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Ribnitz-Damgarten Armin Mueller-Stahl zeigt Malerei und Arbeiten auf Papier
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Armin Mueller-Stahl zeigt Malerei und Arbeiten auf Papier
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13:42 19.04.2019
Armin Mueller-Stahl-Ausstellung in Zingst: Originale an der neuen Stellwand im Museum. Quelle: Elke Erdmann
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Zingst

Mit Gitarre und schönem Gesang des Rostockers Musiker Jörg Seefeldt feierte am Gründonnerstag das Seeheilbad Zingst im Museum eine Sonderausstellung. Zum Titel „Wendepunkte“ präsentiert Armin Mueller-Stahl Malerei und Arbeiten auf Papier. Gemeinsam mit Ehefrau Ina Handelmann und Museumsleiterin Susanne Stiehler kuratierte Günter Christiansen vom „Kunstraum Wasserwerk“ in Glowe auf Rügen die umfangreiche Schau, teilweise in Petersburger Hängung. Extra gebaute Stellwände geben den kraftvollen Arbeiten des multitalentierten Künstlers mehr Raum und dem Innenleben des Museums ein neues Gesicht.

Prominente Originale

Der grafische Reigen, mit durchaus erschwinglichen Blättern, beginnt mit den Radierungen „Der wie ein Vogel fliegt“ und höchst aktuell „Menschen vor der Stadt“, gefolgt von einem schwarz-weißen Erinnerungsbild „Die Mauer“, Giclée-Print. Kleine Porträts mit faszinierend sicherem Strich schließen sich an wie die „Dame im Pelz“, Radierung/Aquatinta.

Günter Christiansen neben seiner eigenen Skulptur „Gleich-Gewicht“ mit Ina Handelmann in der Ausstellung „Wendepunkte“ mit Malerei und Arbeiten auf Papier von Armin Mueller-Stahl. Quelle: Elke Erdmann

Kein Porträtierter schaut den Betrachter an. Aus dem Zyklus „Shakespeares Frauen“ werden im elffarbigen Siebdruck „Antonius und Cleopatra“ lebendig. Armin Mueller-Stahl probiert sich aus, farbenprächtig wie im Siebdruck „Bühne frei“ mit Dame im blumigen roten Kleid. Leicht und locker kommen „Don Quijote“ und Sancho Panza auf Pferd und Esel daher. Der farbige Siebdruck Bob Dylan ist umringt von Musikern.

Keine Zeichnung ist vollendet ausgeführt, doch wenige Striche verdeutlichen das Motiv, hervorragend der Pianist, der Kontrabassist, der Saxofonist. Im neu geschaffenen Raum warten prominente Originale auf den Besucher. Armin Mueller-Stahl selbst mit Geige, die er virtuos beherrscht, Silvio Berlusconi, direkt darüber Papst Johannes Paul II, Leonardo da Vinci, Tom Waits, Nelson Mandela, Marlene Dietrich mit Zylinder und Zigarette. Die Porträts sind alle gelungen. Vielleicht, weil er selbst als Schauspieler in etliche Rollen schlüpfte.

Armin Mueller-Stahl „Selbst mit Geige“, Farblithografie. Quelle: Elke Erdmann

Ein Gedicht von Armin Mueller-Stahl teilt den Katalog, der in schöner Buchform entstand. „Ick bin schon gaukler über fuffzij jahr/ Bin tragöde bin der narr/ bin der bettler bin der kennij/ Und ick weene ma een wenij/ Wenn de leute jlücklich sind“. Ist der Betrachter dort angekommen, muss er das Buch drehen für den zweiten Teil der Ausstellung, die am 21. Juli beginnt. Ein origineller Kunstgriff.

Würdevolle Biografie

Wendepunkte gab es viele im Leben Armin Mueller-Stahls, der am 17. Dezember 1930 in Tilsit in Ostpreußen geboren wurde. Er begann 1949 mit einem Musikstudium am Stern’schen Konservatorium in Berlin, nahm ab 1951 Schauspielunterricht, malte schon bald das Bild „Skatrunde“ in Öl auf Pappe, debütierte 1956 im Spielfilm „Heimliche Ehen“, entschied sich 1976 gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann, verließ 1979 selbst die DDR.

Stimmungsvolle Eröffnung mit dem Rostocker Musiker Jörg Seefeldt für die Ausstellung von Armin Mueller-Stahl. Quelle: Elke Erdmann

Seine Biografie ist würdevoll und ruhmreich. Das große Ölgemälde aus dem Film „An uns glaubt Gott nicht mehr“ hängt solitär. Es zeigt ein Schiff, das im Nebel verschwindet. Ein Bild, das Bürgermeister Andreas Kuhn „eindrucksvoll“ findet. Er freut sich darüber, „dass Zingst es geschafft hat, Armin Mueller-Stahl herzubringen.“ Das ist Susanne Stiehler zu verdanken, die 2017 in fast unsanierten Räumen des ehemaligen KdF-Bades in Prora auf Rügen die größte Armin-Mueller-Stahl Ausstellung Deutschlands erlebte. Auch dort hatte Günter Christiansen als Kurator die Räume „erobert“.

Die Mueller-Stahl-Ausstellung, Teil I, ist bis zum 20. Juli täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr.

Mehr lesen: Schau mit Grafiken von Armin Mueller-Stahl in Kunsthalle Ahlbeck

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Elke Erdmann

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