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Ribnitz-Damgarten Barther Bauhof liebäugelt mit Elektro-Auto
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barther Bauhof liebäugelt mit Elektro-Auto
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14:36 18.09.2019
Uwe Scheller, Chef des Technischen Betriebes Barth, macht mit dem Elektro-Fahrzeug eine Probefahrt. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Rund 600 Müllkörbe müssen die Mitarbeiter des Technischen Betriebes Barth leeren. Dabei legen sie 40 bis 50 Kilometer zurück. Wenn es nach dem Chef, Uwe Scheller, geht, soll diese Strecke in Zukunft mit einem elektrischen Fahrzeug zurückgelegt werden. „Die Papierkörbe im Stadtzentrum müssen täglich geleert werden, alle anderen jeden zweiten Tag. Wobei wir in der Saison die Papierkörbe an den Radwegen, unter anderem in Glöwitz, auch täglich leeren müssen.“

Für ihn und seine sieben Mitarbeiter ist das ein Knochenjob, der momentan noch mit einem in die Jahre gekommenen Multicar gemacht werden muss. „Das Fahrzeug ist relativ hoch und eng, wenn man überlegt, dass man dort 600 Mal aus- und wieder einsteigen muss, da weiß man, was man am Ende des Tages getan hat“, erklärte der Leiter des Technischen Betriebes, der schon länger mit einem elektrischen Fahrzeug geliebäugelt und nach einem passenden Modell gesucht hat.

Bisher nur Dieselfahrzeuge in der Flotte

Thomas Ohlemeyer, Geschäftsführer des Technik-Centers Eixen, stellte am Mittwoch in Barth ein Fahrzeug der Firma Melex vor, eine polnische Firma, die ausschließlich Elektrofahrzeuge herstellt. Neben dem Chef des Technischen Betriebes in Barth, waren auch Vertreter aus Ribnitz-Damgarten und Lüdershagen vor Ort, um sich zu informieren. Bei Uwe Scheller, der gleich eine Probefahrt machte, konnte Thomas Ohlemeyer punkten. „Ich achte als Chef natürlich vor allem auf den Komfort für die Mitarbeiter. Der Einstieg ist gut, man muss nicht schalten und das Fahrzeug ist extrem leise“, zählte Uwe Scheller die Vorteile auf. Bisher sind alle acht Fahrzeuge des Technischen Betriebes Dieselfahrzeuge.

Und nicht nur für die Mitarbeiter sei ein leises Fahrzeug angenehmer. „Gerade im Stadtgebiet, wo sowieso immer viel Verkehr ist, ist es eine Entlastung für die Anwohner“, sagte Uwe Scheller. Und natürlich spiele auch der Schutz der Umwelt dabei eine wichtige Rolle. Diesen Aspekt hob auch Stadtvertreter Ernst Branse (CDU), der als Vorsitzender des Bauausschusses bei dem Termin ebenfalls dabei war, hervor. „Wir sollten als Stadt mit gutem Beispiel vorangehen.“ Wenn man bei kommunalen Fahrzeugen auf Elektro-Fahrzeuge setze, sei das ein gutes Signal.

50 bis 60 Kilometer Reichweite

Was den Umweltaspekt anbelangt, gab es bei dem vorgeführten Modell allerdings einen Haken. So wird die Heizung in diesem Auto mit Diesel betrieben. „Es ist aber auch kein Problem eine E-Heizung einzubauen. Das ist sogar günstiger, allerdings schränkt das dann natürlich die Reichweite ein“, gab Thomas Haltsch von der Firma Fördertechnik Lehmann, die Importeur der Fahrzeuge für Deutschland ist, zu bedenken. Mit der Dieselheizung liege die Reichweite bei 50 bis 60 Kilometern. Danach müsse der Akku für rund fünf bis sieben Stunden aufgeladen werden.

Genutzt werden die Elektro-Fahrzeuge bislang vor allem in größeren Hotelanlagen, Zoos oder auch Parkanlagen in ganz Deutschland. Der Technische Betrieb Barth möchte das Elektro-Fahrzeug vor allem als Müllauto nutzen. Mit einer Reichweite von 50 bis 60 Kilometern wäre das ideal und könnte dann nach getaner Arbeit über Nacht aufgeladen werden.

Stadtvertreter müssen Entscheidung treffen

Doch bevor das Fahrzeug Teil der Flotte des Technischen Betriebes in Barth werden kann, müssen erst einmal die zuständigen Ausschüsse der Stadt Barth darüber beraten und dann die Stadtvertreter ihr Okay geben. „Zwei Jahre wird das erfahrungsgemäß noch dauern, wenn es gut läuft vielleicht eineinhalb“, schätzte Uwe Scheller. Ernst Branse versprach, das Thema im kommenden Bauausschuss anzusprechen und darüber zu beraten.

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Von Anika Wenning

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