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Ribnitz-Damgarten Abwassermengen in Zingst steigen weiter an
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Abwassermengen in Zingst steigen weiter an
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09:31 21.11.2019
2017 wurden sogenannte Bio-Kompaktbecken in Betrieb genommen. Quelle: Timo Richter
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Zingst

In Zingst wird immer mehr Trinkwasser verbraucht. Im vergangenen Jahr waren es 442 670 Kubikmeter, die in dem Seeheilbad verbraucht wurden. In den Jahren zuvor lag die Menge jeweils deutlich unterhalb der 400 000-Kubikmeter-Grenze. Das liegt nicht nur an einem „touristisch außergewöhnlichen Jahr“, wie es Bürgermeister Christian Zornow (CDU) formuliert, sondern auch an der anhaltenden Bautätigkeit. Das hat Auswirkungen auf den gemeindeeigenen Abwasserentsorgungsbetrieb: 426 470 Kubikmeter Abwasser sind im Jahr 2018 in der Kläranlage im Boddenweg gereinigt worden. Den Jahresabschluss 2018 haben die Zingster Gemeindevertreter einstimmig beschlossen.

Nach Investitionen in Größenordnungen in den Ausbau der Kläranlage – inzwischen könnte das Abwasser von 28 000 Menschen gereinigt werden – wurde der Arbeitspreis, eine Art Grundgebühr, von 2,47 Euro auf 2,16 Euro gesenkt. Trotzdem kann der gemeindeeigene Betrieb weitere Investitionen stemmen, ohne dass höhere Kredite aufgenommen werden müssten, wie Christian Zornow sagt.

Vorreinigungsstufe geplant

Zum Pumpwerk in der Fritz-Reuter-Straße in Zingst wird eine Vorreinigungsstufe eingebaut. Dort habe es in der Vergangenheit am häufigsten Havarien gegeben. Grund ist laut dem Bürgermeister oftmals das Wegspülen von Hygieneartikeln, die die Pumpen lahmlegten. Gemeistert wird die Investition, deren Höhe noch nicht beziffert werden kann, im Wesentlichen aus liquiden Mitteln des Abwasserentsorgungsbetriebs.

Den Anstieg der Abwassermengen macht der frischgebackene Verwaltungsleiter nicht allein an der weiteren Nahverdichtung in dem Seeheilbad fest. Die sei zwar der „treibende Keil“, aber es gebe auch regionale Effekte. Denn auch im Küstenhinterland entstünden immer mehr Ferienwohnungen, deren Bewohner als Tagesgäste nach Zingst kämen.

Sondereffekt lässt Überschuss steigen

Spürbar gestiegen ist im Jahr 2018 der Überschuss der Zingster Fremdenverkehrsgesellschaft. Mehr Gäste, mehr Übernachtungen sind das eine, doch Hauptanteil am Überschuss von 324 275 Euro ist ein Sondereffekt, wie Christian Zornow vorrechnet. So musste in den Vorjahren stets eine bestimmte Summe für die Begleichung etwaig anfallender Steuerzahlungen im Etat des Fremdenverkehrsbetriebs ausgewiesen werden. Das war im zurückliegenden Jahr nicht mehr verpflichtend, so dass dieses Geld nun als Überschuss auftaucht. Mehr Geld in der Kasse hat der Betrieb deswegen nicht.

Und dennoch fällt der Abschluss besser aus als gedacht. Grund sind Investitionen, die schon im Jahr 2018 wirksam werden sollten, beispielsweise der Bau einer Dünenpromenade. Das Vorhaben ist, wie andere auch, aber noch nicht verwirklicht, ist also noch nicht kassenwirksam geworden. Auch den Jahresabschluss des Fremdenverkehrsbetriebes haben die Zingster Gemeindevertreter während ihrer jüngsten Zusammenkunft einmütig beschlossen.

Steigende Übernachtungszahl

Exakt 1 755 406 Übernachtungen wurden im zurückliegenden Jahr in Zingst gezählt. Im Gegensatz zur Statistik des Landes werden auch private Vermieter mit weniger als zehn Gästebetten erfasst. Die Zahl der Übernachtungen ist im Vergleich zum Jahr davor um rund 10 000 gestiegen. Leicht gesunken ist dagegen die Verweildauer. Die lag im vergangenen Jahr bei 5,2 Tagen. Insgesamt sind im Jahr 2018 annähernd 337 000 Gäste angereist.

Jeweils einstimmig haben die Gemeindevertreter zudem die Vorentwurfsunterlagen zu den Bebauungsplänen „Rosenberg“ und „Mehlsgang/Jordanstraße“ gebilligt. Ziel beider Vorhaben ist es, eine weitere Verdichtung allein unter Zustimmung der Kommune durchführen zu können. Das Seeheilbad arbeitet sich in diesem Zusammenhang Straße für Straße vor. In anderen Kommunen auf der Halbinsel hatten solche Vorhaben, einhergehend mit einer Veränderungssperre, zu erheblicher Kritik geführt. In Born beispielsweise wurde von einer „kalten Enteignung“ der Grundstückseigentümer gesprochen.

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Von Timo Richter

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