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Ribnitz-Damgarten Neue Maschine für Segel aus schwerem Tuch
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neue Maschine für Segel aus schwerem Tuch
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16:51 29.04.2019
Geselle Noah B. Schöpa und Segelmachermeister Paul Konow arbeiten auf dem Schnürboden an einem Auftrag. Quelle: Volker Stephan
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Barth

Vor zehn Jahren erfüllte sich der damals 20-jährige Segelmacher Paul Konow den Traum von einer eigenen Segelmacherei. Zunächst war die Werkstatt in angemieteten Räumen der Firma Sportboote & Industriemotoren Lingrön untergebracht, wo am 1. Mai 2009 die offizielle Einweihung der Segelmacherei Konow stattfand. Damit war Paul Konow damals, gut ein Jahr nach Abschluss seiner Lehre beim Segelmacher Streuber in der Marina Kröslin, der jüngste selbstständige Segelmacher Mecklenburg-Vorpommerns.

Aufgrund guten Ergebnisse bei den Zwischenprüfungen an der Travemünder Berufsschule hatte er die eigentlich dreijährige Ausbildung bereits nach zweieinhalb Jahren abschließen sowie eine Auszeichnung der Handwerkskammer Rostock entgegen nehmen können. Im Herbst des gleichen Jahres begann der junge Handwerker neben seiner eigentlichen Tätigkeit einen mehrjährigen Meisterlehrgang, dessen Elemente an den Wochenenden in Travemünde und Rostock vermittelt wurden.

Der Kreis seiner Kunden, vor allem Wassersportler mit ihren in Barth stationierten Booten, wuchs rasch an. Aber auch Campingfreunde mit defekten Vorzelten beziehungsweise Kleingärtner und Ferienhausbesitzer mit ihren Wünschen nach Markisen und Sonnensegeln suchten (und fanden) in der Segelmacherei immer häufiger Hilfe. Die von Olaf Lingrön angemieteten Räume wurden bald zu klein; außerdem hatte sich bei Paul Konow der Wunsch nach etwas Eigenem herausgeprägt. Da kann es heute als Glücksfall bezeichnet werden, dass die Stadt nicht weit entfernt auf dem Wirtschaftshafengelände ein freies Grundstück besaß, das sie dem jungen Segelmachermeister gern verkaufte. Im Februar 2014 wurde auf dem Gelände hinter dem einstigen UKA-Gebäude der erste Spatenstich getätigt und am 30. April bereits das Richtfest gefeiert. Im Januar 2015 konnte die Segelmacherei, die inzwischen über einen großen Stamm treuer Kunden verfügte, hier ihren Betrieb aufnehmen.

Die zentrale „Werkbank“ des 300 Quadratmeter großen Werkstattgebäudes ist ein 16 mal zehn Meter einnehmendes Holzpodest – der sogenannte Schnürboden, in den fünf mit Nähmaschinen ausgestattete Arbeitsplätze eingelassen sind. So können mehrere Mitarbeiter gleichzeitig an verschiedenen Segeln arbeiten. „Dank einer neuen Nähmaschine mit verstärkter Leistung können wir jetzt auch Segel aus schwerem Tuch für Yachten bis 50 Fuß sowie Schiffssegel bearbeiten“, erklärte der Meister. Den Zuschnitt des Materials übernehme ein moderner Plotter, den er über einen Computer steuere.

Schwerpunkte in der Tätigkeit der Segelmacherei Konow sind Neuanfertigungen und Reparaturen von Segeln für Surfer, Kitesurfer, Zeesboote, Jollen und Yachten sowie Traditionsschiffe. Auch Sprayhoods und Anschlussverdecke für Segelyachten und Bootsverdecke für Motorboote gehören zum Leistungsangebot.

Über Auftragsmangel kann sich Paul Konow, der neben zwei Gesellen auch einen Praktikanten sowie eine Auszubildende im dritten Lehrjahr beschäftigt, gerade jetzt, zu Beginn der Wassersportsaison, nicht beklagen. Der bisherige Praktikant wird übrigens ab September ebenfalls im Ausbildungsverhältnis stehen – dann als insgesamt dritter Azubi seit 2013.

Paul Konows Lebenspartnerin Ulrike Beug, Mutter seiner drei Söhne (7, 5 und zwei Jahre), wurde ebenfalls angelernt und arbeitet seit einigen Jahren im Betrieb mit. Der Zukunft des Segelmacherhandwerks in Barth kann also optimistisch entgegen gesehen werden.

Volker Stephan

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