Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten 32 Zeesboote bei Regatta in Dierhagen dabei
Vorpommern Ribnitz-Damgarten 32 Zeesboote bei Regatta in Dierhagen dabei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:52 15.07.2019
Was für ein Anblick: 32 Zeesen stachen bei der Dierhagener Regatte für diese traditionsreichen Schiffe am Sonnabend in See und wetteiferten auf dem Saaler Bodden um den Sieg. Quelle: Uwe Roßner
Anzeige
Dierhagen

Bootsfreunde wie Fotografen kamen bestens auf ihre Kosten. Bereits das Aufsegeln zur Mittagsstunde vor der Kapitänsbesprechung im Hafen des Ostseebades hielt bei bestem Sommerwetter für Touristen und Einheimische traumhafte Motive bereit. 32 Mannschaften bereiteten sich in Ruhe auf den anstehenden Regattastart in drei Klassen mit den diesjährigen zwei Wertungsrunden vor.

„Das Wetter haben wir bestellt“, sagt Christiane Müller schmunzelnd. Die Dierhäger Bürgermeisterin weiß, die Regatta sei immer das Ereignis. „Das Zeesboot hat hier eine Tradition. Deren Pflege ist das A und O“, findet die Amtsleiterin des Ostseebades. Deshalb freue sie sich über jedes junge Gesicht innerhalb der Mannschaften.

„Ich bin rundum zufrieden“, lautet die Bilanz Stephan Fellmanns. Die derzeitige Größe der Zeesbootregatta sei wunderbar. „Mehr geht nicht. Ansonsten müssten wir anbauen“, ergänzt der Kurdirektor. Mit dem Rummel sollte in diesem Jahr ein frischer neuer Akzent gesetzt werden.

Kulturerbe als Chance

„Alle haben sich wohlgefühlt“, beobachtete Beate Kollhoff. Die diesjährige Moderatorin der 32. Zeesbootregatta freute sich zudem über das gute gemischte Publikum gewesen. Niemand sei auf dem Sprung gewesen. Die Liebe zu ihren Booten bewundert die Dierhägerin an den Zeeser. „Jeder steht auf sie“, fügt sie hinzu. Touristen bewunderten die Schönheit der Schiffe im Hafen oder beim Segeln auf dem Wasser. Für die Eigner bedeute dies: „Die ganze Familie muss es mittragen“, so Kollhoff. Die Würdigung des Erhalts und der Pflege der Zeesboote als immaterielles Kulturerbe betrachtet die Frau mit der Radiostimme als einen wichtigen Schritt.

In Dierhagen hat die FZ 27 „Orje“ seit jeher ihren Heimathafen. In Gedanken an seinen Vater hat Sven Grunzig der Zeese dessen Spitznamen gegeben. Durch ihn kam der Kapitän zum Segeln. „Vom Punkt der Anerkennung ist die letztjährige Auszeichnung ein guter Schritt“, findet der Seemann. Allerdings sollte es damit nicht enden. „Es sieht toll aus, ist aber nicht nur Segeln“, so Grunzig. Denn nicht viele Leute können sich dies leisten.

„Ich hoffe, für die Zeesen wird es künftig einen Fördertopf geben“, äußerte Peter Zobel. Die Region und das Land werben mit ihnen. „Wir wollen die Boote“, fügt der Hafenmeister hinzu. In Dierhagen seien sie gut aufgehoben und das große Segelrevier vor der Ausfahrt zudem attraktiv.

Ein Zeichen für Besitzer und die Region

„Für die Eigner ist es ein gutes Gefühl und für die Region eine Aufwertung“, kommentiert Lienhard Faulbaum die Aufnahme der Zeesboote auf die Deutschlandliste „Immaterielles Kulturgut“ in 2018. Genau genommen sei es eine Würdigung aller, die an der Überholung, Renovierung und Instandhaltung beteiligt sind. Mit einer Bestzeit von einer Stunde 41 Minuten und zehn Sekunden gewann der Zeeser mit seiner „Gertrud“ das diesjährige Rennen in der großen Klasse.

Von Anfang an ist Katrin Brandt bei der Dierhäger Zeesbootregatta dabei: Erst zusammen mit dem Vater und jetzt mit der eigenen Familie. „Es war prima“, fasste die Skipperin den Tag zusammen. Dieser wurde mit dem Wanderpokal für die mittlere Klasse für ihre FZ 32 Grete mit hauchdünn überschrittenen zwei Stunden gekrönt. Sieger der kleinen Klasse mit einer Stunde 53 Minuten und 42 Sekunde wurde die FZ 79.

Neue und klassische Gaumenfreuden

Zu den diesjährigen kulinarischen Köstlichkeiten gehörten klassische Fischbrötchen, die pommersche Rauchwurst, Softeis und der Piratenburger mit Honigfleisch. Letzterer ist die Neuheit der Saison des Grillstandes der Very Impertend Pirates. Für sie ist die 32. Dierhäger Zeesbootregatta eine Premiere. „Es geht zu viel unter. Traditionen müssen bewahrt werden“, findet deren Chef Hakko Hauklotz. Das gelte für Schifffahrts- und Kochgeschichte gleichermaßen. Das Honigfleisch beispielsweise stamme von einem alten nordischen Rezept.

„Es ist gut, die Tradition beizubehalten und fortzuführen“, meint Ben Deichmüller, Restaurantleiter des Boddenblick. In diesem Jahr hätte seine Gaststätte etwas weniger Besucher als sonst.

Uwe Roßner

Die zweite Auflage des Ereignisses brachte deutliche Steigerung der Teilnehmerzahl, Organisator Ulf Röwer ist mit dem Ergebnis zufrieden.

14.07.2019

Investoren gaben zwischen Küste, Sund und Trebel 120 Millionen Euro aus. Gewerkschaft sieht deutlich „Luft nach oben“. In MV waren von 5400 neuen Wohnungen nur 68 Sozialwohnungen.

13.07.2019

35 Feuerwehrleute löschten den Brand in einer Spielhalle in Ribnitz-Damgarten und verhinderten, dass er sich ausbreiten konnte. Er war durch einen technischen Defekt verursacht worden. Alle anwesenden Personen konnten das Casino unverletzt verlassen.

13.07.2019