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Ribnitz-Damgarten Barth führt Tourismusabgabe ein
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barth führt Tourismusabgabe ein
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00:00 18.09.2015
Touristen genießen am Barther Stadthafen den Blick auf das Wasser und die festgemachten Boote. Quelle: Fotos: Detlef Lübcke
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Barth Seit Jahresanfang ist Barth als Erholungsort anerkannt. Wie will die Stadt mit dem Titel den Tourismus ankurbeln? Ab wann eine Abgabe erheben? Die OZ sprach mit Bürgermeister Stefan Kerth (SPD):

OSTSEE-ZEITUNG: Sie wollten nicht nur das Schild „Staatlich anerkannter Erholungsort“ am Ortseingang haben, sondern auch eine Professionalisierung des Tourismus erreichen. Wie weit sind Sie auf diesem Weg?

Stefan Kerth: Wir wollen mehr Touristen nach Barth bekommen. Das passiert üblicherweise so, dass man über zweckgebundene Abgaben mehr Leute reinholt. Wir sind gerade mit Hochdruck dabei, diese Abgabenerhebung vorzubereiten.

OZ: Von wem wird die Stadt diese Abgabe erheben?

Kerth: In Erholungsorten sind zwei Abgaben üblich. Zum einen vom Gast die klassische Kurtaxe. Der Begriff passt aber nicht zu uns, weil wir kein Kurort sind. Wir nennen es Erholungsortabgabe. Die zweite Abgabe werden wir von Gewerbetreibenden erheben. Dabei handelt es sich um die Fremdenverkehrsabgabe.

OZ: Wie weit sind die Vorbereitungen?

Kerth: Wenn man eine Abgabe erhebt, muss es dafür eine Kalkulation geben. Unsere Verwaltung hat sich dazu weiterbilden lassen. Das Aufstellen der Kalkulation ist sehr viel detaillierter, als wir uns das vorgestellt hatten. Alle Ausgaben von touristischen Einrichtungen müssen erfasst werden, auch Minimalbeträge, centgenau. Das geht so weit, das wir aufzeigen müssen, wie oft die Toilettenhäuschen von Barthern und Auswärtigen angenommen werden. Wir machen zurzeit eine Bestandsaufnahme über alles, was in Barth touristischen Charakter hat. Das sind zum Beispiel das Vineta-Museum, Theater, die Bibliothek und Barth-Information. Auch die Grünflächen und der Stadthafen gehören dazu. Das ist sehr aufwändig. Ich hoffe, dass diese Bestandsaufnahme eine relativ gute Grundlage für die nächsten Jahre sein wird.

OZ: Ab wann will die Stadt diese Tourismusabgabe erheben?

Kerth: Der Plan, dass wir damit 2016 starten, ist nach wie vor aktuell. Die Verwaltung wird in den nächsten Wochen mit den Arbeitsergebnissen in die Fachausschüsse gehen. Das wird sicherlich noch schwierige Diskussionen geben. Wir reden letztlich über Abgabenerhebungen. Und die sind immer unpopulär.

OZ: Wie hoch werden sie ausfallen?

Kerth: Die Höhe wird sich nach dem Ergebnis der Bestandsaufnahme und nach Zweckmäßigkeitsüberlegungen richten. Wir müssen politisch darüber nachdenken und genau überlegen, welchen Umlegungsgrad wir nehmen.

OZ: Wie viel wendet die Stadt Barth für den Tourismus auf?

Kerth: Wir können durch unsere Bestandsaufnahme zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass wir jährlich etwa 650000 bis 750000 Euro für den Tourismus aufwenden. Das ist jedoch nur ein vorläufiger Wert, da die Bestandsaufnahme noch nicht abgeschlossen ist.

OZ: Was erhoffen Sie sich durch die zusätzlichen Einnahmen?

Kerth: Ich sehe darin Chancen, dass wir für die Touristen besser werden. Auch nach außen hin. Wir sind beim Marketing noch nicht perfekt. Da können wir aufholen. Ich bin sehr hoffnungsvoll.

OZ: Wie weit ist die Idee gereift, den Tourismus in Barth vielleicht durch eine GmbH zu steuern?

Kerth: Die Gespräche laufen. Ich denke, dass wir schon bald Ideen zu einem Betrieb vorstellen können. Wir werden in den nächsten Wochen mit einem Satzungsentwurf und wie wir den Tourismus betreiben wollen, in die Gremien gehen. Ich hoffe, dass bis zum Jahresende die Weichenstellungen erfolgen können.

Stadt will informieren
Am 22. September lädt die Stadtverwaltung zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein. Hier soll es um die geplante Erholungsort- und Fremdenverkehrsabgabe gehen. Die Veranstaltung im Barther Rathaussaal beginnt um 9.30 Uhr. Eingeladen sind alle betroffenen Gewerbetreibenden, teilte Bürgermeister Stefan Kerth gestern mit. Es wird um Anmeldung im
Sekretariat des Bürgermeisters unter ☎ 038231/37111 gebeten.



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