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Ribnitz-Damgarten Flugzeugdrama „7500“ von Patrick Vollrath gewinnt den Hauptpreis
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Flugzeugdrama „7500“ von Patrick Vollrath gewinnt den Hauptpreis
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16:25 17.11.2019
Abschlussabend der Filmnächte: Moderator Frank Breuner mit den Jury-Mitgliedern Henry Hübchen, Kathrin Angerer und Max Moor (v. l.) Quelle: Frank Burger
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Ahrenshoop

Zum besten Film der 15. Ahrenshooper Filmnächte wurde „7500“ von Patrick Vollrath ausgezeichnet. Laudator Max Moor sagte am Samstagabend während der Preisverleihung im „The Grand“: „Es ist der Stoff einer Flugzeugentführung. Ein Thema, das in allen Varianten bereits gezeigt wurde. Doch ‚7500‘ ist ein Film, wie es ihn noch nie gegeben hat. Es ist ein Kammer-Spiel, ein Drama. Ganz großes Kino.“ Die Jury, besetzt mit Kathrin Angerer, Henry Hübchen und Max Moor, wählte „7500“ (die Zahlenkombination ist ein Pilotencode für eine Flugzeugentführung) mit großem Abstand als ersten Preisträger des kleinen Filmfestivals im Ostseebad Ahrenshoop.

Festival fühlt sich dem jungen deutschen Film verpflichtet

Der Wismarer Straßenmusiker Öxl unterhielt die Zuschauer vor der Preisverleihung im Foyer. Quelle: Frank Burger

Sechs Filmbeiträge hatten sich um die Preise, zu denen auch ein Förder- und ein Publikumspreis gehören, beworben. Das Festival in Ahrenshoop fühlt sich dem jungen deutschen Film verpflichtet. Die Spannung war groß, als NDR-Moderator Frank Breuner den Abend gewohnt launig eröffnete. Dabei zog er in seiner Moderation gleich den ganz großen Bogen vom Überschwemmungsdrama in Venedig bis hin zu den „Nollywood“-Produktionen aus Nigeria. Dass es an diesem Abend auch ganz erdig zugehen kann, zeigte der musikalische Auftritt von Öxl, einem jungen Straßenmusiker aus Wismar, der dennoch schon einige Erfahrungen bei Auftritten in London, Prag, Kopenhagen, Zürich sowie Berlin aufweisen konnte und so den Kreis zwischen dem familiären Festival und Frank Breuners „großem Bogen“ wieder schloss.

Bürgermeister Benjamin Heinke sehr erfrischend

„Mein Ende. Dein Anfang“ erhielt den Publikumspreis: Regisseurin Mariko Minoguchi (l.) und Darstellerin Saskia Rosendahl. Quelle: Frank Burger

Sehr erfrischend präsentierte sich der junge Ahrenshooper Bürgermeister Benjamin Heinke, der erstmals als offizieller Vertreter des Ostseebades an den Filmnächten teilnahm: „Dieses Jahr finden die Filmnächte zum zweiten Mal im November statt. Mein Kurdirektor sagt mir immer, für das Wetter sei ich zuständig. Nun, es hat viel geregnet. Bestes Kinowetter!“ Gute Laune war der ständige Wegbegleiter des Abends, die sich ab der Vergabe des Publikumspreises immer mehr steigerte. Den begehrten Preis der Zuschauer erhielt der Film „Mein Ende. Dein Anfang“ von Mariko Minoguchi, die mit ihrer Darstellerin Saskia Rosendahl die Glückwünsche entgegennahm. „Ich freue mich sehr über diesen Preis, denn für die Zuschauer machen wir ja die Filme“, so die Regisseurin. Der Film zeigt eine feinfühlig-dramatische Liebesgeschichte, die die Fragen nach Zufall und Vorherbestimmung zu beantworten versucht.

Hotel-Chef vergibt spontan zweiten Förderpreis

Die Vergabe des Förderpreises entwickelte sich auf der Bühne zu einer vergnüglichen Hängepartie, denn die Jury wollte partout nicht mit ihrer Entscheidung herausrücken. „Während Kathrin den einen Film bevorzugte, favorisierte Max einen anderen und ich sollte nun entscheiden“, berichtete Henry Hübchen, der seine Gewissensnot mit der Entscheidung zwischen zwei hübschen Zwillingen verglich. Schließlich bemerkte er, er habe eine Münze geworfen und nun möge Max die Preisverleihung verkünden. Als der ttt-Moderator Moor dann auch noch lange herumdruckste, wurde es „The Grand“-Chef Oliver Schmidt zu viel. Er stürmte auf die Bühne und verkündete spontan, dass sein Hotel einen zweiten Förderpreis stiften würde, was unter großem Jubel aller freudig beklatscht wurde.

So kann sich die Crew von „Sag Du es mir“ von Michael Fetter Nathansky über einen Monat kostenfreien Aufenthalt im Ahrenshooper Hotel freuen. Der Film „Pelikanblut“ von Katrin Gebbe erhielt den Förderpreis, der mit einem einmonatigen Aufenthalt im Künstlerhaus Lukas verbunden ist. „Sag du es mir“ ist ein melancholischer Episodenfilm, der mit drei unterschiedlichen Perspektiven spielt und sich bei der Suche nach den Antworten immer wieder neu erfindet. „Pelikanblut“ zeichnet ein sehr feinfühliges, familiäres Sozialdrama, für das sich in der Jury vor allem Kathrin Angerer einsetzte, die auch die Laudatio für den Film mit Nina Hoss in der Hauptrolle hielt.

Flammende Laudatio von Max Moor

Darsteller Carlo Kitzlinger bedankt sich für den Hauptpreis, den der Film „7500“ Quelle: Frank Burger

Mit der Vergabe des Hauptpreises an „7500“, den Darsteller Carlo Kitzlinger entgegennahm, erreichte der Abend seinen Höhepunkt, an dem Max Moor eine flammende Laudatio vor allem auf die großartigen schauspielerischen Leistungen und auf die Regisseure hielt.

Moderator Frank Breuner beendete den offiziellen Teil des Abends mit zwei Bitten: Vielleicht könne ja die 16. Ausgabe der Ahrenshooper Filmnächte eine ganze Woche dauern, und: Schön wäre es, könnten vom kommenden Jahr an Statuetten als äußeres Zeichen einer Preisverleihung verliehen werden. In diesem Sinne freuen sich alle schon jetzt auf den nächsten regnerischen November im Ostseebad Ahrenshoop.

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Von Frank Burger

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