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Ribnitz-Damgarten Barther Tomaten: Saisonstart und Abriss laufen parallel
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Barther Tomaten: Saisonstart und Abriss laufen parallel

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09:00 14.02.2020
Die ersten 53 000 Pflanzen der Barther Strauchtomaten werden gesetzt. Quelle: Volker Stephan
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Barth

Auf dem letzten Drittel der Barther Nelkenstraße, kurz vor dem einstigen Heizwerk des VEG Saatzucht, wird derzeit eine größere Zahl von Gewächshäusern abgerissen. Dabei handelt es sich um alte, schon seit Jahrzehnten nicht mehr genutzte Altlasten, die dem Verfall preisgegeben waren. Wolfgang Hahn, Geschäftsführer der nebenan befindlichen Gemüsebau Hahn GmbH, hatte die Anbauflächen einst erworbenen – mitsamt der darauf befindlichen Glasruinen, deren Zustand sich nach dem Hagelgewitter im Juni 2012 rasant verschlechterte. „Es wuchsen schon Bäume durch die Dächer und riesige Glasscherben hingen lose in den Halterungen – kein schöner Anblick für die zu uns fahrenden Kunden und eine Gefahr für abenteuerlustige Kinder“, beschrieb er den Zustand.

Die alten Gewächshäuser wurden abgerissen. Auf der rund fünf Hektar großen Industriebrache soll eine Wildblumenwiese entstehen. Quelle: Volker Stephan

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Aus diesen Gründen habe er sich zur Beseitigung des Schandflecks entschlossen, konkrete Pläne seien damit nicht verbunden. Eine Erweiterung der Tomatenproduktion sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beabsichtigt, die vorhandenen Großgewächshäuser würden optimale Anbau- und Ertragsbedingungen bieten. „Wahrscheinlich werde ich auf der etwa fünf Hektar großen Fläche eine Wildblumenwiese anlegen lassen. Damit habe ich im hinteren Bereich meines Betriebsgeländes bereits gute Erfahrungen gemacht.“ Solch eine Wiese als Lebensraum biete Bienen, anderen Insekten und Kleintieren ausreichend Nahrung und Schutz. Auf dem hinteren Gelände habe er sogar die seltenen Feldhasen beobachten können, versicherte der Tier- und Naturfreund.

Startschuss für die Tomatensaison

Die Mitarbeiter setzten die ersten Tomatenpflanzen in den Gewächshäusern. Quelle: Volker Stephan

Parallel zum Abrissgeschehen lief die diesjährige Tomatensaison an. Pünktlich in der ersten Februarwoche hatte die Bepflanzung der Reihen in den Abteilungen 1, 2 und 6 der modernen Großgewächshäuser begonnen. Jeweils 21 deutsche und polnische Stammmitarbeiter setzten dort am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche 53 000 doppeltriebige Strauchtomatenpflanzen. Diese werden sich in den kommenden Wochen zu einem dichten Dschungel aus 106 000 kräftig belaubten, nach oben strebenden Stängeln entwickeln. Zur Anlieferung des Pflanzgutes für die ersten beiden Tage rollten insgesamt elf Sattelauflieger-Lkw auf den Hof des Betriebes.

In dieser Woche folgte die Lieferung von weiteren 18 000 Pflanzen der Großen Strauchtomate sowie 41 000 Cocktail-Tomatenpflanzen, allesamt wieder doppeltriebig, für die Abteilungen 3, 4 und 5. Der verbliebene freie Platz wird für den Anbau der beliebten Spezialitätensorten sowie der Paprika- und Gurkenpflanzen genutzt. Die sind traditionell wieder für den Werksverkauf an die regionalen Direktkunden bestimmt.

Erste Tomaten werden spätestens Ostern geerntet

Produktionsleiterin Elfi Lausch hofft, nach drei bis vier Wochen Wachstumszeit das erste vitaminreiche Frischgemüse ernten und am Stand anbieten zu können. „Schon ab Mitte März die Gurken – die sind immer am schnellsten. Es folgen bis spätestens Ostern die ersten Tomatenspezialitäten der kleineren Sorten, bevor im Mai die reguläre Erntesaison der größeren Barther Strauchtomaten beginnen kann.“ Zum Beginn der Hochsaison im Frühsommer werde der Mitarbeiterbestand wieder auf 80 aufgestockt.

Als Spezialitäten dieses Jahres zählte Elfi Lausch unter anderem die Sorten Chokostar, Kumato, Annaisa, Sweeterno, Saluoso und die Erdbeertomate Strabena auf. Außerdem wird es wieder Salat-, Mini- und Fingergurken geben, das bisherige Gemüsepaprikasortiment werde durch pikante Chilischoten ergänzt. Obwohl diese Fireflame (Feuerflamme) heißen, solle es sich um eine nicht allzu scharfe Sorte handeln.

Nach Auskunft von Geschäftsführer Wolfgang Hahn ist der Absatz der Barther Ernte an den Großhandel auch in diesem Jahr gewährleistet. Dazu werden die geernteten Strauch- oder Cocktailtomaten, kistenweise lose beziehungsweise in Schalen verpackt, täglich frisch abgeholt. Der Kauf der geschmacklich besonderen Spezialitäten soll weiterhin ein Privileg der regionalen Kunden bleiben, die persönlich am Verkaufsstand erscheinen.

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