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Ribnitz-Damgarten Bei Kunstauktion in Ahrenshoop werden auch Geschichten versteigert
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bei Kunstauktion in Ahrenshoop werden auch Geschichten versteigert
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15:20 13.08.2019
Christopher Walther hat bereits mehr als 40 Auktionen geleitet. Quelle: Timo Richter
Ahrenshoop/Wieck

 Am liebsten mit einer Tasse Tee in der Hand geht Christopher Walther auf Entdeckungstour. Er betrachtet ein Bild, gerne mit seiner Frau an der Seite. Motiv, Technik – eigentlich gefällt dem 70-Jährigen jedes Kunstwerk, der Galerist und Kunstauktionator stößt bei diesen Entdeckungstouren aber immer auch auf neue Geschichten. „Das macht Spaß“, sagt Christopher Walther freudig, und so hat er für nahezu jedes seiner Bilder im Fundus auch eine Geschichte zur Urheberin, zum Urheber parat. Am Sonntag kann er wieder einige Geschichten erzählen – 90, um genau zu sein.

So viele Bilder will der gebürtige Schotte, Christopher Walther erblickte in Ayr das Licht der Welt, während einer Kunstauktion an die Frau, an den Mann bringen. Beginn der Auktion im Hotel Fischerwiege ist um 12 Uhr. Bis dahin können die Kunstwerke täglich von 10 bis 18 Uhr in dem Hotel in Augenschein genommen werden. Wenn sich die Interessenten und Ersteigerer später die Geschichten hinter den Bildern zuwenden, dann hat Christopher Walther seinen Job richtig gemacht, wie er selbst sagt. „Ein Bild an die Wand zu hängen, ist nur der letzte Akt.“ Die in der Region hochgehandelte Malerin Elisabeth von Eicken stellt er in der Familie „nur“ an die zweite Stelle, obenan sieht er deren Nichte als Gründerin des Guggenheim-Museums in New York.

Kunst als ständige Begleiterin

Christopher Walther hat seine Heimat verlassen, um Geld zu verdienen. Mitglieder der Familie sind quer über den Erdball verstreut. Er selbst wandte sich der Mathematik und Chemie zu, studierte später politische Wissenschaften und absolvierte Fortbildungen in Sachen Menschenrechtserziehung. Die Kunst hat ihn dabei stets begleitet. Ausstellungen hatte Christopher Walther da auch schon organisiert, quasi nebenbei.

Seit Anfang der 80er-Jahre legt Christopher Walther den Schwerpunkt auf die Kunst. Großindustrie in Rheinfelden bei Basel. Waren es erst renommierte Künstler zwischen Los Angeles und Schanghai, verlegte er sein Interesse später auf Künstler der Region. In Ahrenshoop, in die Region verschlug es ihn samt Frau und Sohn 1994 eher zufällig, machte er dann die Bekanntschaft mit den Künstlerinnen und Künstlern der Region. Christopher Walther lebt in Wieck.

Ungezählte Auktionen

Die Wiecker Neujahrs-Auktion in der Darßer Arche hat er aus der Taufe gehoben, versteigerte Bilder im privaten Kreis und zuckt die Schultern bei der Frage nach der Zahl der Kunstauktionen in Ahrenshoop. An die 50 Versteigerungen habe er geleitet, „ich zähle die Auktionen nicht, ich freue mich immer schon auf die nächste“, sagt Christopher Walther.

Ganz bewusst kommen bei dem gebürtigen Schotten Kunstwerke unter den Hammer, die sich auch Normalverdiener leisten können. Gerade einmal drei, vier Bilder im Hochpreisbereich finden sich in der Liste der Versteigerungsobjekte. „Das ist eigentlich nicht mein Ding“, sagt Christopher Walther. Wenn er in die Preisliga einsteigen wolle, würde er das in Hamburg oder in Frankfurt am Main machen, nicht in Ahrenshoop. Die dann aufgerufenen Preise würden ein komplett anderes Publikum anlocken.

Enormes Potenzial in Ahrenshoop

In dem Künstlerort, dem Christopher Walther enormes Potenzial beimisst, ist er in der Vergangenheit zuweilen angeeckt. Grund ist im Wesentlichen die Ahrenshooper Kunstauktionen GmbH, an der der die Kommune soweit beteiligt ist, dass sie Entscheidungen verhindern könnte. Seit Jahren beklagt Christopher Walther eine Bevorzugung der privatwirtschaftlich tätigen Unternehmung. So würden Geschäftsräume kostenlos zur Verfügung gestellt. Begründet wurde das in der Vergangenheit stets mit den Vorteilen, von denen das Ostseebad durch die Tätigkeit der Gesellschaft profitiere. Das sieht Christopher Walther anders, der Ort habe auch Vorteile durch seine Auktionen. Vorbesichtigung als auch Auktion selbst seien aber erst gar nicht im Veranstaltungskalender für den laufenden Monat aufgetaucht. Auch fühlt sich Christopher Walther von öffentlich-rechtlichen Medien vernachlässigt. „Es gibt in Mecklenburg-Vorpommern sechs Auktionshäuser für Kunst, nicht nur eins.“

Doch dann lehnt sich der 70-Jährige zurück, mit einer Tasse Tee in der Hand – und öffnet die Sinne für ein neues Bild. Vielleicht gefällt es ihm auch nach dem ersten regelmäßig positiven Eindruck.

Kunstauktion: Sonntag, 18. August, 12 Uhr, Hotel Fischerwiege

Von Timo Richter

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