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Ribnitz-Damgarten Ein Garten von biblischem Ausmaß
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ein Garten von biblischem Ausmaß
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00:00 03.09.2015
Johannes Pilgrim führte am Mittwoch durch den Barther Bibelgarten. Quelle: Peter Schlag
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Barth

Johannes Pilgrim hält in der einen Hand Ysop, in der anderen Thymian. „Riechen Sie mal“, lädt er die Besucher des Barther Bibelgartens am Mittwochnachmittag ein. Regelmäßig gibt es im Sommer dort Führungen. Meist übernehmen das die Gartenbauingenieure Anette und Christian Lukesch. Diesmal — Familie Lukesch ist auf einem Kongress — übernimmt der Leiter des Niederdeutschen Bibelzentrums die Führung selbst.

Es wird eine unterhaltsame Stunde, die nicht nur Wissenswertes über Botanik zu bieten hat. Johannes Pilgrim vermittelt den Gästen aus mehreren Bundesländern geschichtliche Hintergründe zu Mecklenburg und Pommern, erzählt über Sankt Georg, der up Platt ja Jürgen heißt — und kriegt gekonnt den Bogen zur Geschichte des Niederdeutschen Bibelzentrums. Eingerichtet ist es in der einstigen Hospitalkirche des Sankt-Jürgen-Hospitals und wurde am Reformationstag 2001 eingeweiht.

Ein Grundgedanke dabei: Wir schaffen für die 1588 in Barth gedruckte Bibelausgabe eine Ausstellung. Was dem Zentrum mittlerweile eine deutschlandweite Bedeutung verleiht — auch dank der vielen Aktivitäten des Hauses und seines Teams.

Um die Bibel als Buch der Bücher drehen sich im Niederdeutschen Bibelzentrum viele Angebote. Eines ist der Bibelgarten. Unterteilt ist er in mehrere Segmente, mit immergrünem Buchsbaum in der Mitte.

Jedes Segment hat einen Schwerpunkt. Zum Beispiel Pflanzen, die an Personen der Bibel und Heilige erinnern. In Bezug auf Johannes sind das gleich mehrere — Johanniskerze, -kraut und -beere, letztere wird von den Besuchern gleich verkostet. Auch an die Heilige Barbara wird erinnert, mit dem Barbarakraut, lateinisch Barbarea vulgaris. Die Blätter bleiben bis zum Tag der Heiligen, der am 4.

Dezember gefeiert wird. Auch Unserer lieben Frau Bettstroh ist in diesem Beet zu finden, ein Thymiangewächs. Drei Meter weiter wächst an der Außenmauer der einstigen Hospitalkirche Wein. Eine Erinnerung daran, dass Wein in der Bibel erwähnt wird. Was auch für biblische Begriffe wie Engel(strompete) gilt oder für (Paradies)apfel.

Wer durch den Bibelgarten auf dem 4000 Quadratmeter großen Gelände schlendert, findet auf den Hinweistafeln der Pflanzen immer wieder auch die Infos zum Bibelbezug. Biblisches Wissen wird auf diese Weise gut vermittelt.

Ein anderes Beet vereint Pflanzen, die nach christlichen Texten und Begriffen benannt sind: Die Pfingstnelke beispielsweise, die Osterglocke. Oder Priesterkragen (Gartenmargerite) und Weihrauchkraut (Haselwurz).

Und schließlich gibt es noch das Beet mit jenen Pflanzen, die auch in den Klostergärten wuchsen. Vieles verwenden wir nach wie vor in unseren Küchen, ob Salbei oder Rosmarin, Meerrettich oder Pfefferminze. Übrigens ist das Team des Bibelzentrums froher Hoffnung, dass der kleine Feigenbaum bald reife Früchte trägt. „Das wäre dann das zweite Mal in den 14 Jahren, dass wir reife Feigen hätten“, erzählt Johannes Pilgrim. Die Stunde Gartenführung vergeht wie im Flug, die Besucher aus Schwaben und dem Erzgebirge nehmen viel Wissen über Pflanzen und Pommern mit. So soll es sein — schließlich ist der Barther Bibelgarten ein sogenannter informativer Bibelgarten. Bei allen Pflanzenarten ist versucht worden, die Herkunft oder Bedeutung des Namens zu ergründen.

2001 eingeweiht

2001 ist das Niederdeutsche Bibelzentrum in Barth eingeweiht worden. Es befindet sich auf einem 4000 Quadratmeter großen Gelände an der Sundischen Straße.
10 000 Besucher schauen sich jährlich im Bibelzentrum um. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die 1588 in der Stadt gedruckte Bibel.


Heute gibt es im Zentrum ab 19 Uhr einen Vortrag „Die Bilder der Barther Bibel“.



Peter Schlag

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