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Ribnitz-Damgarten Borner Maskenball soll immaterielles Kulturerbe werden
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Borner Maskenball soll Immaterielles Kulturerbe werden

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15:13 21.01.2020
Strandräuber im Einsatz während des Maskenballs am Wochenende. Nachgedacht wird, das Fest auf die Liste als immaterielles Kulturerbe zu hieven. Quelle: Susanne Retzlaff
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Born

Die Begeisterung für die Maskenbälle in Born ist ungebrochen. Nun soll das jährliche Ereignis als besondere kulturelle Ausdrucksform auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen Unesco-Kommission kommen. Mit seiner Idee stößt der Borner Holger Becker, zuletzt für sein ehrenamtliches Engagement während des Neujahrsempfangs des Landkreises ausgezeichnet, bei Antje Hückstädt auf offene Ohren.

Die Leiterin des Darß-Museums und Vorsitzende des Tourismusausschusses der Borner Gemeindevertretung hat bereits Erfahrung mit dem Antragsverfahren. So schafften es mit ihrer Begleitung das Tonnenabschlagen, die traditionelle kunsthandwerkliche Herstellung der Darßer Haustüren oder das Bewahren und Segeln der Zeesboote in der vorpommerschen Boddenlandschaft auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes.

Noch ist es eine Idee

Noch ist es lediglich eine Idee, aber Antje Hückstädt stuft die Borner Maskenbälle, der zweite wird am 1. Februar gefeiert, auf jeden Fall als kulturelle Ausdrucksform ein, die einen Platz auf der Unesco-Liste verdient hätte. So ein Antrag „ist richtig viel Arbeit“, sagt Antje Hückstädt, die auch Vorsitzende des Arbeitskreises Immaterielle Kulturerbe innerhalb des Museumsfachverbandes ist.

In der zurückliegenden Anmeldeperiode bis Oktober 2019 sollte beispielsweise die kleine Küstenfischerei zur Aufnahme in die Liste aufbereitet werden. Das haben die Beteiligten nicht rechtzeitig geschafft, wie Antje Hückstädt sagt. Statt eines unfertigen Antrags will sie lieber die nächste Anmeldeperiode nehmen. Die dauert dann bis zum Oktober 2021. Ein Aufnahmeantrag in die Liste des Immateriellen Kulturerbes kann immer nur im Zweijahresrhythmus gestellt werden.

Projekthäufung auf der Halbinsel

Der Blick auf eine Karte mit den aktuell anerkannten Projekten durch die Deutsche Unesco-Kommission zeigt eine deutliche Häufung von erfolgreichen Anträgen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bis nach Barth. „Wir sind ein kulturelles Zugpferd“, sagt Antje Hückstädt dazu. Ausdrücklich ermuntert sie Menschen im Landesinneren, nach möglichen Projekten zu suchen. „Überall, wo Menschen leben oder gelebt haben, gibt es Kulturerbe“, ist die Museumsleiterin überzeugt.

Für den Borner Maskenball sieht sie gute Chancen, in die Listes des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden. So sind in der bundesweiten Liste auch Karnevalsbräuche vorhanden. Nun gelte es, sich mit den zahlreichen Kriterien zur Anerkennung als besondere kulturelle Ausdrucksform zu beschäftigen. Dazu gehören auch Einschätzungen, wodurch die Existenz der Maskenbälle gefährdet sein könnte.

Seefahrer brachten Tradition auf den Darß

Das wird Holger Becker mit Begeisterung übernehmen. Er hatte zum Ende der ersten öffentlichen Zusammenkunft des Tourismusausschusses der Borner Gemeindevertretung den Vorschlag gemacht, die Borner Maskenbälle auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes zu bringen. Nicht nur in Born, sondern auch in Prerow und Wieck seien diese Bälle im Winter gefeiert worden. Seit 1880 werden die Maskenbälle gefeiert. „Schon meine Großeltern haben davon erzählt“, sagt Holger Becker. Seefahrer brachten die Tradition einst auf den Darß.

Es ist für Holger Becker nicht allein der Maskenball, der in der tristen Winterzeit für Abwechslung und Freude sorgte, sondern schon das Miteinander im Vorfeld des Festes. Da wurden nämlich die meist aufwendigen Kostüme geschneidert. „Die Menschen saßen zusammen und machten etwas gemeinsam. Das finde ich interessant.“ Das sei schon mehr, als sich bei einem Maskenball an die Seite zu stellen und sich bespaßen zu lassen und hinterher möglicherweise noch zu nörgeln. Der Maskenball gehöre auf die Liste.

Abgelehnte Projekte

Diese Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern schafften es während der jüngsten Anmeldeperiode nicht auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes: Spiel auf der Handharmonika, Stralsunder Wallensteintage, Lehmziegelherstellung, Mecklenburger Alphornblasen und der Brauch des Martensmannes.

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Von Timo Richter

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