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Ribnitz-Damgarten Stromausfall in Ribnitz – Das war die Ursache
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Stromausfall in Ribnitz – Das war die Ursache
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13:55 24.11.2019
Stromausfall im Bereich der Langen Straße in Ribnitz, gegen 17 Uhr gingen die Lichter aus. Quelle: Timo Richter
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Ribnitz-Damgarten

Und plötzlich waren die Lichter aus: Am frühen Freitagabend gegen 17 Uhr fiel der Strom in Ribnitz-Damgarten aus. Nicht nur die Ribnitzer Innenstadt, auch umliegende Ortsteile, wie Langendamm und Saal, waren betroffen. Wie Michael Elsholtz, Sprecher der Edis GmbH Rostock, mitteilte, handelte es sich um eine großflächige Störung rund um die Bernsteinstadt. Wie sich am Sonnabend herausstellte, hatte es einen Kurzschluss gegeben, der zwei Folgefehler nach sich zog. „Es kam an zwei weiteren Stellen zu einer Überspannung“, erklärte der Pressesprecher.

So ein Dreifachfehler im Spannungsnetz sei sehr ungewöhnlich, erklärte der Experte. „Ich bin seit 20 Jahren bei Edis und kann mich nicht daran erinnern, so etwas schon einmal erlebt zu haben.“ Zu Beginn waren 60 Trafostationen und somit 2500 Haushalte betroffen. Die Hälfte der Haushalte waren am Freitag um 22.30 Uhr wieder am Netz, rund 600 weitere kamen gegen Mitternacht hinzu. Zuletzt waren noch sieben Stationen betroffen, also rund 600 Haushalte ohne Strom. „Seit Sonnabend um 11.15 Uhr sind alle Haushalte wieder versorgt. Jetzt finden noch Restarbeiten statt, von denen der Kunde aber nichts mitbekommt.“

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Ursache war defektes Kabel

Ursache für den Kurzschluss war ein defektes Kabel. „Da die Kabel im Erdreich liegen, sieht man die Schäden nicht. Bei einem Kabel war die Isolierung defekt. Das kann unter anderem bei Schwerlastverkehr passieren. Aber das kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur vermuten“, erklärte Michael Elsholtz am Samstagmittag. Die defekten Stellen am Kabel mussten ausgetauscht werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Ribnitz musste aufgrund des Stromausfalls zwei Mal am Freitag ausrücken. Beide Male wurden sie ins betreuten Wohnen im Mittelweg gerufen und mussten mit Notstrom aushelfen, da die medizinischen Geräte einiger Patienten nicht funktionierten. „Krankenhäuser haben Notstrom, aber betreutes Wohnen eben nicht. Dies hat uns mal deutlich vor Augen geführt, wie abhängig wir vom Strom sind“, erklärte der Feuerwehrsprecher Berthold Moog. Hinzu kamen am Freitag drei weitere Einsätze unabhängig vom Stromausfall. So wurde bereits im 15 Uhr im Pflegeheim in Freudenberg die Brandmeldeanlage ausgelöst. Freitagabend musste die Feuerwehr eine Wohnungstür öffnen, um einer hilflosen Person zu helfen und um 21 Uhr wurden die Feuerwehrleute aus Ribnitz und Klockenhagen zu einem schweren Unfall in Klockenhagen gerufen.

Rewe-Markt hat seit Mitternacht wieder Strom

Im Rewe-Markt in der Langen Straße in Ribnitz gab es seit Mitternacht wieder Strom. „Wir konnten heute Morgen wieder öffnen“, sagte Marktmanager Sebastian Dietrich am Samstagmorgen gegenüber der OZ. Als der Strom am Freitag ausfiel, wurde der Rewe-Markt gleich geschlossen. „Wir haben keinen Notstrom. Die Kassen haben nicht funktioniert und es war stockdunkel. Es geht da auch um die Sicherheit unserer Kunden“, sagte der Marktmanager. Und natürlich müsse man auch dem Diebstahl vorbeugen. Nicht alle Kunden hätten dafür Verständnis gehabt. „Einige standen vor dem Eingang und haben vor die Scheiben geklopft. Wir hatten auch Sicherheitspersonal vor Ort.“

Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, wurden in die Kühlhäuser gebracht. „Hier hält sich die Temperatur einige Zeit und wir haben immer wieder nachgemessen.“ Als der Strom wieder da war, wurden alle Lebensmittel wieder eingeräumt. Verluste gebe es trotzdem. „Sensible Lebensmittel, wie Hackfleisch oder Fisch, mussten wir wegschmeißen“, erklärte Sebastian Dietrich. „Wir haben bis spät in die Nacht gearbeitet.“

Bäckerei musste Lebensmittel entsorgen

Auch bei der gegenüberliegenden Bäckerei Junge ging der Strom am Sonnabend wieder. Allerdings mussten hier die Lebensmittel entsorgt werden, da es keine speziellen Kühlkammern gebe, die die Kälte über mehrere Stunden auch ohne Strom halten. Den Sonnabend nutzten die Mitarbeiter, um aufzuräumen und neue Ware zu bestellen. Sonntag soll der Betrieb wie gewohnt weitergehen.

Dass ein Teil der Langen Straße schon seit Mitternacht wieder Strom hatte, liege daran, dass die Edis-Mitarbeiter mit Hochdruck daran gearbeitet hätten, das betroffene Gebiet so gut wie möglich einzuschränken. „Zuletzt war nur noch der Bereich zwischen der östlichen Langen Straße und dem Bodden betroffen“, sagte der Pressesprecher. Auch für die Edis-Mitarbeiter sei dies eine extreme Situation. „Sie hatten ihren normalen Dienst und wurden dann zum Einsatz gerufen“, berichtete Michael Elsholtz am Samstagmittag. „Sie arbeiten jetzt schon seit mehr als 24 Stunden am Stück.“

Für die betroffenen Haushalte, die 18 Stunden keinen Strom hatten, war es eine Ausnahmesituation: So schrieb Björn Lowka auf der OZ-Facebook-Seite am Samstagmorgen: „13 h keinen Strom. Mit einem fünf Monate jungen Säugling zu Hause ist es langsam nicht mehr lustig!! Es wird langsam kalt und man kann keine Nahrung erwärmen.“

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Von Anika Wenning und Timo Richter