Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Barther kämpfen für ihren Bahnanschluss
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barther kämpfen für ihren Bahnanschluss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:12 08.01.2019
Gudrun Buhl (v.l.), Roswitha Menzel und Käte Gransow kamen zur Mahnwache am Barther Bahnhof. Quelle: Anika Wenning
Barth

Vom Nieselregen und von der Kälte ließen sich die Barther nicht abhalten. Rund 70 Teilnehmer trafen sich am Montagabend um 18.30 Uhr am Barther Bahnhof, um für den Erhalt der Bahnverbindung Velgast-Barth sowie die Reaktivierung der Darßbahn zu kämpfen. 2015 war bekannt geworden, dass die Strecke Velgast-Barth für die Zeit nach 2017 nicht mehr ausgeschrieben werden soll. Man hatte sich Ende 2017 zwar auf eine zweijährige Verlängerung geeinigt, doch eine klare Zusage, dass die Verbindung auch noch nach Ende 2019 bestehen bleibt, gibt es bis heute nicht.

Zur ersten Mahnwache am Barther Bahnhof im neuen Jahr kamen rund 70 Teilnehmer. Quelle: Anika Wenning

Viele Barther wollen das nicht akzeptieren. Edith Klein war Montagabend gemeinsam mit Christa Steinfurth zu der Mahnwache gekommen. „Wir sind von Anfang an dabei. Wir fahren zwar selbst mit dem Auto, aber es gibt viele ältere Menschen, die mit dem Zug nach Stralsund müssen. Um zum Beispiel zum Facharzt zu gehen“, sagte Edith Klein. Diese Menschen seien nun mal auf den Zug angewiesen. „Wir haben schon kein Krankenhaus mehr, keine Entbindungsstation, keine Fischfabrik. Wir haben gar nichts mehr. Was soll noch alles wegfallen“, sagte die 67-Jährige. Für die zwei es selbstverständlich auch bei schlechtem Wetter zur Mahnwache zu kommen. „Es ist doch nur eine halbe Stunde. Das wird man doch mal aushalten können“, meinte Christa Steinfurth.

Antwortschreiben des Ministeriums

Nach dem Singen des „Darßbahn-Liedes“, begleitet von Cathrin Kilian auf der Gitarre, informierte Christa Schibilski über den aktuellen Stand. „Wir gehen jetzt ins vierte Jahr. Es ist wichtig, dass wir dranbleiben und nicht aufgeben“, sagte die Mit-Initiatorin. Ende November vergangenen Jahres hatte sich die Bürgerinitiative „Keine Bahn ist keine Lösung“ mit einem Schreiben an Minister Christian Pegel gerichtet und vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mitte Dezember eine Antwort erhalten, die Christa Schibilski allen Anwesenden vorlas.

Kernaussage des Briefes: Die dauerhafte Erhaltung der Bahnverbindung zwischen Velgast und Barth hänge allein vom Erfolg der Reaktivierung der Darßbahn ab. Da der Abstimmungsprozess zwischen der Landesregierung und dem Bund zur Frage der möglichen Finanzierung einer Darßbahn-Reaktivierung allerdings weiter anhalte, sei davon auszugehen, dass bis zu einem Abschluss noch weitere Monate vergehen werden. Die Ergebnisse der Fahrgastzählungen würden ebenfalls in die Überlegungen zum Erhalt der Strecke mit einfließen. Sie ließen, wie das Ministerium deutlich machte, keinen Anstieg seit 2017 erkennen. Klarheit bringe das Schreiben nicht und es gebe noch immer keine eindeutige Entscheidung, bemängelt Christa Schibilski, der vor allem ein Satz negativ auffiel. Um die Zahl der Reisenden zu erhöhen, sei das Land „mit einem verbesserten Angebot seit Dezember 2017 hier bereits in Vorleistung gegangen“, heißt es. „Was soll sich seitdem denn verbessert haben?“, fragte Christa Schibilski.

Protest lohnt sich

Zumindest etwas Positives zog Käte Gransow aus dem Ministeriumsschreiben. Dort stand, dass durch „die Arbeit der Bürgerinitiative insbesondere auf Bundesebene erfolgreich auf das Projekt aufmerksam gemacht wurde.“ „Das zeigt doch, dass wir etwas erreicht haben“, sagte die Bartherin, die sich von Beginn an engagiert. „Meine Angehörigen leben in Berlin. Ich habe fünf Enkel, die alle drei bis vier Mal im Jahr zu mir nach Barth kommen. Mittlerweile müssten sie dreimal umsteigen und fahren lieber mit dem Bus nach Zingst und ich hole sie dann dort ab.“ Neben dem Erhalt der Strecke ist ihr auch wichtig, dass der Zug von Barth nach Stralsund durchfährt. Denn ein Umstieg auf dem Velgaster Bahnhof sei vor allem für ältere Menschen eine Zumutung. „Man muss durch den Tunnel. Dort ist es dreckig, dunkel und es gibt Stufen. Mit einem Rollator kommt man dort nicht weiter.“

Jeden ersten Montag im Monat lädt die Bürgerinitiative um 18.30 Uhr zur Mahnwache am Barther Bahnhof ein. Der nächste Termin ist der 4. Februar. Zudem veranstaltet die Bürgerinitiative am 21. Januar um 18 Uhr im Kulturhaus HdW ein Treffen, um weitere Schritte zu besprechen. Alle Interessierten sind eingeladen.

Anika Wenning

Der Marlower Bürgermeister Norbert Schöler (CDU) im großen OZ-Interview

07.01.2019

Nach dem Rekordjahr 2017 ist die Zahl der Besucher auf das Niveau der Vorjahre gesunken. Das Museum hat deutschlandweit an Bedeutung gewonnen und widmet sich einem einstigen Bürgermeister.

07.01.2019
Ribnitz-Damgarten Ribnitz: Ominöser Knall auf Gänsewiese-Parkplatz - Zigarettenautomat gesprengt

Auf dem Parkplatz an der Ribnitzer Gänsewiese ist ein Zigarettenautomat gesprengt worden. Ein Zeuge vermutete zuerst, dass verspätet Silvesterböller gezündet worden seien.

07.01.2019