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Ribnitz-Damgarten Ausgewählte Spezialitäten: Feine Küche im Wustrower „Schimmel’s“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Ausgewählte Spezialitäten: Feine Küche im Wustrower Schimmel’s

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16:16 28.02.2020
Familie Schimmelpfennig vor ihrem Restaurant in Wustrow. Quelle: Frank Söllner
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Wustrow

Das Auge isst mit, wie man so schön sagt. Das scheinen sich auch die Inhaber des „Schimmel’s“ in Wustrow auf dem Fischland groß auf die Fahne geschrieben zu haben. Denn bei diesem Restaurant-Besuch versetzt mich schon allein der Anblick der Gerichte in Verzückung: liebevoll und bis ins Detail durchdacht angerichtet.

Meine Begleitung und mich erwartet an diesem Abend Landhausküche. Doch wer hierbei an etwas Rustikales denkt, liegt falsch. Wie fein und gehoben man ländlich kochen kann, sollen wir noch erfahren.

Weinliebhaber kommen auf ihre Kosten

Die erste positive Überraschung erleben wir bereits beim Betreten des kleinen, alten, aber modern-schick hergerichteten Hauses: Sofort werden wir von einer Servicekraft in Empfang genommen, die uns unsere Jacken abnimmt und zum Platz führt. Kurz darauf bekommen wir die Speise- sowie eine separate Weinkarte.

Die Auswahl an Weinen erstaunt mich: Neben zwölf offenen Weinen gibt es zahlreiche weitere. Insgesamt um die 100, wie ich später von Inhaber und Küchenchef Ralph Schulze-Schimmelpfennig (43) erfahre. Weine seien ein Hobby von ihm und seiner Frau Maren Schimmelpfennig (43). „Alle kommen aus Europa, der größte Teil sogar aus Deutschland“, erzählt Schulze-Schimmelpfennig.

Gruß aus der Küche als besonderes Schmankerl

Die Speisekarte ist übersichtlich: Neben sogenannten Klassikern, wie Blutwurst mit Linsen und gebackenem Räucheraal, können wir aus zwei Menüs auswählen. Bis zu fünf Gänge sind möglich, was 60 Euro kosten würde. Man kann sich aber auch für ein Vier-Gang-Menü (49 bis 54 Euro) oder ein Drei-Gang-Menü (37 bis 42 Euro) entscheiden. Wer kein ganzes Menü essen möchte, kann aber auch einzelne Gerichte auswählen. Wir entscheiden uns letztendlich für drei Gänge mit Suppe als Vorspeise für jeweils 37 Euro.

Restaurant vorschlagen und 100-Euro-Gutschein gewinnen

Ein guter Restaurantbesuch bleibt lange in Erinnerung. Doch die Auswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist riesig – welches Lokal lohnt sich also wirklich? Wer kocht und wer macht nur warm? Was bietet die Speisekarte? Wie gut sind Service und Ambiente?

Die OZ findet das für Sie heraus und startet den großen Restauranttest. Dabei gilt grundsätzlich: Wir gehen inkognito essen und bezahlen unsere Rechnung selbst. Erst nach dem Test sprechen wir mit den Betreibern. Los ging es mit dem „Blauen Esel“ in Rostock, den wir am 7. Februar besucht haben.

Jetzt sind Sie, liebe Leser, gefragt. Haben Sie ein Lieblingsrestaurant, dass wir unbedingt testen sollten? Kennen Sie ein Lokal, in dem Sie noch nie waren, aber gerne einmal wissen würden, wie es ist? Dann schreiben Sie uns Ihren Vorschlag. Entweder online mitmachen oder Vorschlag per Post an Ostsee-Zeitung, Richard Wagner Straße 1a 18055, Rostock Stichwort „Restauranttest“ senden. Wer mitmacht, hat die Möglichkeit, einen Gutschein in Höhe von 100 Euro für ein Restaurant seiner Wahl zu gewinnen. Das Gewinnspiel läuft bis zum 21. Februar.

Alle Teile der Serie finden Sie künftig bei OZ+ unter www.ostsee-zeitung.de/restauranttest

Dann die nächste Überraschung: Die Kellnerin serviert uns vorab ein kleines Schaumsüppchen von der Kerbelknolle mit rustikalem Brot und Quarkdip als Gruß aus der Küche. Köstlich! Aber ob das Brot selbst gebacken ist? Nein, erfahre ich vom Küchenchef. Aber es kommt von einem alteingesessenen Bäcker aus Ribnitz, mit dem das Restaurant schon seit Bestehen – also 14 Jahre lang – zusammenarbeitet.

