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Ribnitz-Damgarten Barth und Zingst wollen Zusammenarbeit stärken
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barth und Zingst wollen Zusammenarbeit stärken
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16:43 04.10.2019
Beim Kleinstadt-Dialog wurde über die Chancen einer engeren Zusammenarbeit zwischen Barth und Zingst gesprochen. Quelle: Anika Wenning
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Barth/Zingst

Zum Kleinstadt-Dialog trafen sich am Dienstagnachmittag Verantwortliche aus Zingst, Barth und den umliegenden Gemeinden auf dem Gelände des Ostseeflughafens Stralsund-Barth. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Forums Vorpommersche Kleinstädte statt. Über die Chancen einer engeren Zusammenarbeit sprachen unter anderem die Bürgermeister aus Barth, Zingst, Pruchten und Divitz-Spoldershagen, Mitarbeiter der Verwaltung sowie Ulrich Sehl, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR).

„Es ist an der Zeit, sich Gedanken zu machen, was wir tun können“, sagte Barths Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig. Schon in der Vergangenheit habe es immer wieder Gespräche gegeben, aber ohne konkretes Ergebnis. „Wir müssen dieses Thema vorantreiben“, erklärte Andreas Kuhn, Bürgermeister von Zingst.

Beim Kleinstadt-Dialog wurden die Themen Wohnen, Mobilität ohne Auto und Soziales intensiv besprochen und in Gruppen Ideen entwickelt. Der Slogan stand schnell fest: „In Barth wohnen und in Zingst arbeiten.“ Denn während im Ostseeheilbad Wohnraum für Arbeitskräfte vor allem in der Gastronomie und Hotellerie fehlt, steht dieser in Barth zur Verfügung.

Wohngebiet Vogelsang ideal

Ein interessanter Wohnstandort sei nach Aussagen von Friedrich-Carl Hellwig das Wohngebiet Vogelsang. „Die Anbindung zur Halbinsel ist super. Direkt nebenan sind das gymnasiale Schulzentrum und eine Kita.“ Die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) der Stadt Barth saniert derzeit bereits einen der zehn Blöcke. Schon seit Jahren stehen in den insgesamt zehn Böcken immer wieder Wohnungen leer. „Die Bausubstanz ist schwierig“, sagte der Barther Bürgermeister. Die Wobau habe sich deshalb entschieden, frei werdende Wohnungen nicht wieder neu zu vermieten. Geplant ist seitens der Wobau, weitere Blöcke zu sanieren. Mit Blick auf eine Vermietung an Arbeitskräfte von der Halbinsel, sei es aber auch denkbar, neue Häuser mit Ein- bis Vier-Raum-Appartements zu errichten. „So könnte dort sowohl der alleinstehende Koch als auch der Koch mit seiner Familie eine Wohnung finden“, sagte Karen Hoppenrath vom Barther Bauamt.

Doch bevor diese Pläne konkret werden, müsste erst einmal der Bedarf geklärt werden. Um den zu ermitteln, soll nun ein Fragebogen erstellt werden. „Bisher haben wir keine belastbaren Zahlen, sondern es ist nur ein Bauchgefühl“, sagte Karen Hoppenrath. „Wir wollen bei den Hoteliers, aber auch bei Privatleuten die Bedarfe abfragen, um zu schauen, wer sich vorstellen kann, in Barth zu leben und in Zingst zu arbeiten.“

Jobticket, Rufbusse und Shuttleservice

Gleiches gelte für den öffentlichen Nahverkehr. Da bislang der letzte Bus um 20 Uhr von der Halbinsel nach Barth abfahre, müsse auch hier zunächst ermittelt werden, wie der Bedarf aussehe. Auch über Rufbusse, einen Shuttleservice sowie ein Jobticket müsse nachgedacht werden. Der Geschäftsführer der VVR zeigte sich offen, neue Wege zu gehen.

Eine weitere interessante Idee stellte Friedrich-Carl Hellwig für den „Monser Haken“ vor. Seit vielen Jahren wird die Bebauung des Geländes in Barth diskutiert. Doch die bisherigen Projekte seien immer wieder gescheitert. Nun gebe es dort die Pläne, unter anderem eine Ausbildungsstätte für die Hotel- und Gastrobranche, etwa eine Hotelfachschule, zu errichten. Da sowohl in Barth als auch auf der Halbinsel Fachkräfte fehlen, würden beide Seiten davon profitieren.

Karin Hoppenrath zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des rund dreistündigen Kleinstadt-Dialogs, welches auch ganz im Sinne des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern war, der das Forum Vorpommersche Kleinstädte ins Leben gerufen hat. „Unser Ziel ist es, die kommunale Zusammenarbeit in den Kleinstädten zu fördern“, sagte Dr. Roland Wenk, Leiter der Geschäftsstelle. Die Ergebnisse des Dialogs würden ins nächste Forum einfließen, so dass auch andere beteiligte Kleinstädte von den Ideen profitieren.

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Von Anika Wenning

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