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Ribnitz-Damgarten Bau von Reiterhof in Dierhagen wird vorbereitet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bau von Reiterhof in Dierhagen wird vorbereitet
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13:40 04.12.2019
Investor und künftiger Betreiber Frank Bremer verfolgt die Erdarbeiten für die Reitsportanlage in Dierhagen-Neuhaus. Quelle: Timo Richter
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Dierhagen

Der Tourismus in Dierhagen stößt in eine neue Dimension vor. Einzigartig in ganz Deutschland soll die Reitsportanlage im Ortsteil Neuhaus werden, deren Bau inzwischen begonnen hat. Auf einer Fläche von rund sieben Hektar erfolgen derzeit Erdarbeiten. Es handelt sich um den ersten Bauabschnitt zur Vorbereitung der Erschließung des Grundstücks. Zum Saisonbeginn 2021 will Frank Bremer die Anlage eröffnen.

An die sieben Millionen Euro steckt der gebürtige Stralsunder in seinen Lebenstraum. Entstehen soll nicht nur eine hochmoderne Reitanlage mit aller erforderlicher Infrastruktur, sondern auch Übernachtungsmöglichkeiten in Chalets und im Bereich Glamping, übersetzt: glamouröses Camping.

Luxus-Camping und High-End-Ferienhäuser

Fernab der Reithalle und des Reitplatzes unter freiem Himmel sind auf dem Gelände drei Sondergebiete fürs Luxus-Camping vorgesehen. Die Unterkünfte bieten laut Frank Bremer verschiedene Annehmlichkeiten im Inneren, sind von der Außenwelt aber nur durch ein High-Tec-Material getrennt. Das Naturerleben in diesen Unterkünften sei ungleich größer als in den Chalets, die auf zwei Sondergebieten auf dem Areal in Neuhaus entstehen sollen.

Dem Investor zufolge handelt es sich dabei um High-End-Ferienhäuser. Egal welches Wetter draußen herrsche, „aus den Chalets wollen Sie nie wieder raus“, ist Frank Bremer überzeugt. Die Kombination aus Reitsport und hochwertigen Unterkünften sei in dieser Form einzigartig in Deutschland. „Pferdenarren“ kommen laut Frank Bremer ebenso auf ihre Kosten wie solche Urlauber, die mit den Tieren nichts am Hut hätten. Beide Bereiche werden strikt getrennt.

Geteilte Zuständigkeiten

Besonderheit des Projekts sind geteilte Zuständigkeiten. Erst musste sich Frank Bremer mit der Stadt Ribnitz-Damgarten ins Einvernehmen setzen, um das Areal erwerben zu können. Gleichzeitig musste mit dem Ostseebad Dierhagen, dort liegt die Planungshoheit, eine Zustimmung für das Vorhaben erlangt werden. Vor dem jetzigen Investor sind an dieser Doppelaufgabe verschiedene Interessenten gescheitert.

Bereits vor fünf Jahren hat Frank Bremer seine Vorstellungen für die Entwicklung des „1 a-Standortes“ in der Gemeindevertretung vorgestellt – und hat am Ende zur eigenen Überraschung einhellige Zustimmung erzielt. Zu Ende waren damit auch die bis dahin endlos scheinenden Diskussionen über die Entwicklung des Areals, das seitens der Ribnitz-Damgartener Stadtverwaltung immerhin als „Perle des Fischlands“ bezeichnet worden war, handelte es sich doch um das größte zusammenhängende Baugebiet in der Region.

Kein Wunder, dass Interessenten Schlange standen. Doch scheiterten die stets an der Dierhäger Gemeindevertretung. Dort lautete die Devise, auf diesem besonderen Grundstück etwas Besonderes zu erstellen.

Wohnungen geplant für

zwölf Mitarbeiterfamilien

Jetzt sind die Baumaschinen im Einsatz. Großflächig wird die Oberfläche abgetragen. Das Material wird an verschiedenen Stellen des Areals zwischengelagert. „Das wird noch gebraucht“, sagt Frank Bremer. An der Zufahrt zum Grundstück ist bereits eine Walze im Einsatz. Dort soll einmal der Parkplatz entstehen. Das weitläufige Areal soll weitgehend autofrei sein. Im hinteren Bereich ist eine glatt gezogene Fläche zu sehen. Dort werden die Reithalle samt Reitplatz unter freiem Himmel und ein Wirtschaftsgebäude entstehen. Zum Baumbestand hin sollen die Chalets gebaut werden, im südlichen Bereich des Grundstücks die Bereiche mit den Glamping-Unterkünften. Vorgesehen ist zudem der Bau eines Hauses mit Wohnungen für Mitarbeiter. Zwölf Familien sollen nach Vorstellungen Frank Bremers dauerhaft in bezahlbaren Wohnungen leben können.

Auch ein Haus für seine Familie will der Investor und Betreiber der Anlage – „nur eine inhabergeführte Anlage ist mit dem erforderlichen Herzblut zu betreiben“ – auf dem Areal errichten. Selbst Reiter, erfüllt sich Frank Bremer einen Lebenstraum.

Das gefällt nicht allen. Bereits im Vorfeld fürchteten Bewohner eines Mehrfamilienhauses in direkter Nachbarschaft, in den Bebauungsplan „eingemeindet“ zu werden und in der Folge ihre Wohnungen in dem einstigen Gutshaus zu verlieren (die OZ berichtete). Auch jetzt gibt es Kritik. Während des Gesprächs heftet eine Bewohnerin des Hauses anonym eine Notiz ans Reportermobil. Durch die Bautätigkeit vibrierten Möbel und das Geschirr im Schrank. Räume seien aufgrund der Geräuschentwicklung nicht mehr nutzbar.

Mehr lesen: Dierhäger Holzkünstler weicht Bebauungsplan

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Von Timo Richter

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