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Ribnitz-Damgarten Angela Merkel dankt Zingster Bürgermeister für 25 Jahre Engagement
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Angela Merkel dankt Zingster Bürgermeister für 25 Jahre Engagement
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18:28 25.11.2019
Nach 25 Jahren als Bürgermeister in Zingst ist Andreas Kuhn am Montag im Beisein von rund 180 Gästen aus dem Amt verabschiedet worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lobte das Engagement Kuhns. Quelle: Timo Richter
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Zingst

Am Ende wurden die Augen doch noch feucht. Arm in Arm steht Andreas Kuhn mit seiner Frau Christiane auf der Bühne. Rund 180 Gäste erheben sich und applaudieren dem scheidenden Bürgermeister. 25 Jahre lang hat Andreas Kuhn als Bürgermeister die Entwicklung des Seeheilbades Zingst begleitet und geleitet. Zum festlichen Abschied am Montag reisen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Harry Glawe (beide CDU) an. Etliche Bürgermeister der Region, Touristiker, Vereinsvorsitzende und Mitarbeiter der Verwaltung haben sich im Hotel Vier Jahreszeiten eingefunden, um „ihren“ Bürgermeister zu verabschieden.

Die Begrüßung herzlich, der Abschied schmerzlich – Angela Merkel lobte Andreas Kuhn als Menschen, der „frei heraus sagt, was er braucht, aber auch nicht über Gebühr jammert“. Sie selbst habe ein „Faible für Kommunalpolitik“, der Zingster Bürgermeister hatte seine Zeit zu formen. „Ich habe mich immer gefreut, wenn es in Zingst voranging.“

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Andreas Kuhn habe sich seiner Aufgabe mit Haut und Haaren verschrieben, so Angela Merkel. Menschen haben bei den Entscheidungen stets eine große Rolle gespielt. Die Kanzlerin versprach, sich Zingst auch künftig verpflichtet zu fühlen. Angesichts des Nebels war sie nicht mit dem Hubschrauber eingeflogen, sondern in der Limousine angereist.

Entscheidungen ohne Reibungsverluste

Der einstige Vorsteher der Gemeindevertretung, Eckhard Lipke, hatte zunächst auf die Errungenschaften in dem Seeheilbad hingewiesen. Nicht enden wollte die Aufzählung der Projekte, die mit direkter Unterstützung Kuhns vollendet werden konnten. „Andreas Kuhn war der sichere Fels in der Brandung.“ Bei den Entscheidungen habe es wenig Reibungsverluste gegeben, „wir haben vorher nachgedacht“. Vieles sei heutzutage nicht mehr machbar.

Bildergalerie: Eindrücke von der Verabschiedung

Eindrücke der Verabschiedung

Andreas, es war eine schöne Zeit mit dir“, rief Wirtschaftsminister Harry Glawe ins Publikum. Zielstrebig, abwägend und manchmal auch ungeduldig habe der scheidende Zingster Bürgermeister seine Vorstellungen vorangetrieben. Kuhn habe in Zingst eine „tolle touristische Infrastruktur entwickelt“. Glawe freut sich, dass Andreas Kuhn weiterhin in der Kreistagsfraktion der CDU tätig ist.

Familie war immer wichtig

Eine zu ihm haltende Gemeindevertretung, eine gute Zusammenarbeit mit Behörden, Landkreis und Mitarbeiterinnen der Verwaltung – das ist das Erfolgsrezept Andreas Kuhns. Gewohnt humorvoll erinnerte er an wichtige Wegpunkte. Besonders hob er den Erhalt des Schulstandortes hervor: Bildung vor Ort, Bildung für alle. Applaus.

Gleichzeitig zeigte sich Andreas Kuhn in der Familienrolle. Die habe während der Zeit als Bürgermeister an seiner Seite gestanden. Vier Kinder, vier Enkel – alle mussten zuweilen auf Vater und Großvater verzichten. Mehr als symbolisch war dann der Blumenstrauß für seine Frau Christiane. Arm in Arm steht das Paar auf der Bühne und sie sehen, wie sich die Gäste erheben. Ein bewegendes Dankeschön aus der Region.

Richtigen Ton gefunden

Als Vorbild bezeichnete der Ahrenshooper Bürgermeister Benjamin Heinke (CDU) den scheidenden Amtskollegen in Zingst. 25 Jahre lang in der Funktion tätig zu sein, sei eine ganz besondere Leistung. „Eine Ära geht zu Ende“, sagte die Dierhäger Bürgermeisterin Christiane Müller (Wählergemeinschaft Bündnis für Dierhagen). Kuhn habe eine gute Saat angelegt, sodass es in dem Ort in seinem Sinne weitergehe.

René Roloff (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft), Bürgermeister in Prerow, betonte die Fähigkeit Andreas Kuhns, Menschen ganz unterschiedlichen Beweggrundes für seine Projekte zu begeistern. „Er findet den richtigen Ton“, um den „einfachen“ Zingster ebenso zu überzeugen, wie Vertreter höchster Stellen.

Andreas Kuhn hat es zum Abschied schon vor der Gemeindevertretung gesagt: Es war mir eine Ehre, für Zingst tätig gewesen zu sein.

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Von Timo Richter

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