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Ribnitz-Damgarten Feier für philippinische Müllhalden-Kinder
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Feier für philippinische Müllhalden-Kinder
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13:54 17.12.2018
Die Bartherin Ruth Graumann engagiert sich auf den Philippinen. Das Schicksal der Kinder, die auf der Mülldeponie in Davao City leben, hat sie besonders berührt. Quelle: Ruth Graumann
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Barth/Davao

Die traurigen Kinderaugen haben Ruth Graumann nicht mehr losgelassen. Von November 2016 bis Dezember 2017 hat die Bartherin ihren Freiwilligendienst im Mariphil-Kinderdorf auf den Philippinen absolviert. Seitdem engagiert sie sich für die Menschen in der Region. „Auf den Philippinen leben überall Straßenkinder. Es zerreißt mir jedes Mal das Herz, Kinder zu sehen, die an der Straße mit ihren kleinen Geschwistern auf dem Arm sitzen und nach Geld fragen. Ohne Halt und ohne Perspektive leben sie am Abgrund“, sagt die 29-Jährige. Sehr bewegt habe sie auch das Schicksal der Menschen auf der Mülldeponie der nahe gelegenen Großstadt Davao. „Hier leben und arbeiten Familien mit ihren vielen Kindern in unvorstellbaren Verhältnissen. Die Kinder wachsen im Dreck anderer Menschen auf und helfen ihren Eltern, die gesamte Familie zu versorgen, indem sie anstatt zur Schule zu gehen, auf der Müllhalde recycelbares Material sortieren, welches dann für ein paar Pesos verkauft wird. Oft reicht das Geld, wenn überhaupt, nur für eine Mahlzeit am Tag aus“, berichtet die Bartherin.

Filterstation macht Wasser trinkbar

Auf der Mülldeponie der Großstadt Davao City leben und arbeiten Familien in unvorstellbaren Verhältnissen. Quelle: Ruth Graumann

Schon während ihres Freiwilligendienstes und auch in der Zeit danach war es Ruth Graumann wichtig, nicht nur im Kinderdorf zu helfen, sondern sich auch außerhalb für die Menschen einzusetzen. Derzeit ist die Bartherin nun schon zum dritten Mal, dieses Mal für drei Monate, auf den Philippinen. Ihr größtes Projekt war bisher der Bau einer Wasserfilterstation auf der Müllhalde in Davao City im vergangenen Jahr. Gemeinsam mit einer Freundin startete die 29-Jährige einen Spendenaufruf. Schon in kurzer Zeit kam das nötige Geld zusammen, um die Anwohner der Müllhalde mit Trinkwasser zu versorgen. „Die Wasserfilterstation filtert 99,9 Prozent der Bakterien aus dem Wasser und macht es somit trinkbar. Die Bewohner können es dann für einen geringen Preis kaufen“, sagt Ruth Graumann. Zudem werde das Wasser gegen einen deutlich höheren Preis an Vorbeifahrende verkauft. „Mit den Einnahmen wird der Lohn der für die Anlage verantwortlichen Person bezahlt. Außerdem sind die Kosten für Wartung und Instandhaltung durch die Einnahmen gedeckt“, erklärt die Bartherin das Prinzip.

Krebskranken Kindern, die aus ärmlichen Verhältnissen kommen, ermöglichte sie gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern einen unvergesslichen Tag. „Wir sind gemeinsam mit dem Boot zu einer benachbarten Insel gefahren, haben dort gegrillt, gegessen, gebastelt, gespielt. Für einen einzigen Tag sollten sie ihr Schicksal vergessen und das Leben genießen“, sagt die studierte Kunsttherapeutin. Ihre Reisen auf die Philippinen finanziert sie sich durch Jobs in der Heimat, diesen Sommer arbeitete sie in einem Café.

Ein Geschenk und ein Festessen pro Kind

Auf den Philippinen leben viele Straßenkinder. Die traurigen Augen wird Ruth Graumann nie vergessen. Quelle: Ruth Graumann

Und die Realisierung ihres nächstes Großprojektes steht schon kurz bevor. Für fast 600 Kinder organisiert die 29-Jährige derzeit eine Weihnachtsfeier auf der Müllhalde in Davao. „Kein Kind soll hungrig zu Bett gehen und jeder soll ein kleines Geschenk erhalten. Schon kleine Dinge wie ein neues Paar Flipflops, eine Zahnbürste oder ein Spielzeugauto können eine große Freude bereiten und dafür sorgen, dass die Kinder von der Müllhalde an diesem Tag zufrieden einschlafen.“ Doch dafür benötigt die Bartherin noch Unterstützung. Da nicht mehr viel Zeit bleibt und der Versand zu lange dauert, kann sie Sachspenden nicht annehmen und bittet deshalb um finanzielle Hilfe. „Außerdem ist es günstiger, Spielzeug vor Ort einzukaufen. Ich rechne damit, dass ich pro Kind umgerechnet vier Euro benötige. Davon kann ich ein Essen und ein Geschenk kaufen.“

Ihr Engagement stößt nicht bei allen auf Zustimmung. Sie sei schon als „Gutmensch“ bezeichnet worden, der die Welt retten will, dabei aber nicht mal 0,01 Prozent der Weltbevölkerung helfe. Doch Ruth Graumann lässt sich nicht beirren. „Dass ich die Welt nicht retten kann, ist mir bewusst. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich Stück für Stück die Welt einzelner Menschen mit verbessern kann. Für mich ist es schon ein Gewinn, wenn ich beispielsweise einem Kind, welches vorher ein Leben im Müll geführt hat oder von seinen Eltern verstoßen wurde, zu einem Schulabschluss und zu einem Beruf verhelfen kann.“

Und so können Sie helfen. Kontoinhaber: Hilfsprojekt Mariphil e.V. IBAN: DE78 6009 0700 0863 1780 06 BIC: SWBSDESS Verwendungszweck: Weihnachtsfeier Müllhalde. Wer zudem seine Adresse im Verwendungszweck mit angibt, bekommt eine Spendenquittung ausgestellt.

Anika Wenning

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