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Ribnitz-Damgarten Glawe: Boddensanierung hängt an Center Parcs
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Glawe: Boddensanierung hängt an Center Parcs
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17:12 18.03.2019
Harry Glawe (re.) überreicht einen Förderbescheid für die Sanierung des Ahrenshooper Hafens an Bürgermeister Hans Götze (li.).
Harry Glawe (re.) überreicht einen Förderbescheid für die Sanierung des Ahrenshooper Hafens an Bürgermeister Hans Götze (li.). Quelle: Timo Richter
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Ahrenshoop

Die Sanierung des Boddens rückt mit einer Ansiedlung von Center Parcs in Pütnitz näher. Das sagte am Montag Wirtschaftsminister Harry Glawe während der Übergabe eines Förderbescheids in Ahrenshoop. Bislang sei das Entschlammen des Boddens an Auseinandersetzungen mit Umweltverbänden gescheitert.

Einen Wendepunkt könnte nach Einschätzung des Wirtschaftsministers die Ansiedlung von Center Parcs in Pütnitz bringen. 2500 Betten und eine umfassende Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und einer neuen Marina würden zu einem Umdenken führen. Von einer solchen Ansiedlung erwartet Harry Glawe nicht nur eine deutliche Belebung der Region und auch Kaufkraftgewinne für Ribnitz-Damgarten und die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, sondern auch Zugeständnisse von Umweltverbänden bei der ausstehenden Sanierung des Saaler Boddens. Eine Entscheidung zur Ansiedlung erwartet der Minister im April, spätestens aber im Mai dieses Jahres. Damit würden die einst russisch genutzten Liegenschaften zudem in ein Programm zur kompletten Altlastensanierung kommen können.

„Vorschusslorbeeren“

Darum steigt die Landesregierung erneut bei der Modernisierung und Sanierung von Wasserwanderrastplätzen ein. Derzeit laufen die Arbeiten im Wustrower Hafen auf Hochtouren, ab Oktober soll der Steg im Wasserwanderrastplatz im Ahrenshooper Ortsteil Althagen erneuert werden. Bürgermeister Hans Götze (Einzelbewerber) rechnet mit einer Gesamtinvestition in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Das Land schießt mit 966 000 Euro den Großteil der Baukosten zu. Am Montag hat Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) den Fördermittelbescheid höchstpersönlich überreicht. Inkludiert ist eine Verstärkung des Spülfeldes.

Hafenmeister rund um den Bodden, allen voran der Borner Werner Witt, beklagen seit Langem, dass zwar immer wieder Geld in die Wasserwanderrastplätze gepumpt werde, die mit viel Steuergeld ausgebauten Wasserwanderrastplätze wegen des verschlammten Bodden aber kaum zu erreichen seien. Harry Glawe bestätigt die Einschätzung, verweist aber auf den seit der 90er-Jahre bestehenden Streit mit Umweltverbänden in dieser Frage.

In Ahrenshoop sind die Pläne kleiner, der marode Holzsteg soll saniert werden. Geplant ist ein Neubau mit Unterbau aus Stahl, der Oberbau erfolgt mit Holz. Die Erscheinung des Steges soll im Wesentlichen erhalten bleiben, wie Hans Götze sagt. Erneuert werden auch die Dalben der Anlegeplätze am Kopf des Wasserwanderrastplatzes. Eine Vergrößerung des Hafens oder die der Liegeplatzzahl ist nicht geplant. Wohl aber die Ertüchtigung des Spülfeldes. Die Wälle sollen auf einer Länge von rund 350 Metern erhöht werden. Außerdem soll die Leistungsfähigkeit der Ausläufe gesteigert werden. Oberstes Ziel ist es, einen kleinen, aber feinen Hafen zu behalten, wie es der Bürgermeister formuliert. Laut Hans Götze sind seit der ersten Planungen bis zur nun bevorstehenden Realisierung des Vorhabens gerade einmal drei Jahre vergangen.

Touristische Bedeutung betont

Der Minister begründete die jetzige Förderung vor allem mit der touristischen Bedeutung des Ostseebades. So zitierte Harry Glawe Angaben des Statistischen Landesamtes, wonach in Ahrenshoop im vergangenen Jahr rund 51 300 Gäste angereist sind. Das entspricht einem Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Knapp 218 000 Übernachtungen im zurückliegenden Jahr entsprechen einem Mehr von 7,2 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr.

Mehr lesen:Center Parcs auf Pütnitz?

Timo Richter