Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Bebauungsplan soll historischen Ortskern schützen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bebauungsplan soll historischen Ortskern schützen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:22 23.08.2018
Die Kommune Prerow und der Landkreis streiten vor Gericht, ob sich der Neubau anstelle des einstigen Einfamilienhauses in die vorhandene Bebauung im historischen Ortskern des Ostseebades einfügt. Quelle: Timo Richter
Anzeige
Prerow

Wegen eines Neubaus liegt das Ostseebad Prerow derzeit mit der Kreisverwaltung im juristischen Clinch. Kommune will nicht glauben, dass ein Neubau in der Langen Straße im historischen Ortskern in die bestehende Bebauung einfügt, wie es der Landkreis sieht. Ein Einfamilienhaus weicht einem modernen Bau mit Ferienwohnungen.

Abriss als Auslöser

Der Abriss des Altbaus hat auch die Gemeindevertreter aufgeschreckt. Und selbst die Kreisverwaltung hat Bürgermeister René Roloff (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft) geraten, künftige Bautätigkeiten in dem Gebiet mit Hilfe eines Bebauungsplans zu steuern. Schon jetzt fürchtet René Roloff, dass die Entwicklung in dem als touristischem Highlight bezeichneten Bereich aus dem Ruder laufen könnte. So wurde vor der jüngsten Zusammenkunft der Gemeindevertreter ein Plan ausgeteilt, wie sich der Käufer der früheren Hafengaststätte eine Entwicklung an der L 21 vorstellt. Demnach will Jonas Holtz dort ein Hotel bauen. Dem Plan zufolge soll der Komplex insgesamt vier Gebäude umfassen, eines davon dreistöckig.

Bürgermeister mit Bauchgrimmen

Da bekommt der Bürgermeister Bauchgrimmen, könnte das Objekt zu einem Präzedenzfall werden. Andere Investoren könnten sich auf den Bau berufen und in ähnlichen Dimensionen neu bauen. Darum soll in dem nach zu beschließenden Bebauungsplan der Hotelkomplex als Sondergebiet definiert werden – ohne Ausstrahlung auf die benachbarte Bebauung. Abgesehen von den Dimensionen in Teilbereichen sei gegen das Vorhaben an der Stelle grundsätzlich nichts einzuwenden. Einen Bauantrag dazu gibt es noch nicht, lediglich eine zweite Bauvoranfrage.

B-Plan soll Charakter wahren

Mit dem Bebauungsplan, der grundsätzlich fraktionsübergreifend begrüßt wird, soll der Charakter des Ortes bewahrt werden, die typische Bebauung in der vorhandenen Maßstäblichkeit gesichert und Haushöhen begrenzt werden. Unterm Strich wünscht sich der Bürgermeister eine Belebung des historischen Ortskerns. Laut René Roloff gebe es um Umfeld der früheren Hafengaststätte angesichts der bisher bekannten Planungen kritische Stimmen. Mehrere Beobachter der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter berichteten von ihren Eindrücken, die Mitglieder der Fraktionen Gewerbeverein und Handwerker würden sich vehement für das Holtz’sche Vorhaben vis-à-vis des Hafens stark machen.

Grundsätzliche Zustimmung

Diesen Eindruck wies der stellvertretende Bürgermeister Andreas Meller (Gewerbeverein) für beide Fraktionen als falsch zurück. Quer durch die Bank wollten alle einen Bebauungsplan für den Bereich, sagte Andreas Meller. Zu konkreten Inhalten, ob beispielsweise das Hotel-Projekt einen Sonderstatus erhalten solle, wollte sich der stellvertretende Bürgermeister nicht äußern. Die Gemeindevertretung werde zum Einvernehmen entscheiden – und wenn der Investor vernünftig darlege, dass sein Vorhaben genehmigungsfähig sei, dann werde das auch erteilt.

Beschluss steht noch aus

Beschlossen wurde die Aufstellung des Bebauungsplans und Veränderungssperre noch nicht. Das Werk soll im Bauausschuss der Gemeindevertretung beraten werden. Da geht es zum Beispiel über eine Erweiterung des bis dato geplanten Geltungsbereichs.

Ähnliche Entscheidung in Born

In Born steht in der kommenden Woche die Aufstellung eines Bebauungsplans mit Veränderungsperre für die Ortsmitte mit einer ähnlichen Zielsetzung auf der Tagesordnung. Die Zusammenkunft am Dienstag, 28. August, beginnt um 18 Uhr im Borner Hof.

Richter Timo

Bürokauffrau aus Marlow schlägt ihr berufliches Zelt in Dierhagen-Ost auf.

23.08.2018

Für die Innensanierung stehen 667000 Euro vom Bund zur Verfügung / Die Kosten liegen insgesamt bei 1,4 Millionen

23.08.2018

Karoline Preisler will Bürgermeisterin in Barth werden und damit die Nachfolge von Stefan Kerth (SPD) antreten, der ab Oktober das Amt des Landrates übernimmt.

23.08.2018