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Ribnitz-Damgarten Abschied nach 15 Jahren: Hiltrud Uphues engagierte sich in Barth
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Abschied nach 15 Jahren: Hiltrud Uphues engagierte sich in Barth

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19:00 13.05.2020
Hiltrud Uphues hat sich viele Jahre in Barth ehrenamtlich engagiert, unter anderem im Möbellager in der Nelkenstraße. Nun zieht sie zurück in ihre alte Heimat. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Vor 15 Jahren zog Hiltrud Uphues von ihrer Heimat Niedersachsen nach Barth. Jetzt bricht sie ihre Zelte wieder ab, um näher bei ihren Kindern und Enkelkindern zu sein. „Ich habe drei Kinder und sechs Enkelkinder. Die älteste wird 15 und die Jüngste ist einen Monat alt“, berichtet die stolze Oma.

Doch der Abschied fällt ihr nicht leicht. In Barth habe sie sich immer wohlgefühlt und schnell Anschluss gefunden. Da die 75-Jährige auch in ihrer Heimat in der Kantorei gesungen hatte, schloss sie sich schnell dem Barther Singkreis an. Mit einer Gruppe von Zugezogenen erkundete sie zudem die Region. „Ich kenne mich hier wahrscheinlich besser aus als einige Barther. Wir sind sehr viel rumgekommen und haben unter anderem Gutshäuser, Kirchen und andere historische Bauten besichtigt. An diese Zeit erinnere ich mich sehr gerne zurück.“

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Ehrenamtliches Engagement ist selbstverständlich

Dabei hatte sie sich ihren Neustart in Barth eigentlich ganz anders vorgestellt. Gemeinsam mit ihrem Mann wollte sie sich hier zur Ruhe setzen. Doch er verstarb und die gemeinsamen Pläne platzten. Zunächst habe sie sich überlegt, das Haus wieder zu verkaufen, doch dann wagte sie den Sprung ins kalte Wasser und zog alleine nach Barth.

Dass sie sich in der Stadt, in der sie lebt, ehrenamtlich engagiert, sei für sie selbstverständlich gewesen. Auch in ihrer Heimat Rotenburg an der Wümme war sie unter anderem bei den „Grünen Damen“ aktiv und versorgte die Patienten in der Klinik mit Büchern. Auch in der Kirchengemeinde engagierte sie sich und organisierte unter anderem Gottesdienste für Kinder.

Lesecafé, Nachbarschaftstreff und Möbellager

Die Liste der ehrenamtlichen Engagements in Barth ist lang. In der Kirchengemeinde arbeitete sie im Lesecafé mit und machte Besuchsdienste. Und auch in der Kirchenbibliothek packte sie mit an und machte unter anderem Inventuren und Bibliotheksführungen.

In der evangelischen Grundschule und später auch in der Nobertschule startete Hiltrud Uphues, die bis zu ihrer Rente in einer Buchhandlung arbeitete, ein Leseprojekt mit den Schülern. „Der erste Jahrgang ist jetzt in der elften Klasse. Zu ihnen habe ich noch ein ganz besonderes Verhältnis“, freut sich die Seniorin. Durch die Corona-Pandemie liegt das Projekt allerdings auf Eis. „Bis zu den Winterferien habe ich es noch gemacht und es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.“

Auch beim Barther Nachbarschaftstreff engagierte sie sich anfangs und half hier unter anderem in der Kleiderkammer mit. Später engagierte sie sich beim Verein „Willkommen in Barth“. Als das Möbellager in der Nelkenstraße Anfang 2016 eröffnete, war sie gleich mit dabei. Gegen eine Spende werden Möbel an Hilfebedürftige abgegeben. Gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern fuhr sie auch zu den Menschen, die ihre Möbel abgeben wollten.

Viele engagierte Barther

Bei all ihren ehrenamtlichen Aufgaben habe sie Unterstützung von anderen Barthern bekommen. In Barth gebe es viele Menschen, die mit anpacken und sich engagieren. Deshalb mache sie sich auch keine Gedanken. „Jeder ist ersetzbar. Jetzt werden andere meine Aufgaben übernehmen“, ist Hiltrud Uphues zuversichtlich.

Und auch in ihrer alten Heimat will sich die 75-Jährige wieder ehrenamtlich engagieren, unter anderem bei den „Grünen Damen“ und in einer Begegnungsstätte jüdischen Lebens. „Ich habe dort meine Familie und Freunde. Da ist es einfacher, neu anzufangen“, sagt die 75-Jährige.

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Von Anika Wenning

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