollen unter dem Thema Alkohol und Drogen stehen.

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Von Anne Ziebarth

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