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Ribnitz-Damgarten Aus den Alpen an die Küste: Wie österreichische Journalisten Zingst sehen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Aus den Alpen an die Küste: Wie österreichische Journalisten Zingst sehen
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14:13 13.09.2019
Simone Marks (2.v.l.), Pressesprecherin der Zingster Kur- und Tourismus GmbH Zingst, lud die österreichischen Journalisten zu einem Zeesboot-Ausflug ein. Quelle: Robert Niemeyer
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Zingst

Flyer, Internetseite, bunte Prospekte: Es gibt viele Möglichkeiten, mit denen die Region Fischland-Darß-Zingst für sich um Urlauber wirbt. Der beste Weg ist jedoch immer noch, wenn jemand weitersagt, wie schön die Halbinsel ist. In der vergangenen Woche besuchten neun Menschen das Seeheilbad Zingst, die mit einem Streich gleich hunderte, wenn nicht gar tausende Menschen erreichen. In Kooperation mit dem Tourismusverband Rostock waren neun Journalisten aus Österreich der Einladung zu einer Pressereise in das Seeheilbad gefolgt. Drei Tage verbrachten die Gäste aus dem Alpenstaat im Seeheilbad und waren begeistert.

Erstmals hatte die Zingster Kur- und Tourismus GmbH in Zusammenarbeit mit dem Rostocker Tourismusverband ein Programm für Medienschaffende auf die Beine gestellt. Dass Journalisten auf den Zingst eingeladen werden, ist jedoch keine Seltenheit. „Wir organisieren jährlich ein bis zwei größere Pressereisen für Gruppen“, sagt Simone Marks, Pressesprecherin der Kur- und Tourismus GmbH. Oft werden solche Angebote auch einzelnen Journalisten gemacht. In der Regel kommen die Gäste aus dem deutschsprachigen Raum, also aus der Bundesrepublik, der Schweiz oder eben aus Österreich, oder auch aus Skandinavien. Ausnahme ist das Fotofestival Horizonte, dass deutlich internationaleres Medieninteresse weckt.

Kein Fischbrötchen in Dänemark

Bevor die österreichischen Journalisten nach Zingst reisten, besuchten sie für drei Tage Dänemark. Dort, so Simone Marks, hätten sie sich vor allem auf ein Fischbrötchen gefreut, in Österreich eher schwieriger zu bekommen. Das gilt laut Simone Marks offenbar auch für das Nachbarland im nördlich von Deutschland. Erst in Zingst durften die Österreicher ein mit Seelachs oder Hering belegtes Brötchen probieren. Nach Wildkräuterführung und Museumsbesuch genossen die Gäste im Zingster Hafen den Sonnenschein und die kleine Zwischenmahlzeit, bevor es mit dem Zeesboot auf eine Boddenrundfahrt ging.

„Ich war noch nie hier. Zingst ist wunderschön“, sagt Edith Köchl, die unter anderem im Zingster Museum drei Stunden lang mit dem Künstler Kurt Klarmann gesprochen und viel über die Geschichte des Seeheilbades erfahren hatte. „Wir haben uns königlich unterhalten.“ Köchl schreibt unter anderem für Online-Fachmagazine.

„Ich war schon auf Rügen und auf Usedom, aber diese Ecke kenne ich noch nicht“, sagte auch Edith Reif, die für ein Hotel-Magazin schreibt. Sie interessiert sich vor allem für Fotografie, in Zingst sei sie da genau richtig. „Im Ort herrscht eine sehr schöne Stimmung. So in etwa habe ich mir das vorgestellt.“

Die österreichischen Gäste lobten vor allem, wie positiv sich die Region gewandelt habe. „Es ist bewundernswert, was hier nach der Wende aufgebaut wurde“, sagte Waltraut Edelmayer vom Wien-Magazin. „Es ist sehr schön geworden. Und Zingst hat trotzdem seinen ganz eigenen Charme behalten“, ergänzte Sonja Lesjak, Reisejournalistin.

Nebensaison stärker vermarkten

Ziel dieser Angebote sei es, die Region über die Journalisten als Multiplikatoren einem breiten Publikum bekannt zu machen. „Die Journalisten kommunizieren, was wir ihnen zeigen, und begeistern ihre Leser damit“, so Simone Marks. Derzeit versucht die Kur- und Tourismus GmbH, vor allem die Nebensaison stärker zu vermarkten. Hier müsse vor allem ein älteres Publikum angesprochen werden, das abseits vom Sommertrubel die Ruhe in der ferienfreien Zeit genießen wolle, und das auch auf einem etwas gehobenerem Niveau.

Alle neun Journalisten aus Österreich seien zwar von ihren Redaktionen beauftragt worden, etwas über die Reise nach Zingst zu veröffentlichen. Bedingung sei dies jedoch nicht, um an der Reise teilzunehmen. Auch durchaus kritische Berichterstattung sei möglich. „Sie sind völlig frei in ihrer Berichterstattung“, so Simone Marks.

Etwa zwei Prozent der Urlauber, die Zingst jährlich besuchen, kommen aus dem Ausland.

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