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Ribnitz-Damgarten Amerikaner wandeln auf den Spuren ihrer Vorfahren
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Amerikaner wandeln auf den Spuren ihrer Vorfahren
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12:55 11.06.2019
Die Barther Stadtarchivarin Stephanie Mählmann (r.) zeigt Pamela Baird und ihrem Mann Greg Unangst aus Kalifornien den Plan vom Haus ihrer Ur-Großeltern. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Pamela Baird strahlt, als die Barther Stadtarchivarin Stephanie Mählmann ihr die Ergebnisse ihrer Recherchen präsentiert. „Es ist mehr, als ich erwartet habe“, freut sich die Kalifornierin. Sie selbst habe Stunden im Internet verbracht und nur wenig über ihre Vorfahren in Erfahrung bringen können. Und genau deshalb wandte sich die Amerikanerin am 10. Mai per E-Mail an das Barther Stadtarchiv. Sie wolle mehr über ihre Ur-Großeltern August und Johanna Ahrens erfahren, die, wie sie herausgefunden hatte, 1882 mit ihren beiden Söhnen Wilhelm und Hermann von Barth nach Amerika auswanderten. Gemeinsam mit ihrem Mann Greg Unangst reiste sie deshalb Anfang Juni nach Barth, um auf den Spuren ihrer Vorfahren zu wandeln.

Dass die vierköpfige Familie 1882 Barth tatsächlich verließ und nach Nordamerika ging, belegt auch eine Statistik, die Stephanie Mählmann im Barther Stadtarchiv fand. Hier wurden alle Personen notiert, die Barth im Jahr 1882 verlassen haben. In der Statistik wurde auch der Beruf vermerkt. Vater August Ahrens war demnach Seefahrer. Dass die Familie in der Vinetastadt lebte, beweist auch eine Volkszählliste aus dem Jahr 1880. „So eine Liste wurde damals alle fünf Jahre erstellt“, berichtet Stephanie Mählmann. Hier wurden neben den Namen, dem Beruf und dem Geburtsdatum auch die Adresse der Barther verzeichnet. „Daher wissen wir, dass die Familie Ahrens in der Bleicherstraße lebte“, berichtet die Stadtarchivarin.

Das Haus gebe es noch, habe mittlerweile nur eine andere Hausnummer, und zwar die Nummer 90. Auch einen Plan des Hauses, in dem neben der Familie Ahrens eine weitere Familie lebte, fand die Archivarin. „Er stammt allerdings aus dem Jahr 1911, als das Haus umgebaut wurde, aber das Haus ist auf jeden Fall noch älter. Wie alt genau kann ich allerdings leider nicht sagen“, sagt Stephanie Mählmann. Pamela Baird strahlt, als sie den alten Plan sieht. „Wir werden uns das Haus meiner Ur-Großeltern auf jeden Fall gleich ansehen und Fotos machen.“ Bei ihrem Stadtrundgang vor wenigen Tagen durch Barth habe sie sich immer wieder gefragt, wo ihre Vorfahren wohl genau gelebt haben.

Ebenfalls ausfindig machen konnte Stephanie Mählmann die Geburtsurkunden der beiden Söhne sowie eine Eintragung ins Kirchenregisters, die belegt, dass Johanna und August Ahrens in der Marienkirche in Barth geheiratet haben. Fest steht auch, sowohl August als auch Johanna Ahrens sind nicht in Barth geboren. „Sie haben nur einige Jahre in Barth gelebt, bevor sie dann ausgewandert sind“, berichtet die Archivarin.

Zum Kriegsende ein Jahr in Barth gefangengehalten

Doch nicht nur Pamela Baird hat Verbindungen zu Barth, auch die Familie ihres Mannes Greg Unangst. Sein Vater war im Kriegsgefangenenlager Stammlager (Stalag) Luft 1 in Barth. Nachdem sein Flieger in Texel abgeschossen worden sei, habe er mit Glück überlebt und sei dann nach Barth ins Gefangenenlager gebracht worden. Von Januar 1944 bis zur Befreiung im Mai 1945 wurde er hier gefangengehalten. Neben den Angehörigen der Luftstreitkräfte der USA, Kanadas, Neuseelands, Australiens, Rhodesiens und Südafrikas wurden hier auch Angehörige der englischen Royal Air Force seit Juli 1940 gefangengehalten. Seit Januar 1942 wurden auch sowjetische Gefangene inhaftiert. Vom 12. bis 14. Mai 1945 wurden die Kriegsgefangenen mit Militärflugzeugen der alliierten Truppen vom Barther Flugplatz aus in ihre Heimat ausgeflogen.

Der Wunsch von Greg Unangst war es, beim Besuch in Barth auch die Dokumentationsstätte zu besuchen, um mehr über das Schicksal seines Vaters zu erfahren. Die Vorsitzende des Fördervereins Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth, Helga Radau, empfing die beiden Amerikaner und führte sie durch die Ausstellungsräume und an den Ort, wo sich früher das Lager befand.

Anika Wenning

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