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Ribnitz-Damgarten Statt Strand zum Strohfest: Besucherandrang in Bio-Betrieb
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Statt Strand zum Strohfest: Besucherandrang in Bio-Betrieb
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18:32 31.08.2019
Technik und Tiere - das Strohfest bot von allem etwas. Quelle: Edwin Sternkiker
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Klockenhagen

Während sich die einen die Landtechnik anschauten, sahen andere Besucher Schweinen in einem Gehege zu, wie sie in der Erde herumrüsselten. Ein paar Meter weiter hatten Kinder jede Menge Spaß auf einer Hüpfburg und beim Kinderschminken sowie im Strohlabyrinth. Reger Betrieb herrschte auch an den Marktständen. Am Sonnabend hatten das Gut Klockenhagen und der Bauernverband Nordvorpommern anlässlich des 25-jährigen Betriebsjubiläums zum Strohfest eingeladen, für das der Ribnitz-Damgartener Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos) die Schirmherrschaft übernommen hatte. Das Interesse war sehr groß, über 2500 Besucher nahmen das Angebot an. Unter ihnen Ulli Meyer aus Rostock: „Ich finde es toll, dass sich solche Betriebe wie das Gut Klockenhagen Besuchern öffnen.“

Zahlreiche Besucher folgten der Einladung nach Klockenhagen. Quelle: Edwin Sternkiker

Ralf Schneider freute sich sehr über die Riesenresonanz. Und der Chef des landwirtschaftlichen Bio-Betriebes geriet richtig ins Schwitzen. Das lag nicht nur an den hohen Temperaturen, sondern auch an den vielen Fragen der Besucher, die er zu beantworten hatte. Er tat es sichtlich gern, denn genau das war ja der Sinn dieser Veranstaltung: Anlässlich des 25-jährigen Betriebsjubiläums mit möglichst vielen Menschen darüber ins Gespräche zu kommen, wie auf dem Gut Klockenhagen ökologische Landwirtschaft funktioniert.

Zu denen, die die Gelegenheit nutzten, Fragen zu stellen, gehörte Liane Wiedemann aus dem Ribnitz-Damgartener Ortsteil Körkwitz. Sie zeigte sich beeindruckt von dem Betrieb, wollte aber doch wissen, wie es denn mit dem Einsatz von Antibiotika aussehe, ein Thema, dass immer wieder öffentlich diskutiert wird. „Wenn ein Tier erkrankt, dann entscheidet der Tierarzt, ob Antibiotika eingesetzt werden oder nicht“, so Schneider. Und er fügte hinzu: Im vergangenen Jahr seien gerade einmal zwei Rinder von den insgesamt rund 2000 Rindern, die im Betrieb gehalten werden, mit Antibiotika behandelt worden.

Ralf Schneider (Mitte), Chef des Bio-Betriebes, führte mit zahlreichen Besuchern angeregte Gespräche. Rechts im Bild Liane Wiedemann aus Körkwitz. Quelle: Edwin Sternkiker

In seiner Rede zur Eröffnung des Festes führte Schneider aus, dass zwar jetzt 25-jähriges Betriebsjubiläum gefeiert werden könne. Die Wurzeln des Betriebes würden jedoch weiter zurückliegen und er erinnerte an das Volkseigene Gut (VEG) Klockenhagen. Zu DDR-Zeiten sei dies einer hochmoderner Betrieb gewesen, der auf die Tierproduktion, insbesondere die Rinderproduktion spezialisiert war. Nach der Maueröffnung vor 30 Jahren habe sich die Frage gestellt, wie es weiter gehen kann.

Schneider: „Ein zukunftsfähiges Konzept musste her und so kam es auch zur Beteiligung meiner Familie. Gemeinsam mit den Herren Hartmann, Sperling und Heinze wurden die Kräfte gebündelt und entschieden, den Betrieb auf biologische Tierhaltung umzustellen. Diese Entscheidung fiel dann 1994, also vor 25 Jahren.“ Zunächst wurde auf die Produktion von Bio-Rindfleisch umgestellt, 1998 stieg man in die ökologische Schweinemast ein. Heute werden etwa 2000 Rinder, davon 850 Mutterkühe mit durchschnittlich 800 Kälbern gehalten. Außerdem 500 Bio-Mastbullen. Der Schweinebestand liegt bei 5000. Dazu gehören unter anderem 480 Sauen mit Nachwuchs.

Auch in der Pflanzenproduktion setzt der Betrieb konsequent auf Bio. Seit Oktober 2018 werden 2500 Hektar Dauergrünland und Äcker zu 100 Prozent ökologisch bewirtschaftet. Der überwiegende Flächenanteil ist Pachtland, allein von der Stadt Ribnitz-Damgarten hat Gut Klockenhagen etwa 800 Hektar gepachtet.

Rinderställe werden umgebaut

Wie ökologische Tierproduktion aussieht, das verdeutlichte Schneider bei Kremserfahrten, zu denen die Besucher eingeladen waren. Sie führten zu den hochmodernen, noch rechtzeitig zum Jubiläum fertig gewordenen Schweineställen. Die Besucher konnten auch einen Blick in die noch im Umbau befindlichen Rinderställe werfen, die nach 40 Jahren Nutzung modernisiert werden müssen. Hier sollen Bio-Mastbullen aufgezogen werden. Die Rinderställe werden zu so genannten Tretmiställen umgebaut. Sie besitzen einen Boden, der ein Gefälle aufweist. Der Mist wird durch die Tiere selbst, nämlich durch ihr Gewicht und ihre Bewegungen, ständig in Richtung des Gefälles bewegt. Weiterer technischer Knüller: Roboter werden künftig die Tiere kontinuierlich mit frischem Stroh versorgen.

Man habe bei der Planung und dem Bau dieser Ställe die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der ökologischen Tierproduktion berücksichtigt, machte Schneider deutlich. Dazu seien Investitionen in erheblichem Umfang notwendig. Ralf Schneider abschließend: „Mit diesen, auf 100 Prozent Bio ausgerichteten Investitionen haben wir uns auf die ökologische Bewirtschaftung unseres Betriebes festgelegt.“

Von Edwin Sternkiker

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