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Ribnitz-Damgarten Dramatische Rettungsaktion auf dem Bodden
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Dramatische Rettungsaktion auf dem Bodden
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19:40 31.07.2017
Nur noch die Masten des Zeesbootes ragten aus dem Wasser. Quelle: Peter Dabels
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Wustrow

Riesenglück hatte die Besatzung eines Zeesbootes, das am Sonntagnachmittag während des schweren Gewitters vor Wustrow gesunken war. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mitteilte, war der Ausflugssegler während des heftigen Gewitter-Sturmes am Barnstorfer Haken in Seenot geraten, gekentert und auf Grund gelaufen. 14 Menschen waren an Bord, zwölf davon Urlauber. Dank des Einsatzes der Rettungskräfte der DGzRS und der Freiwilligen Feuerwehr Wustrow konnten die Menschen gerettet werden.

Ein Zeesboot mit 14 Menschen an Bord war vor Wustrow gesunken.

Beherzter Einsatz

Allen voran ist es aber der Aufmerksamkeit von Peter Dabels, der in Wustrow eine Fischräucherei betreibt, zu verdanken, dass das Unglück derart glimpflich ausging. „Ich war zufällig an Land in Boddennähe und habe das Boot gesehen“, sagte Dabels gestern auf OZ-Nachfrage. „Es passierte, was passieren musste.“ Und Dabels zögerte keinen Moment, rief die Seenotretter und die Feuerwehr und machte sich mit seiner Barkasse selbst auf den Weg zum gesunkenen Schiff, war sogar als Erster da. „Das war auch für unsere Verhältnisse ein ziemlich extremes Wetter“, sagt Dabels.

Glücklicherweise sei das Zeesboot nicht komplett gesunken, sondern ragte noch aus dem Wasser, sodass sich die im Wasser schwimmenden Passagiere daran festhalten konnten, um nicht abzutreiben. Wenige hundert Meter weiter, so Dabels, sei das Wasser tiefer.

„Wir haben um unser Leben gezittert“, sagt Jürgen Laube. Der Leipziger wollte mit seiner Frau und seinen beiden Kindern eigentlich nur eine gemütliche Boddenrundfahrt unternehmen. Als die Zeese den Wustrower Hafen verließ, sei es auch noch einigermaßen ruhig gewesen. Dann kam das Unwetter. „Wir haben Riesenglück gehabt“, sagt Laube, der dem Schiffsführer vorwirft, nicht angemessen reagiert zu haben. „Da muss man den Druck aus dem Segel nehmen“, sagt Laube. Bei einer Wende war es dann passiert, ein heftiger Windstoß, und das Boot kenterte. Was Laube darüber hinaus für unverantwortlich hält: Niemand bis auf seinen zehnjährigen Sohn hatte eine Rettungsweste an. Zudem gingen mit dem Kentern Rucksäcke, Jacken und Handys über Bord. Deshalb konnte auch kein Notruf abgesetzt werden. Nur Dank Peter Dabels wurde das Unglück so schnell registriert.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte und warum nicht alle Passagiere eine Rettungsweste trugen, ist unklar. Der Betreiber der Zeesboot-Fahrten war gestern nicht zu erreichen. Das gesunkene Zeesboot selbst wurde von der DGzRS in den Wustrower Hafen geschleppt.

Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Dies war zudem nicht das einzige Seglerunglück. Im Barther Bodden war ein Jollenkreuzer gekentert. Der Bootsführer war ins Wasser gestürzt, konnte sich aber selbstständig wieder auf sein Boot retten. Die DGzRS richtete den Jollenkreuzer auf, versorgte den Mann mit trockener Kleidung und schleppte den Segler in den Barther Hafen.

Überhaupt hatten die Feuerwehren und Seenotretter in der Region während des Gewitters am Sonntag alle Hände voll zu tun. Vor allem mussten zahlreiche umgestürzte Bäume entfernt werden. Am Parkplatz Schifferberg in Ahrenshoop beispielsweise krachte ein Baum auf ein Auto. Die Feuerwehr Ahrenshoop entfernte den Baum. Insgesamt zählten die Ahrenshooper Kameraden neun Einsätze. Unter anderem mussten Keller ausgepumpt werden. Auch das eigene Feuerwehrgebäude war vollgelaufen und musste leergepumpt werden.

Auch in Dierhagen-Strand und nahe der Wasserskianlage am Bernsteinsee in Körkwitz waren Bäume umgestürzt. In Neuhaus drohte eine Birke, auf Bungalows zu stürzen. Der Baum verfing sich in der Krone eines anderen Baumes und wurde von der Dierhäger Feuerwehr mit Unterstützung des Drehleiterwagens der Ribnitzer Feuerwehr gesichert und Stück für Stück abgenommen.

Robert Niemeyer

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