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Ribnitz-Damgarten Abi: Selten gibt’s die glatte Eins
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Abi: Selten gibt’s die glatte Eins
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10:47 04.05.2017
Das Richard-Wossidlo-Gymnasium in Damgarten: Das letzte Abitur mit der Traumnote 1,0 liegt hier schon eine Weile zurück. Quelle: Niemeyer, Robert
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Ribnitz-Damgarten/Stralsund

Die Abitur-Spitzennote 1,0 wird an den Schulen in Vorpommern-Rügen nur selten vergeben. Im gesamten Bereich des Schulamtes Greifswald – das für alle Abiturienten zwischen Ribnitz-Damgarten und der Insel Usedom zuständig ist – wurde dieses Traumergebnis im Jahr 2016 an öffentlichen Schulen nur 22 Mal erreicht. Vor sechs Jahren waren es mit 48 glatten Einsen mehr als doppelt so viele – obwohl sogar fast 50 Schüler weniger die Prüfung abgelegt hatten (2016 waren es 982, 2010 dagegen 934). Das geht aus Zahlen des Bildungsministeriums hervor. Die Quote derjenigen, die beim Abitur durchgefallen sind, ist ebenfalls leicht gestiegen.

Derzeit sind die Abiturklausuren an unseren Schulen wieder in vollem Gange. Am Mittwoch saßen die Abiturienten konzentriert in den Klassenzimmern und schrieben die Matheprüfung. Der Anteil der jungen Menschen, die am Ende mit der Hochschulreife aus der Tür gehen, ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. 2006 waren das in Mecklenburg-Vorpommern noch 24,4 Prozent aller Schulabgänger, heute sind es 35,9 Prozent – fast gleichauf mit der Mittleren Reife (39,1 Prozent).

Eliteabschluss?

In ganz Deutschland wird darüber gestritten: Ist das Abitur überhaupt noch ein Eliteabschluss? Man muss vorsichtig damit sein, aus den eingangs genannten Spitzennoten und Durchfallquoten Schlussfolgerungen über Anforderungsniveau des Abiturs und Leistungsfähigkeit der Schüler zu ziehen. Eins wird aus den Zahlen jedoch deutlich: Hinterher geworfen wird Vorpommerns Schülern der Abschluss auch heute nicht.

„Das Abitur ist keinesfalls schwerer geworden, aber auch nicht leichter“, sagt Sigrid Schermuk, Schulleiterin am Richard-Wossidlo-Gymnasium in Ribnitz-Damgarten. Sie sieht einen möglichen Grund für die Zahlen des Schulamtes darin, dass immer mehr Schüler nach dem höchsten deutschen Bildungsabschluss streben. „Der Zugang erfolgt über den Elternwillen, es findet keine Auslese mehr statt.“ Der letzte Abschluss mit 1,0 am Damgartener Gymnasium liege schon eine Weile zurück.

Langer Weg zum Abschluss

„Das Abitur ist auf keinen Fall leichter geworden. Die Schüler müssen einen harten Weg gehen“, sagt Simone Langhoff, Schulrätin beim Schulamt in Greifswald. Denn entscheidend für die Abschlussnote sind nicht nur die großen Prüfungen am Schluss, sondern auch die Zensuren während der sogenannten Qualifizierungsphase in den zwei Jahren davor. Statt wie früher zwei Leistungskurse müssen die Schüler seit 2006 sechs Hauptfächer belegen, die alle auf gehobenem Niveau unterrichtet werden. Bei den Abschlussklausuren können die Jugendlichen dann zwei Fächer auswählen, die auf dem hohen Schwierigkeitsgrad abgefragt werden.

Damit ist der Weg zum Abitur in Mecklenburg-Vorpommern bislang härter als in anderen Bundesländern, in denen während der Qualifizierungsphase weniger Kurse auf hohem Niveau Pflicht sind. Um für mehr Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit zu sorgen, hat die Kultusministerkonferenz 2016 beschlossen, dass bundesweit maximal vier Hauptfächer auf erhöhtem Niveau zu unterrichten sind. Bis 2019 müssen die Länder das umsetzen.

Gemeinsamer Aufgabenpool

2017 kommt erstmals ein Aufgabenpool zum Einsatz, aus dem sich alle Bundesländer für ihre Abiturprüfungen bedienen können. Das gilt für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch. Damit soll die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern erhöht werden. Die Aufgaben wurden auf Basis von Entwürfen der Länder unter der fachlichen Koordination und Leitung von Expertenteams der Berliner Humboldt-Universität erstellt.

Alexander Müller

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