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Ribnitz-Damgarten Barther feiern schrecklich schönes Karnevalsfest
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barther feiern schrecklich schönes Karnevalsfest
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17:32 24.02.2019
Beim Karneval in Barth gab es ein abwechlsungsreiches Programm. Quelle: Susanne Retzlaff
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Barth

Hu-hu-hu-huuuh! Der Wind heult mit den Eulen ein schaurig-schönes Schlaflied, im finsteren Gemäuer der alten Diesterweg-Schule erwachen die Untoten, schleppen sich zum Albtraumtanz, Schatten huschen hinter Türen - leise knarren die uralten Dielen ... Doch, doch, der Barther Carneval Club (BCC) hat das alles gefilmt und Opa Dieter kannte sogar die erschröcklichen Hintergründe, erzählte von damals, als die Narrenburg noch Mädchenschule war, eine ganze Klasse spurlos verschwand und niemals Ruhe fand. Kein Lebendiger hatte sich seitdem dorthin getraut. Noch starren die Gäste gebannt auf die Leinwand, da gellen Schreie durch den Saal: Die Zombienen waren mitten unter ihnen, lassen ihre Arme schlackern und Köpfe wackeln.

Beim Karneval in Barth gab es ein abwechlsungsreiches Programm. Quelle: Susanne Retzlaff

Hat der Abend nicht ganz normal angefangen mit dem Böllerschuss der Prinzengarde und der fröhlichen Begrüßung durch die kleinen und großen Majestäten, dem feurigen Sirtaki und dem akrobatischen Narrenschwur, der nur noch Vornamen kennt und mit den tollen Gardetänzen? Nicht wirklich, wer den rotweißen Funken tief in die Augen blickt, kann das unheimliche Glimmen bemerken. An den Wänden flattern Fledermäuse, Wölfe heulen den Mond an und filigrane Spinnweben zieren Kerzen und Lüster. Und es ist nicht die Beleuchtung, die die meisten Gäste so seltsam bleich erscheinen lässt.

„Ich habe die Kurve nicht gekriegt“, erklärt Julia ihren und den Zustand ihrer Freundinnen. Zwischen Barth und Löbnitz sei sie von der Straße abgekommen, mit ihr im Auto hätten Gina und Nancy gesessen. “Jede Hilfe kam zu spät!”, lachen die drei und feiern ihr Leben “danach” in der Narrenburg. Katharina und Olaf haben ihren “Karl-Heinz” an die Halskette gelegt, “der Sturkopf musste ‘mal an die frische Luft”, der Restkörper war zu Hause geblieben. Nebenan feiern die Barther Teufel mit Graf Dracula und gegenüber haben es sich die “bösen Schwestern” eines Bresewitzer Ordens gemütlich gemacht.

Beim Karneval in Barth gab es ein abwechlsungsreiches Programm. Quelle: Susanne Retzlaff

Eine halbe Stunde Handarbeit pro Kopf und einige Portionen Latexmilch brauchten die “alten Mädchen” um sich stadtfein zu machen. Unterdessen feierten die BCC-Garden im Divitzer Wasserschloss Katzenhochzeit, die dortige Gespenster-WG hatte auch für leckere “Mäuseringe” gesorgt, die die Miezen tauschen sollten. Doch wer ist das, der da die Sense schwingt und sich so angeregt mit der Großmutter unterhält? Kinderprinzessin Johanna zupfte ihren zauberhaften Spinnweb-Umhang zurecht und rückte dem seltsamen Gevatter etwas dichter auf die Pelle und erforschte seine Gesichtszüge ... nun musste er doch lachen, es war der Opa, so kunstvoll geschminkt, dass Johanna nicht erkannte! Apropos gute Maskierung: Nach 20 Jahren Karnevalsentzug hatten sich die Neu-Barther Doris und Jürgen endlich aus ihrer Gruft erhoben um in der Vinetastadt ein neues Narrenleben zu beginnen. Vor 40 Jahren hatten sich die beiden gefunden, beim Karneval, nun belegten die schönen Skelette beim Kostümwettbewerb den zweiten Platz vor dem Geisterkapitän Mario und hinter den Pestdoktoren aus Barth und Dabitz, Stammgästen beim Karneval in der Vinetastadt.

Nachdem “Erwin und Erna” die Schwedenhappen Abba aus der Flasche zauberten, luden der kopflose “Hui” und der unglaubliche “Pfui” zum Entern auf ihr Geisterschiff, gesunken, weil die Feuerwehr feierte. Doch kein Problem für Bühnentalent Kalle “Pfui”, der mit einen Auftritt der Band Queen offenbar den Geist von Freddy Mercury beschworen hatte. Mit “Cordula Grün” holte der BCC zum großen Finale aus, und gab das Parkett endgültig für den Tanz der Vampire frei.

Wie im Spuk waren die Geisterstunden in der Narrenburg vergangen. Schon graute der Morgen über der alten Schule, doch das Geister-Spektakel ist noch nicht vorbei. Mit Karten für die Abendveranstaltung am 2. März mag es zwar gruselig aussehen, aber für den Rosenmontagsball am 4. März um 20 Uhr könnte man noch Tickets bekommen.

Beim Karneval in Barth gab es ein abwechslungsreiches Programm.

Susanne Retzlaff

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