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Ribnitz-Damgarten Barockes Gemälde ist gerettet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barockes Gemälde ist gerettet
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15:54 02.04.2019
Annett Müller von der Stiftung Sparkasse Vorpommern, Pastor Kai Steffen Völker und Restaurator Marcus Mannewitz schauen sich das Gemälde des Jüngsten Gerichts noch einmal an, bevor es in die Werkstatt nach Rostock kommt. Quelle: Anika Wenning
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Kenz

„Es ist ein kleines Wunder“, sagt Pastor Kai Steffen Völker und strahlt übers ganze Gesicht. Das sehr stark beschädigte Gemälde des Jüngsten Gerichts aus der Kenzer Kirche kann nun doch noch restauriert werden. „Das war in unserer Prioritätenliste nicht weit oben, weil die Bauerhaltung nun mal vorgeht, aber umso schöner ist es, dass es jetzt dennoch klappt und wir das Bild retten können“, berichtet der Pastor. „Das Bild ist einzigartig. Ein vergleichbares Ölgemälde mit diesem Motiv findet man in ganz Vorpommern nicht“, ist sich der Pastor sicher. Vor allem die Größe, das Bild misst 3,50 mal 2,50, sei etwas besonderes.

Möglich sei die Restaurierung durch Fördermittel der Stiftung der Sparkasse Vorpommern und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die ein Großteil der anstehenden Kosten tragen. „Wir fördern kulturelle Projekte und setzen uns für die Erhaltung ein. Da passt dieses Gemälde perfekt in unser Konzept“, berichtet Annett Müller von der Stiftung Sparkasse Vorpommern. Beide Sparkassen-Stiftungen haben bereits mehrere Projekte der evangelischen Kirchengemeinde Bodstedt-Flemendorf-Kenz gefördert, unter anderem die Sanierung der mittelalterlichen Fenster in Kenz.

„Es wird höchste Zeit“

Für den Restaurator Marcus Mannewitz ist der Auftrag nicht nur aufgrund der Größe des Bildes eine Herausforderung. „Es ist schon sehr stark beschädigt und hat gelitten“, berichtet der Rostocker. „Unten fehlt ein ganzes Stück der Leinwand und auch der Rahmen ist beschädigt.“ Der Restaurator hofft, dass Pastor Kai Steffen Völker noch ein Foto des Gemäldes findet, auf dem der untere Teil der Leinwand erhalten ist. Ansonsten könne er sich nur daran orientieren, was erhalten ist. Hinzufügen dürfe er nichts. Zudem sei das barocke Gemälde, das vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammt, verschmutzt und stellenweise sogar durchlöchert. „Teilweise ist die Malschicht samt Grundierung weg“, sagt Marcus Mannewitz. „Es wird höchste Zeit, das etwas gemacht wird.“

Das barocke Leinwandgemälde wird jetzt erst einmal in die Werkstatt des Restaurators nach Rostock gebracht und zunächst doubliert. Dabei werde die Leinwand mit einem anderen Material unterlegt und dieses werde von hinten mit dem Original verklebt. „Das Ganze wird auf einem Heiztisch gemacht. Bei der Größe des Bildes ist das schon schwierig“, sagt der Restaurator. Die Kosten für die Restaurierung liegen bei 40 000 Euro.

Neuer Platz für altes Gemälde

Wenn das Gemälde fertig ist, soll es im Altarraum einen neuen Platz finden. „Als wir vor sieben, acht Jahren den Fußboden erneuert haben, haben wir das Bild hinter den Altar gestellt. Es war eine Notlösung, damit es nicht noch mehr Schaden nimmt“, berichtet Kai Steffen Völker, der nicht weiß, wo das Bild früher hing. „Die Schäden deuten aber darauf hin, dass es sehr lange auf dem Boden gestanden hat. Der Boden war vor der Sanierung sehr feucht und die Feuchtigkeit ist in das Bild eingezogen. Deshalb ist es vor allem unten beschädigt.“

Das barocke Leinwandgemälde zeigt das Jüngste Gericht. Als Vorlage habe ein Kupferstich von Jan Sadeler, der zwischen 1588 und 1595 entstand, gedient. Allerdings gebe es einige Details, die bewusst abgewandelt worden seien. Oben im Himmel thront Jesus umgeben von Engeln. Das Bild ist ganz klar in zwei Hälften geteilt, rechts die Höllenzone und links die auffahrenden Seligen. Weitere barocke Gemälde des Jüngsten Gerichts gibt es auch in den Dorfkirchen in Nehringen und Mellenthin. „Die Bilder haben immer eine Aussage und sollten den Menschen damals etwas sagen“, erklärt der Pastor. „Die Aussage bei diesem Bild lautet: Wo wollt ihr hin? In den Himmel oder in die Hölle.“

Anika Wenning

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