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Ribnitz-Damgarten Barther Feuerwehr rückte 2019 insgesamt 100-mal aus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Barther Feuerwehr rückte im vergangenen Jahr 100-mal aus 

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15:16 14.01.2020
Am 21. März standen die alte Badeanstalt sowie das alte Anglerheim „Monser Haken“ in Barth schon vollkommen in Flammen, als die Feuerwehrmänner eintrafen. Quelle: Freiwillige Feuerwehr Barth
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Barth

100-mal musste die Freiwillige Feuerwehr Barth im vergangenen Jahr ausrücken. „Der größte Brand in Barth war sicherlich der Einsatz an der Badeanstalt“, berichtet Wehrführer Andreas Koch. Am 21. März standen die alte Badeanstalt sowie das alte Anglerheim „Monser Haken“ schon vollkommen in Flammen, als die Feuerwehrmänner eintrafen. Auch wenn beim Brand der leerstehenden Ruine keine unmittelbare Gefahr für Menschen bestand, war es vor allem aufgrund der Lage ein schwieriger Einsatz. „Das Gebäude ist sehr abgelegen und wir mussten uns erst einmal 200 Meter durch Brombeersträucher hindurchkämpfen. Ein Problem war bei diesem Einsatz auch die Wasserversorgung“, berichtet der 37-Jährige.

Rund 160 Feuerwehrleute waren beim Brand im Ostseehotel in Wustrow im Einsatz, darunter auch die Barther. Quelle: Robert Niemeyer

Ansonsten wurden die Barther Brandschützer auch 2019 wieder häufig zur Unterstützung gerufen. „Wenn man, wie wir, Spezialtechnik hat, muss man auch mal häufiger rausfahren“, berichtet Falk Matthies, Amtswehrführer sowie Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Barth. So endete das Einsatzjahr für die Barther am 31. Dezember mit einem Brand in Wolfshagen. In der Küche eines Mehrfamilienhauses war ein Feuer ausgebrochen, das auch auf den Dachstuhl überging. Dabei waren mehrere Atemschutztrupps im Einsatz. Zu einem Großfeuer wurden die Barther am 14. Juni nach Wustrow gerufen. Rund 160 Feuerwehrleute aus elf Wehren waren mehr als zwölf Stunden im Einsatz, um das Feuer im Ostseehotel in Wustrow zu löschen. Das Traditionshotel wurde dabei durch das Feuer komplett zerstört.

In Duvendiek bei Niepars brannte ein Schrottplatz. Quelle: Felix Gadewolz

Eine Herausforderung für alle beteiligten Feuerwehrleute war auch der Schrottplatzbrand am 30. Juni in Duvendiek. Mehrere Autos hatten sich hier selbst entzündet und in kurzer Zeit standen bis zu 400 ausrangierte Pkw in Flammen, immer wieder explodierten Airbags. Bei 34 Grad im Schatten mussten die Einsatzkräfte ackern – und zwar von kurz nach 10 Uhr bis zum Einsatzende um 19.30 Uhr.

Feuerwehrmänner retten Schaf

Den kuriosesten Einsatz erlebten die Barther Feuerwehrleute sicherlich im März. Die Polizei hatte die Feuerwehr beim Einfangen eines entlaufenen Schafes im Neubaugebiet Barth-Süd um Hilfe gebeten. „Wir haben das Schaf gejagt und der schnellste Kamerad hat es dann auch geschafft, das Schaf einzufangen, und das Tier konnte an den Eigentümer übergeben werden“, berichtet Andreas Koch und lacht. „Das war mal ein spezieller Einsatz.“

Und das war nur einer von vielen Einsätzen, bei denen die Brandschützer kein Feuer löschen mussten, denn von den 100 Einsätzen gab es lediglich 27-mal Brandalarm und dazu zählen auch Brandmeldeanlagen, die auslösten. Dem gegenüber stehen allein 18 Türöffnungen. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Dahinter stecke aber auch vor allem ein gesamtgesellschaftliches Problem, erklärt der Wehrführer. „Bei einigen Leuten öffnen wir drei, vier Mal im Jahr die Tür“, berichtet der Wehrführer. „Das Problem ist, dass kein Nachbar einen Schlüssel hat. Das war früher noch ganz anders.“ Im Notfall könne also nicht ein Nachbar nach dem Rechten sehen, sondern die Feuerwehr muss die Tür öffnen. Und das sei nicht selten mitten in der Nacht. „Die meisten Kameraden müssen um 6 oder 7 Uhr raus zur Arbeit“, sagt Andreas Koch. So ein Einsatz in der Nacht sei eine Belastung.

Feuerwehr rückt bei Sturmschäden aus

Gerufen wird die Feuerwehr unter anderem auch bei Sturmschäden und bei Tragehilfen für den Rettungsdienst. Leider bestehe bei Sturmschäden nicht immer eine dringende Notwendigkeit. „Man muss nicht wegen jedes heruntergefallenen Astes bei der Feuerwehr anrufen. Man kann auch mal selbst anpacken. Oft ist es auch Bequemlichkeit. Für einige ist es eine Selbstverständlichkeit. Für sie ist die Feuerwehr ein Dienstleister“, meint Andreas Koch. Erst Neujahr sei das wieder deutlich geworden. Während die Barther Feuerwehrleute am frühen Morgen noch glimmende Feuerwerksbatterien löschten, hätten die Anwohner danebengestanden und zugeschaut.

Insgesamt ist die Zahl der Einsätze 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Denn 2018 rückten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Barth 111-mal aus. Im gesamten Amtsbereich Barth, dazu zählt auch die Stadt Barth, mussten die Feuerwehren 2019 170-mal ausrücken.

Starke Kinder- und Jugendfeuerwehr

Erfreulich sei die Entwicklung der Bambini- und der Jugendfeuerwehr Barth, 36 Kinder und Jugendliche sind hier aktiv. Das sei vor allem der Verdienst der Jugendwarte, Michael Pankow, Lars Lohnke und Oliver Pastow. Und auch insgesamt sei die Mitgliederzahl mit derzeit 41 Kameraden in Barth stabil.

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