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Ribnitz-Damgarten Anwohner sauer über Parkhaus-Pläne
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Anwohner sauer über Parkhaus-Pläne
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14:55 24.04.2019
Christian Langhammer (v.l.), Monika Prütz, Andreas Siewert, Christian Behrens und Bodo Prütz stehen auf der Fläche am Osthafen, auf der die Parkpalette gebaut werden soll, und schauen sich den Plan an. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Die Bewohner des Mehrfamilienhauses Platz der Freiheit 7 in Barth sind sauer. Kurz vor der Stadtvertretersitzung am 11. April erfuhren sie von den Plänen, dass direkt neben ihrem Grundstück am Osthafen eine Parkpalette gebaut werden soll. Der Investor des „Hafenquartiers“ hatte um eine Änderung des Bebauungsplanes gebeten. Der Bau der Parkpalette sei notwendig, da statt bislang drei geplanter Tiefgaragen nur zwei gebaut werden sollen, da die Kosten laut Investor sonst zu hoch seien (die OZ berichtete). Die fehlenden 100 Parkplätze sollen auf dem vorhandenen öffentlichen Parkplatz der Stadt am Osthafen zur Verfügung gestellt werden. Da der Stadt Barth dann allerdings 100 öffentliche Parkplätze fehlen, soll dies durch den Bau der Parkpalette wieder ausgeglichen werden. Zu den 100 öffentlichen Parkplätzen sollen auf der Parkpalette weitere 30 Parkplätze für das „Hafenquartier“ entstehen.

„Mit uns hat niemand gesprochen“

„Mit uns hat im Vorfeld niemand gesprochen. Wir wurden bei der Planung komplett außen vor gelassen. Wir wurden von der Stadtverwaltung und auch vom Bürgermeister nicht informiert. Dabei sind wir es doch, die hinterher jeden Tag genau auf das Parkdeck gucken“, sagt Bodo Prütz, der mit seiner Frau Monika seit 2001 eine Eigentumswohnung in dem Haus hat.

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Und auch die übrigen Eigentümer – insgesamt sind es fünf – sind mit den Plänen nicht einverstanden. „Wir sind nicht gegen das gesamte Bauvorhaben am Hafen“, erklärt Christian Langhammer. „Wir sind dafür, dass die Stadt sich weiterentwickelt.“ Und schließlich werde der Hafen dadurch ja auch aufgewertet. Denn auf der 52 000 Quadratmeter großen Fläche, dem sogenannten Bossow-Gelände, sollen nicht nur elf Häuser mit maximal 250 Ferienwohnungen entstehen. Der Investor, die Barther Hafen Invest GmbH, plant zudem kleine Läden, ein Café sowie einen Yachthafen. „Wir sind aber gegen das neue Vorhaben, dass hier direkt ein Parkhaus gebaut werden soll. In der ursprünglichen Planung war davon keine Rede“, meint Christian Langhammer.

Es entstehe der Eindruck, dass die Wünsche des Investors vor denen der Einheimischen gestellt würden. „Wir haben hier doch auch investiert. Wir haben die Wohnung hier gekauft und unser Geld hier reingesteckt. Wir werden aber bei den Plänen komplett übergangen“, meint Bodo Prütz. Ihrem Ärger wollten die Anwohner auch bereits bei der jüngste Stadtvertretersitzung Luft machen, sie durften sich dort allerdings nicht äußern, da der Punkt auch im nichtöffentlichen Teil der Sitzung besprochen wurde. „Herr Hellwig hat uns allerdings am 11. April versprochen, dass wir in der kommenden Woche ein Schreiben bekommen und er sich dann mit uns zusammensetzen will“, erklärt Monika Prütz. „Passiert ist allerdings bis heute nichts. Wir werden jetzt gegen das Vorhaben Widerspruch einlegen.“

„Es wird eine Versammlung geben“

Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig erklärte am Mittwoch auf OZ-Nachfrage, dass es definitiv eine Versammlung zu dem Thema gebe, zu der alle Betroffenen eingeladen werden. „Es soll eine qualifizierte Versammlung sein, die muss natürlich auch vorbereitet werden. Vor Ostern haben wir es nicht mehr geschafft und nächste Woche ist auch ein Feiertag.“ Danach würden die Einladungen aber rausgehen.

Beschlossene Sache sind die Pläne auch noch lange nicht. Bei der Sitzung am 11. April hatten die Stadtvertreter mehrheitlich beschlossen, dass dem Investor zwar eine Fläche verkauft wird, der genaue Standort der Parkpalette ist damit aber noch nicht festgelegt. So gebe es noch die Möglichkeit, die Palette nicht auf der westlichen, sondern auf der östlichen Seite zu bauen. „Dagegen hätten wir nichts“, meint Monika Prütz. Friedrich-Carl Hellwig ist allerdings der Überzeugung, dass die Variante auf der westlichen Seite, direkt am Wohnhaus, auch für die Anwohner deutlich besser sei. „Die Parkpalette ist ja nicht direkt vor der Nase, sondern 23 Meter weit weg und sie ist ein Lärmschutz zum Parkplatz“, sagt der Bürgermeister.

Mehr zum Thema: Parkpalette am „Hafenquartier“ geplant, Diskussion um Parkdeck am Barther Hafen, Bau des „Vinetariums“ in Barth verzögert sich weiter

Anika Wenning