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Ribnitz-Damgarten Zukunft der Jugendherberge gesichert
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Zukunft der Jugendherberge gesichert
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13:53 29.05.2019
Zum Ende der Saison 2019 schließt die Jugendherberge in Barth. Ab 2020 wird sie zum Erlebnisreiterhof. Quelle: Anika Wenning
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Barth/Glöwitz

Die Jugendherberge in Barth bleibt erhalten, wenn auch mit einem anderen Konzept als bislang. Die ehemalige Stadtvertretung hat auf ihrer letzten Sitzung kurz vor der Wahl beschlossen, dass die Bernsteinreiter in Hirschburg das Erbbaurecht für das Gelände erhalten sollen. „Aus Sicht der Stadt ist die Jugendherberge damit gesichert“, sagt Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig.

Erbbauzins festgelegt

Das bedeutet, dass das Jugendherbergswerk, bisheriger Erbpächter, das Erbbaurecht für das Grundstück an die Bernsteinreiter verkaufen kann. Festgelegt worden ist dabei auch ein neuer Erbbauzins in Höhe von sechs Prozent, da es sich hier nun um gewerbliches Erbbaurecht handelt. Konkrete Zahlen wollen die Beteiligten zwar nicht nennen, allerdings soll der absolute Betrag nur unwesentlich höher sein als bislang, obwohl das Jugendherbergswerk als Einrichtung der Jugendhilfe nur ein Prozent Erbbauzins gezahlt hat. Denn: Für die Ermittlung des neuen Erbbauzinses wurde ein Wertgutachten als Grundlage erstellt. Als das Jugendherbergswerk das Gelände übernahm, gab es ein solches Gutachten nicht. Heißt: Im Grunde hatte das Jugendherbergswerk mehr gezahlt, als es wohl hätte müssen.

Erbbaurecht bedeutet hier, dass das Grundstück zwar nach wie vor der Stadt Barth gehört, der Erbbaurechtsnehmer, also die Bernsteinreiter, dort gegen Zahlung eines Erbbauzinses Gebäude errichten bzw. besitzen können. 2001 hatte die Stadt mit dem Jugendherbergswerk einen Erbbaurechtsvertrag über 99 Jahre abgeschlossen.

Der Betrieb geht zum Stichtag 1. Januar 2020 an die Bernsteinreiter über. Außerdem werden zwei Gebäude – das Hauptgebäude und das Gebäude auf dem Hügel – an die Bernsteinreiter verkauft.

"Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Ziel ist es nun, alle Arbeitsplätze zu erhalten", sagt Tino Leipold, Vorsitzender der Bernsteinreiter Hirschburg. Quelle: Privat

„Ich habe ein sehr gutes Gefühl“, sagte Tino Leipold, Vorsitzender der Bernsteinreiter, auf Nachfrage, der vor allem den fairen Umgang mit der Stadt und dem Deutschen Jugendherbergswerk betonte. Die entsprechenden Verträge mit dem Jugendherbergswerk seien unterzeichnet. Die Bernsteinreiter übernehmen damit unter anderem das Inventar. Aber auch die Mitarbeiter und die Pferde gehen im Rahmen des Betriebsübergangs auf die Hirschburger über. „Ziel ist, alle Arbeitsplätze zu erhalten“, so Leipold. Unter anderem drei Vollzeitkräfte sind dort beschäftigt, hinzukommen Saisonarbeitskräfte. In den nächsten Wochen sollen Gespräche mit den Mitarbeitern geführt werden.

Konzept konkretisieren

Die Investitionssumme, die die Bernsteinreiter in das Gelände stecken, bewege sich im mittleren sechsstelligen Bereich. Die genauen Kosten seien abhängig, wie das Konzept letztlich umgesetzt wird. Ein Aspekt ist beispielsweise, ob die Bettenhäuser und die Bungalows tatsächlich auf Selbstversorgung umgestellt werden, also unter anderem eine eigene Küche bekommen, oder ob eine zentrale Versorgung wie bisher beibehalten wird.

Die Bernsteinreiter planen, aus der Jugendherberge mit Reiterhof unter dem Titel „Bernsteinreiter-Ponyland-Barth“einen Erlebnisreiterhof mit Übernachtungsmöglichkeiten zu machen. Zum Angebot gehören dann auch Kremserfahrten und Reitausflüge, die auch Einheimische buchen können, die nicht auf dem Hof übernachten. Kooperationen mit Barther Vereinen seien ebenso möglich. Auf dem Gelände soll ein Reitwegenetz erschlossen werden. Reit- und Springunterricht soll ebenso angeboten werden. Auch einen Streichelzoo soll es geben.

Im Oktober 2019 hatte der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks erklärt, dass er sich Ende der Saison 2019 von der Herberge samt Reiterhof am Barther Bodden trennen wird. Begründet wurde die Schließung unter anderem mit rückläufigen Übernachtungszahlen. Laut Jugendherbergswerk waren die Übernachtungen in den vergangenen fünf Jahren gesunken.

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Robert Niemeyer

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