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Ribnitz-Damgarten Ausstellung würdigt 15-jährige Kooperation
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ausstellung würdigt 15-jährige Kooperation
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14:54 19.02.2018
Irina Maier an der Video-Objektinstallation „Kokoschnik“ von Maria Sukhomlina. Quelle: Foto: Elke Erdmann
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Ahrenshoop

Das Neue Kunsthaus im Ortsteil Althagen feiert mit der Ausstellung „Bilder vom anderen“ die bereits 15 Jahre währende Kooperation des Zentrums für Zeitgenössische Kunst in Kaliningrad mit dem Künstlerhaus Lukas und dem Neuen Kunsthaus. Die Schau weckt bei Besuchern eigene Erlebnisse an Reisen auf die russische Seite der Kurischen Nehrung nach Rossitten und Kaliningrad/ Königsberg sowie zu den Badeorten Rauschen und Kranz im Mai 2012.

Der Schriftsteller Dr. Phil. Klaus Ferentschik, einer der Stipendiaten, besuchte 2011 die Stadt Kaliningrad für Recherchen zur Biografie von Friedrich Schröder-Sonnenstern, der „1892 im ostpreußischen Kaukehmen (heute Jasnoe) geboren wurde und bis 1919 in der weiteren Umgebung Königsbergs lebte.“ In dem begleitenden Katalog mit Texten in deutscher sowie russischer Sprache gibt er ein anschauliches Bild vom 16-stöckigen Kaliningrader Haus der Räte, das nie bewohnt wurde und sich markant selbst präsentiert, wo sich einst das Königsberger Schloss befand. Er beschreibt auch die Kleinstadt Kaukehmen, in der einst 4000 Menschen lebten und die heute nur noch um 400 Einwohner zählt.

Die Künstler erzählen vom Leben im jeweils anderen Land, zeigen Fragmente des Gesehenen. „Der Aufenthalt in Kaliningrad hat mein Leben verändert“, schreibt die Französin Claire Laude. Sie fotografierte marode historische Fenster im leeren Raum.

In ihrer Video- und Objektinstallation mit fließenden Bildern berührt Maria Sukhomlina das Thema „Kokoschnik“, das in der russischen Kultur ein Synonym für Weibliches ist. Damit versucht sie ihre nationale Identität in ihrem heutigen Umfeld zu finden, „in dem äußere und innere Zeichen der Volkskultur verloren gegangen sind. Zu einem solchen Verlust zählt ‚Kokoschnik‘.“

Aus seiner Serie „Eine Jugend in K.“ zeigt der gebürtige Ost-Berliner Ingar Krauss Porträts von Kindern und Jugendlichen, die sie in deren privatem Umfeld, doch vor allem in verschiedenen staatlichen und kirchlichen Institutionen, in Kinderheimen, Schulen, Strafkolonien, Sportvereinen und Ferienlagern aufgenommen hat. Er sucht in den Porträts „nach einem Ausdruck für die biographische und gesellschaftliche Prägung der Kinder und das Geheimnis ihrer Existenz “

In den Installationen zum ComputerspielPokémon go“ von Iurii Selskii, geboren 1986 in Kaliningrad, nehmen am Meer vor Ahrenshoop bewegliche Figuren menschliches Verhalten an. Hier treffen natürliche und digitale Welten zusammen.

Irina Maier (28), zurzeit Praktikantin im Neuen Kunsthaus und Künstlerhaus Lukas, wurde in Kasachstan geboren, wuchs seit ihrem achten Lebensjahr in Deutschland auf. Sie studiert an der Hochschule Koblenz im vorletzten Semester des Masters Freie Kunst. Sie sagt: „Ich finde die Blickpunkte der deutschen und russischen Seite interessant. Auf emotionaler Ebene lassen sich Parallelen sehen, aber auch Unterschiede.“

Dass junge Künstler die jeweils anderen Orte auf demselben Breitengrad 54 in den Residenzen über einen Monat erleben können, ist vor allem dem Engagement der beiden Kuratorinnen Zinaida Scherschun aus Kaliningrad und Gerlinde Creutzburg aus Ahrenshoop zu verdanken.

Ausstellung: bis zum 12. März 2018; geöffnet mittwochs bis montags von 10 bis 16 Uhr.

Elke Erdmann

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