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Ribnitz-Damgarten Angebot für Senioren: Das bieten Supermärkte in Barth
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Angebot für Senioren: Das bieten Supermärkte in Barth
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11:00 29.11.2019
Marktleiter Matthias Sagasser und Verwaltungsmitarbeiterin Agnes Grolik vom Famila-Markt in Barth: Ein Mal im Monat werden hier die Senioren zum Einkaufstag eingeladen. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Ein Einkaufsvormittag für Senioren: Vor drei Jahren lud der Famila-Markt in Barth erstmals zum Senioreneinkaufstag ein. „Es gab vorher ein Gespräch mit dem Seniorenbeirat“, berichtet Warenhausleiter Matthias Sagasser. So sei die Idee entstanden, Senioren ein Mal im Monat zu einem Einkaufsvormittag einzuladen. Die Senioren werden mit dem Taxi von zu Hause abgeholt, können in Ruhe einkaufen, bekommen ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee und werden dann mit ihren Einkäufen wieder zurück nach Hause gebracht.

Ziel sei es, ältere Menschen, die sonst oft den ganzen Tag allein sind, zusammenzubringen und ihnen zudem ein Stück Selbstständigkeit zurückzugeben. „Sie können hier in Ruhe einkaufen und freuen sich, wenn sie sich hier treffen. Schon im Auto wird geschnattert“, berichtet Verwaltungsmitarbeiterin Agnes Grolik, die sich um die Senioren kümmert. Sowohl die Taxikosten als auch die Kosten für Kaffee und Kuchen übernimmt der Famila-Markt.

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„Das Taxiunternehmen Schult aus Pruchten unterstützt uns bei der Aktion mit einem Sonderpreis für die Fahrten. Sonst wären die Kosten für uns noch höher“, erklärt Matthias Sagasser. Die Bäckerei Junge stellt den Rentnern Plätze für den Vormittag zur Verfügung.

30 Senioren nutzen das monatliche Angebot

Denn während zu Beginn gerade einmal sechs, sieben Senioren das Angebot nutzten, sind es mittlerweile 30 Frauen und Männer, wobei die Frauen ganz klar in der Überzahl sind. Die Senioren kommen unter anderem aus Barth, Zingst, Neuendorf-Heide, Michaelsdorf oder Flemendorf. „Wir kommen so langsam an unsere Kapazitätsgrenze. Die Plätze in der Bäckerei sind knapp und auch die Taxikosten sind gestiegen, da wir mehr Fahrzeuge benötigen“, berichtet Matthias Sagasser. Den Senioreneinkauf aufgeben, daran sei aber dennoch nicht zu denken. „Wir müssen etwas für die Senioren in Barth und Umgebung tun. Das sind die Benachteiligten in unserer Gesellschaft, deshalb müssen wir das Angebot auch weiterführen“, sagt der Warenhausleiter.

Für Peter Barth aus Barth war der Senioreneinkaufstag vor zwei Jahren die Rettung. „Ich hatte 2017 einen Oberschenkelhalsbruch und bin auf zwei Krücken gelaufen. Alleine hätte ich nicht einkaufen können“, berichtet der Barther. Die Taxifahrer hätten ihm den Einkauf sogar bis vor die Haustür getragen. „Ich war über das Angebot sehr froh. Das war eine echte Hilfe“, berichtet Peter Barth. Noch heute ist er bei den monatlichen Treffen dabei, auch ohne Krücken. „Es ist eine schöne Gelegenheit, um mit Leuten zusammenzukommen und sich auszutauschen“, berichtet der Rentner.

Rewe-Markt plant Abholservice

Auch über einen Lieferservice habe man beim Famila-Markt in Barth schon nachgedacht, aber das rentiere sich nur in größeren Städten wie Stralsund oder Rostock. „Pro Tag muss man mindestens 20 bis 30 Kunden beliefern, um unter anderem, die Kosten für ein Kühlauto und den Fahrer zu decken“, meint der Warenhausleiter. Eine Nachfrage beim Edeka-Markt in Barth liefert das gleiche Ergebnis. Ein Lieferdienst rentiere sich nicht.

Beim Rewe-Markt in Barth gebe es schon konkrete Planungen für einen Abholservice. Das bedeutet: Kunden können ihre Waren bestellen und bekommen sie nach Hause geliefert. Nur bezahlt werden muss im Markt. „Auf Dauer denken wir auch über einen Lieferservice nach. Hier könnten die Kunden dann auch direkt bei der Lieferung zu Hause bezahlen. Aber um diesen Service zu bieten, muss erstmal viel investiert werden“, sagt Geschäftsführerin Regina Karge.

Für einen Plausch ist immer Zeit

Aber auch schon jetzt werde viel für ältere Kunden getan. „Es ist immer ein Mitarbeiter da, der hilft, wenn unsere Kunden ein Problem haben. Einigen älteren Kunden fahre ich auch schon jetzt ihren Einkauf nach Hause. Das ist ein Service, der für mich selbstverständlich ist. Und natürlich ist immer Zeit für einen kleinen Plausch. Das finde ich ganz wichtig. Viele Ältere sind ganz alleine“, meint Regina Karge. Doch nicht nur für die Älteren werde viel getan.

Der Rewe- wurde vor Kurzem ebenso wie der Famila- und der Hagebaumarkt vom Handelsverband Nord mit dem Qualitätszeichen für generationenfreundliches Einkaufen ausgezeichnet. „Wir haben beispielsweise breite Gänge, in denen zwei Mütter mit ihren Kinderwagen auch aneinander vorbeikommen oder eben auch zwei Rollatoren.“ Getan werde auch viel für Kinder, so gibt es unter anderem gemeinsam mit der Kindertagesstätte ein Ernährungsprojekt. „Und am 7. Dezember haben wir wieder unsere Weihnachtswette. Dieses Mal wetten wir gegen die Bambini-Feuerwehr“, berichtet Regina Karge.

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Von Anika Wenning