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Ribnitz-Damgarten 130 Jahre Bahn in Barth: Wie geht’s weiter?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten 130 Jahre Bahn in Barth: Wie geht’s weiter?
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08:54 19.09.2018
Die 40. Mahnwache am Barther Bahnhof: Seit mehr als zwei Jahren kämpft die Initiative „Keine Bahn ist keine Lösung“ für den Erhalt der Bahnlinie Velgast-Barth und den Ausbau der Strecke bis Prerow. Quelle: Robert Niemeyer
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Barth

Still ruht der See, möchte man meinen, wenn es um den Erhalt der Bahnverbindung Velgast-Barth (Vorpommern-Rügen) und die mögliche Reaktivierung der Darßbahn bis nach Prerow geht. Zuletzt hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in einem Schreiben an Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) Unterstützung vonseiten des Bundes signalisiert. Zeitgleich hieß es aus dem Infrastrukturministerium Mecklenburg-Vorpommerns, dass es keine konkrete finanzielle Zusage aus Berlin gebe, aber zumindest gute Gespräche. Das war im Mai. „Seitdem gibt es nichts Konkretes“, sagte am Montagabend Peter Hermstedt anlässlich der mittlerweile 40. Mahnwache der Barther Initiative „Keine Bahn ist keine Lösung“.

Ist 2020 Schluss?

Stand jetzt bedeutet das genauso viel wie vor zwei Jahren. Ende kommenden Jahres läuft der Betrieb der Strecke vorerst aus. 2015 war bekannt geworden, dass die Strecke Velgast-Barth für die Zeit nach 2017 nicht mehr ausgeschrieben werden sollte. Im November vergangenen Jahres folgte dann die Verlängerung des Betriebs um zwei Jahre, auch um mehr Zeit zu haben, in Sachen Darßbahn eine Lösung zu finden.

Ist 2020, im 132. Jahr der Anbindung Barths an die Bahn, Schluss?

„Zumindest informell stehen die Zeichen noch auf Grün“, meinte Peter Hermstedt am Montagabend. Wahrscheinlich sei noch etwas Geduld gefragt. Im Bundestag solle eine sogenannte Kleine Anfrage zum aktuellen Stand der Dinge gestellt werden.

Merkels Zusage

Derweil feierten etwa 50 Barther am Montagabend am Bahnhof das 130. Jahr der Bahnanbindung. Bei Bratwurst und Getränken, dem obligatorischen Darßbahn-Lied und noch etwas mehr Programm als sonst wurde an die Inbetriebnahme der Bahnanbindung am 1. Juli 1888 erinnert. „Das hat die Stadt maßgeblich mitgeprägt“, so Hermstedt. Geladen zu der Feierstunde waren laut Christ Schibilski, Sprecherin der Initiative „Keine Bahn ist keine Lösung“, unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Beide erschienen nicht. „Wir machen trotzdem weiter“, sagte Schibilski.

Vor allem eine Rede Angela Merkels im September 2017 auf dem Barther Marktplatz wurde erneut in Erinnerung gerufen. Die Darßbahn werde gebaut, sagte die Bundeskanzlerin damals.

Dritter Planungsabschnitt

Dass sich daran möglicherweise nichts geändert hat, darauf deuten die nach wie vor laufenden Planungen der Usedomer Bäderbahn (UBB) hin. „Im Hintergrund laufen die Planungen auf Hochtouren“, bestätigt Jörgen Boße, Geschäftsführer der UBB. Zum ersten Abschnitt von Barth bis zur Meiningenbrücke gibt es bereits seit Längerem einen Planfeststellungsbeschluss. In diesem Monat wird laut Boße die Klage der Gemeinde Pruchten gegen diesen Beschluss vor dem Oberverwaltungsgericht verhandelt. Die Gemeinde wehrt sich gegen den Bau der Darßbahn, befürchtet Einbußen im Tourismus und dass auf die Gemeinde hohe Kosten zukommen, da auf dem Gemeindegebiet Straßen und Wege verlegt und Bahnübergänge gebaut werden müssen.

Der zweite Planungsabschnitt von der Meiningenbrücke bis nach Prerow sei laut Jörgen Boße durch die zweite Anhörung. Ein paar Veränderungen seien noch nötig. Die Planungen des dritten Abschnitts von Zingst nach Prerow laufen auch bereits. „Es läuft alles normal“, sagt Boße, „es wird vieles geprüft. Und das braucht Zeit.“

Banner gestohlen

Derweil hat die Initiative „Keine Bahn ist keine Lösung“ mit anderen Problemen zu kämpfen. Zwei Banner, die für den Erhalt und Ausbau der Bahnstrecke werben, sind offenbar gestohlen worden. „Wahrscheinlich gibt es Fans der Darßbahn, die so ein Banner im eigenen Garten oder Wohnzimmer anbringen möchten“, sagt Christa Schibilski. Bislang sind die Banner noch nicht wieder aufgetaucht. Schibilski an die Banner-Diebe: „Unser Vorschlag: Vielleicht können Sie die Banner wieder anbringen oder zu einer unserer nächsten Mahnwachen mitbringen.“

Die nächsten Termine: 1. Oktober, 5. November, 3. Dezember, jeweils ab 18.30 Uhr am Barther Bahnhof.

Niemeyer Robert

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