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Ribnitz-Damgarten Barther haben ein Herz für Schwalben
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barther haben ein Herz für Schwalben
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15:40 11.07.2019
Die Bartherin Roswitha Dietrich freut sich über die Plakette „schwalbenfreundliches Haus“ – eine Auszeichnung vom Naturschutzbund. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Die Barther Schwalben scheinen Waagen zu mögen. Zumindest haben sie hoch oben über dem Eingang des kleinen Museums, der Waagenstube, insgesamt acht Nester gebaut. Und dass, obwohl das Haus direkt an der viel befahrenen Langen Straße, und auch noch direkt am Kreisverkehr, steht.

Insgesamt acht Nester haben die Schwalben hier oben gebaut. Quelle: Anika Wenning

Roswitha Dietrich lebt mit ihrem Mann Detlef in dem Gebäude, das 1868 gebaut wurde, und sie ist auch die Inhaberin der Waagenstube. Vom Naturschutzbund (Nabu) wurde das Haus der Dietrichs mit der Plakette „schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Bereits im vergangenen Jahr haben die Schwalben hier ihre Nester gebaut. „Das ging ganz schnell. Jeden Tag kam ein neues Nest hinzu, bis es auf einmal acht waren“, berichtet de 71-Jährige. Sie sei selbst verwundert gewesen, dass sich die Vögel gerade diesen Ort ausgesucht hätten. „Aber wir haben hinter dem Haus einen großen Garten, wo sie Futter finden.“ Während im vergangenen Jahr alle Nester belegt waren, sind es dieses Jahr drei. „Insgesamt soll es in diesem Jahr aber auch weniger Schwalben geben“, erklärt Roswitha Dietrich.

Mehr Spatzen, weniger Mehlschwalben

Auch der Nabu Mecklenburg-Vorpommern hat diese Beobachtung bei der „Stunde der Gartenvögel“ gemacht. Im Nordosten beteiligten sich über 1500 Vogelfreunde in diesem Jahr an der Aktion und meldeten über 45000 Vögel aus 1020 Gärten und Parks. Während die Haussperlinge und die Spatzen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegten, ist die Zahl der Mehlschwalben, auch Stadt- oder Kirchschwalbe genannt, 2019 deutlich zurückgegangen. Die reinen Insektenfresser leiden unter anderem unter dem Insektenschwund. Ihnen fehlt schlichtweg die Nahrung.

Die Dietrichs sind aber froh, dass immerhin drei Nester belegt sind. „Schließlich kommen die Schwalben nur wieder, wenn es ihnen auch gefällt“, sagt Roswitha Dietrich. Von einer Bartherin erfuhren sie jetzt auch, dass die Schwalben schon früher einmal am Haus genistet haben. „Die Frau wurde 1939 in dem Haus geboren und hat uns erzählt, dass die Schwalben schon in den 40er Jahren hier waren“, erklärt Detlef Dietrich. Das Witzige an der Geschichte sei, dass diese Frau in den 50er Jahren mit ihrer Familie nach Bayern ging und erst vor einigen Jahren wieder nach Barth zurückgekommen sei. „Und mit ihr sind auch die Schwalben zurückgekommen“, sagt Roswitha Dietrich und lacht. Wenn sie und ihr Mann im Garten sitzen, freuen sie sich immer über das Treiben in der Luft.

Spatzenhotel und Fledermauskasten

Und die beiden Barther haben nicht nur ein Herz für Schwalben. Auch ein Spatzenhotel hat der 67-Jährige vor einiger Zeit nach einer Anleitung des Nabu selbst gebaut. „Da war allerdings noch nie ein Spatz drin, dafür aber die Meisen“, sagt Detlef Dietrich. Unbewohnt sei bislang der Fledermauskasten auf dem Grundstück. „Da habe ich aber auch den Eindruck, dass in diesem Jahr hier weniger Fledermäuse fliegen“, sagt Roswitha Dietrich.

Sie freut sich, dass das Haus in der Langen Straße 79, in dem sie und ihr Mann seit 2006 wohnen, neben der Waagenstube nun eine weitere Besonderheit hat und ein „schwalbenfreundliches Haus“ ist. Das kleine Museum hat die Bartherin 2016 eröffnet. Alle 400 Waagen stammen aus ihrer privaten Sammlung, teilweise sind es auch Leihgaben von Besuchern. Die älteste und wertvollste Waage ist eine Münzwaage aus dem Jahr 1750. Neben Münzwaagen werden aber auch Küchen-, Industrie- und Medizinwaagen sowie Gewichte und Hohlmaße der vergangenen 200 Jahre ausgestellt.

Anika Wenning

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