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Ribnitz-Damgarten Barther Eisenbahn-Tüftler feiern 40-jähriges Jubiläum
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Barther Eisenbahn-Tüftler feiern 40-jähriges Jubiläum

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14:29 09.01.2020
Am 26. Juni 2005 zog der frühere Lokführer Ulrich Krüger noch einmal seine Reichsbahneruniform an und stieg für den Festumzug anlässlich des 750. Barther Stadtjubiläums auf den Führerstand der Lokomotive „Franzburg“. Quelle: Volker Stephan
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Barth

Am 12. Januar 1980 gründeten fünf Eisenbahnfreunde und Modellbauenthusiasten aus Barth unter der Leitung von Günter Bansemer die Arbeitsgemeinschaft AG 5/24 im Deutschen Modelleisenbahnverband der DDR. Erstes Domizil wurde das Verwaltungsgebäude der Lokeinsatzstelle Barth am Kenzer Landweg. „Dort bauten wir trotz der Enge in den Kellerräumen an unseren Anlagen, die wir dann zu den Ausstellungen im Kulturraum im Obergeschoss zeigten“, erinnert sich Armin Winter, der seit 1982 dabei ist.

Das Modell des Fährhafens Sassnitz. Quelle: Volker Stephan

Einziger verbliebener Mitgründer ist das heutige Ehrenmitglied Hans-Werner Struwe (86). Im Bahnhaus entstand beispielsweise unter der Leitung der Brüder Jürgen und Günter Bansemer die Sassnitzer Eisenbahnfähranlage. Dank eines integrierten Wasserbeckens konnte das der Spurweite H0 angepasste Modell (1:87) des Fährschiffes „Sassnitz“ sogar an- und ablegen. Die aufwendig gestaltete Anlage mit vielen technischen Raffinessen war letztmalig im Sommer 1990 bei einer großen Freizeitausstellung in der Diesterweg-Turnhalle öffentlich zu sehen. Heute befindet sie sich im Privatbesitz.

Vom Wasserturm ins Bahnhofsgebäude

Günter Bansemer blieb bis Anfang der 1990er-Jahre Vorsitzender der Modellbauer, bevor ihm Mathias Gottschewsky, Thomas Kaufmann und Andreas Pagels in dieser Funktion folgten. Um den neuen rechtlichen Anforderungen zu entsprechen, formierte sich die Arbeitsgemeinschaft im Januar 1991 zum gemeinnützigen Kleinbahnverein Barth um. Mit Absicht wurde die Silhouette der Schmalspurlokomotive der BR 99.560 als Vereinslogo gewählt, denn so eine Dampflok befand sich auf der Schmalspur-Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Barth und Stralsund-Stadtwald noch bis 1968 im Einsatz.

Anfang der 1990er-Jahre wechselten die Eisenbahn-Tüftler mit ihrem Material in den nur noch durch die Hobbyfunker genutzten Wasserturm, den sie nach dem Verkauf der Immobilie an einen Privatinvestor Mitte der 90er-Jahre jedoch wieder verlassen mussten. Eine neue Unterkunft, wieder näher am realen Eisenbahngeschehen, bot ihnen die Deutsche Bahn. Im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes konnten die Modellbahnfreunde ihre Aktivitäten erst so richtig entfalten und auch größere Projekte wie das Barther Bahnhofsmodell (in der Ansicht von 1965) vollenden.

Lokomotive „Franzburg“ war beim Festumzug dabei

Ein Glanzlicht der Vereinsgeschichte war 2005 die Mitführung der originalen Lokomotive 99.5605 „Franzburg“ im Festumzug anlässlich des 750. Barther Stadtjubiläums. Mit finanzieller Hilfe der Stadt hatten die Kleinbahner die dem Deutschen Eisenbahnverein Bruchhausen-Vilsen gehörende Dampflok ausgeliehen und per Tieflader nach Barth geholt. Weitere Höhepunkte im Vereinsleben sind die beiden jährlichen Modellbahnausstellungen, die sich besonders zur Weihnachtszeit großer Beliebtheit erfreuen.

Zusätzlich zum Eisenbahnmodellbau gehört seit der Neugründung 1990 auch die Erforschung und Dokumentation der regionalen Eisenbahngeschichte zu den erklärten Vereinszielen. Den Schwerpunkt bildet dabei natürlich Barth als ehemaliger Eisenbahnknotenpunkt. Die Barther Kleinbahner treten engagiert für den Erhalt der Bahnstrecke VelgastBarth sowie für deren Fortführung bis nach Zingst und Prerow ein. Mit ihrem betriebsfähigen Darßbahnmodell (digital) inklusive Dokumentation sind sie der tatsächlichen Entwicklung schon um Jahre voraus.

Neues Projekt: Neubau des Barther Bahnhofsmodells

Gegenwärtig sind sie mit dem digitalisierten Neubau des Barther Bahnhofsmodells ausgelastet, das als Reisemodell zerlegbar sein wird und eventuell eines Tages um die Barther Hafenbahn, deren Gebäudemodelle bereits auf dem Dachboden warten, ergänzt werden könnte.

Zurzeit zählt der Kleinbahnverein Barth zwölf erwachsene Mitglieder sowie vier Kinder und Jugendliche. „Wir würden uns freuen, fänden mehr Jugendliche den Weg zu uns. Immer sonntags von 9 bis 12 Uhr sind wir im Obergeschoss des Bahnhofs anzutreffen“, lädt Armin Winter mögliche Interessenten zum Schnuppern ein.

Anlässlich des 40. Vereinsjubiläums wollen die Kleinbahner demnächst zu einem Informationssonntag in ihre Räume einladen. „Aufgrund der Arbeiten am Bahnhofsmodell sind wir gegenwärtig leider nicht in der Lage, Besucher zu empfangen“, bedauert Armin Winter. „Der Termin wird jedoch rechtzeitig bekannt gegeben.“

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