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Ribnitz-Damgarten Barther Rentner um 27 000 Euro geprellt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barther Rentner um 27 000 Euro geprellt
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00:18 18.09.2015
Trotz zahlreicher Präventionsmaßnahmen und Warnungen ist der Enkeltrick immer wieder erfolgreich. Quelle: Imago
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Barth. Erneut hatten Verbrecher mit ihrer perfiden Masche Erfolg: In Barth ist ein 87-jähriger Mann um 27 000 Euro betrogen worden. Der Rentner wurde Opfer einer Variante des sogenannten Enkeltricks.

Wie die Polizei in Stralsund mitteilte, hat der Sohn des Betrugsopfers gestern Anzeige bei der Polizei Barth erstattet. Er habe sich in den vergangenen Wochen auf Urlaubsreise befunden, sodass sein Vater allein zu Hause war.

Der Rentner erhielt nach Angaben der Polizei in den Wochen zuvor einen Anruf von einem Mann, von dem er annahm, dass das sein Sohn ist. Der Anrufer habe im Telefongespräch angegeben, eine andere Person gestoßen zu haben, die dann unter ein Fahrzeug geraten sei und sich dabei verletzt haben soll. Er müsse nun für drei Jahre ins Gefängnis. Die sich als Sohn ausgebende Person habe den 87-Jährigen aufgefordert, 10000 Euro als Kaution für die Freilassung und zusätzlich 13000 Euro für einen sogenannten Untersuchungsführer zu zahlen. Der Barther Rentner bestätigte, so viel Bargeld zu besitzen, immer noch in der Annahme, mit seinem richtigen Sohn zu sprechen. Die Frage, ob das Geld überwiesen werden könne, wurde von ihm verneint. Auf das folgende Angebot, das Bargeld direkt abholen zu lassen, sei der 87-Jährige dann eingegangen. Eine namentlich benannte Person würde das Geld abholen, so die Absprache.

Etwa eine Stunde nach dem Telefonat habe jemand an der Tür des Rentners geklingelt und sich als der angekündigte Mann vorgestellt. Er sei durch den 87-jährigen Rentner in dessen Wohnung gelassen worden. Insgesamt wurden 27000 Euro in 50-Euro-Scheinen übergeben. Warum es mehr als die verabredete Summe war, ist nach Polizeiangaben noch unklar.

Der Empfänger des Geldes habe vorgegeben, zu den Ermittlungen zu gehören, die den Sohn des Barthers betreffen. Es würde alles notiert werden. Anschließend habe er die Wohnung verlassen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

In diesem Jahr waren Betrüger mehrfach im Land erfolgreich. In Greifswald verlor ein älteres Ehepaar Ende Juni 17000 Euro, die Betrüger hatten sich als Polizisten ausgegeben. Anfang Juni erschwindelten Täter im Ostseebad Dierhagen 15 000 Euro. Und einige Wochen zuvor ergaunerten Unbekannte 20000 Euro bei einem 86-Jährigen in Rostock. Einen spektakulären Fall gab es im Oktober 2014 in Wismar. Bei einem 83-Jährigen erbeuteten die Betrüger 55000 Euro. Alles keine Einzelfälle: Die Polizei verzeichnete in den Jahren von 2005 bis 2013 insgesamt 101 vollendete „Enkeltrick“-Fälle. Der Gesamtschaden beläuft sich auf über 730000 Euro.

„Mancher ist auch einfach zu gutgläubig“
Die Polizei warnt immer wieder vor den Tricks der Betrüger. Auch die Seniorensicherheitsberater des Landeskriminalamtes versuchen, ältere Menschen aufzuklären. Hans-Dieter Konkol, Polizeioberkommissar i.R., ist im Landkreis Vorpommern-Rügen unterwegs. In den von ihm angebotenen Präventionsveranstaltungen sei der Enkeltrick regelmäßig Thema, erläuterte der 60-Jährige. Warum der Enkeltrick trotzdem immer wieder funktioniere, sei nicht so einfach zu erklären. „Da spielt sicher unter anderem die Tatsache eine Rolle, dass die Geprellten einer Generation angehören, die sehr hilfsbereit ist. Mancher ist aber auch einfach zu gutgläubig.“
Konkol rät: Generell keinem Unbekannten Geld aushändigen. Melden sich „Enkel“ oder andere „Verwandte“ am Telefon, ohne sich mit Namen vorzustellen, dann sollte nach den Namen und Dingen gefragt werden, die kein Unbekannter wissen kann. Mitunter melden sich angebliche Polizisten, dann sollte bei der Polizei nachgefragt werden, ob wirklich echte Beamte im Einsatz sind, so Konkol. Es sollten auch auf keinen Fall Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgegeben werden. Wenn es irgendwelche Zweifel gibt und ein Anruf verdächtig erscheint, dann sollte sofort die Polizei unter 110 angerufen werden, rät der Seniorensicherheitsberater weiter.
Noch ein Hinweis: Am kommenden Mittwoch, 23. September, bietet Konkol in Ribnitz-Damgarten in der Geschäftsstelle der Volkssolidarität in der Grünen Straße 7 wieder eine Präventionsveranstaltung an.
Thema: Trickbetrug. Weitere Informationen können bei den Kriminalpräventionsstellen und unter www.polizei-beratung.de eingeholt werden.



Es Edwin Sternkiker

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