Kleine Karte garantiert Frische

Zügig wird anschließend die Suppe serviert. Ich habe mich für eine aufgeschäumte Steckrübensuppe mit Speckbackpflaumen entschieden, meine Begleitung für einen Sud von der Roten Bete mit porchiertem Saibling und Kaviar. Saisonale Zutaten, wie uns auffällt. Schulze-Schimmelpfennig bestätigt: „Wir legen sehr viel Wert auf saisonale und regionale Ware, soweit es geht. Oberste Priorität hat auf jeden Fall die Frische.“ Das erklärt auch die kleine, aber feine Karte. Denn nur so könne er garantieren, dass immer alles frisch zubereitet wird.

Reh von der Rostocker Heide

Die Frische der Zutaten schmeckt man bei jedem Bissen, wie ich finde. Auch beim Hauptgang, meinem absoluten Highlight des Abends: Zweierlei vom Reh – zart-rosa Rehfiletstreifen sowie ein Stück Rehbraten – mit Maronenpüree, Rosenkohl, Romanesco und Buchenpilzen. Das Fleisch zergeht auf der Zunge. „Das kommt zum einen dadurch, dass die Rehe ohne Stress geschossen werden, also nicht auf der Treibjagd“, erklärt der Küchenchef später auf Nachfrage.

Woher er das weiß? Er bezieht das Wild von einem bekannten Jäger, der in der Rostocker Heide schießt. Im Übrigen kommt auch der angebotene Zander aus der Region – nämlich von einem Wustrower Fischer. Auch meine Begleitung ist mit seinem Perlhuhn samt Champagnerkraut, Speck und Weintrauben sehr zufrieden. Das Zusammenspiel aus Säure und Süße fasziniert ihn.

Bildergalerie: So köstlich war es im „Schimmel’s“

Regionale, feine Landhausküche bekommt man bei den Schimmelpfennigs in Wustrow serviert. Ein Genuss für alle Sinne.

Wir bedauern es, als wir den Hauptgang aufgegessen haben. Er hätte etwas größer ausfallen können. Doch nach dem Dessert – einem fluffigen Mascarponegratin mit Feigen und selbst gemachtem Cassis-Sorbet dazu – sind wir doch gesättigt und sehr zufrieden. Auch hier trafen die zwei Komponenten süß und säuerlich aufeinander, die sich sehr gut ergänzten.

Kinder können individuell bestellen

Circa alle 14 Tage wechseln die Menüs, wie Schulze-Schimmelpfennig berichtet. So ist immer für Abwechslung gesorgt. Mir fällt nur auf, dass es auf der Karte keine Gerichte speziell für Kinder gibt. „Wir gehen individuell auf unsere kleinen Gäste ein“, beschwichtigt der Küchenchef. Nudeln mit Tomatensoße könne er praktisch immer zaubern. Ansonsten biete er auch gern ein Püree mit Schnitzel oder paniertem Fischfilet an. „Je nachdem was die Kinder wünschen“, meint er lächelnd.

Wie im Wohnzimmer

Insgesamt haben meine Begleitung und ich uns bei unserem Restaurant-Besuch sehr wohl gefühlt. Der kleine Gastraum, der Platz für rund 30 Personen bietet, ist elegant, modern und doch gemütlich. Ein bisschen Wohnzimmer-Flair, wie wir uns einig sind. Dazu trägt auch die Leseecke mit zwei Sesseln bei.

Der Service war durchgehend einwandfrei. Besonders muss ich bemerken, dass die Kellnerin jedes Mal unsere Gläser mit Wasser nachfüllte, wenn sie an den Tisch kam. Wenn man das Haar in der Suppe suchen möchte, könnte man höchstens bemängeln, dass das unbenutzte Weinglas meiner Begleitung erst nach dem Hauptgang abgeräumt wurde. Eigentlich sollte das der Fall sein, sobald klar ist, dass die Person keinen Wein trinkt. Aber das fällt mir vermutlich auch nur auf, da ich selbst Gastronomie-Erfahrung habe.

Am Ende lag unsere Rechnung bei 97,50 Euro. Für zwei Personen eine beachtliche Summe. Doch das Gesamtpaket stimmt im „Schimmel’s“. Regionale und frische Zutaten haben ihren Preis und nicht nur der Gaumen, sondern auch der Gast an sich wird in der Tat verwöhnt.

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Von Maria Baumgärtel

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