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Ribnitz-Damgarten Brandmeldeanlagen halten Ahrenshooper Wehr in Atem
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Brandmeldeanlagen halten Ahrenshooper Wehr in Atem
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00:00 28.02.2018
Wehrführer Benjamin Heinke in der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses im Ahrenshooper Ortsteil Althagen.
Wehrführer Benjamin Heinke in der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses im Ahrenshooper Ortsteil Althagen. Quelle: Foto: Timo Richter
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Ahrenshoop

Die kleinste Kommune auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit dem dazu noch höchsten Durchschnittsalter hat eine der jüngsten Feuerwehren weit und breit.

Kameraden rückten im vergangenen Jahr zu 47 Einsätzen aus / Meist handelte es sich um technische Hilfeleistung / Eigene Wege bei Wassergefahrenabwehr

Gerade einmal 24 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Mitglieder.

Und diese junge Wehr mit zurzeit 17 aktiven Brandschützern will eigene Wege gehen: Schon bei der Erstellung eines Brandschutzbedarfsplans hat sich die Freiwillige Feuerwehr aus dem Konzept des Amtes Darß/Fischland gelöst und hat – laut Wehrführer Benjamin Heinke als erste im Amtsbereich – die Arbeiten für einen solchen Plan vergeben. Der erste Teil ist schon fertig. Unterm Strich soll der Vergleich von den definierten Schutzzielen und des Bestandes an Fahrzeugen und Ausrüstung zeigen, ob und was nachgeordert oder umstrukturiert werden muss.

Auch dem Landkreis zeigen die Ahrenshooper Kameraden in der Frage der Wassergefahrenabwehr die kalte Schulter. „Wir halten an unserem Rettungsboot fest“, konstatiert der Wehrführer, zugleich stellvertretender Bürgermeister in Ahrenshoop, selbstbewusst. Der Landkreis überlege, das bestehende Konzept zu ändern. Richtig sei, die Gemeindegrenzen hörten an den Ufern auf. Nicht aber die Verantwortung für Touristen, insbesondere für Wassersportler. Diese Verantwortung ende nicht an den Gemeindegrenzen, wie Benjamin Heinke sagt. Gerade erst wurde ein neuer Trailer mit Spezialbereifung für den Einsatz an Stränden angeschafft. Auch im vergangenen Jahr hat die Wasserrettung eine deutliche Rolle im Einsatzgeschehen der Freiwilligen Feuerwehr Ahrenshoop gespielt. In einer groß

angelegten Suche am 1. Mai nach einem vermissten Surfer auf dem Bodden unter Beteiligung aller Wehren auf der Halbinsel und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger konnte der Mann dennoch nur noch tot geborgen werden. Eine weitere Tote wurde während der Hilfe bei einer nächtlichen Wasserrettung bei Dierhagen geborgen. „Das ist auch für uns eher selten“, betont der Wehrführer.

In Atem gehalten haben die Brandschützer die Brandmeldeanlagen der Reha-Klinik sowie des Hotels „The Grand“. Allein schon wegen der Größe der Objekte erfolgt die Anfahrt zum vermeintlichen Brandeinsatz stets mit einem mulmigen Gefühl, gibt Benjamin Heinke zu. Trotz der häufigen Fehlalarme werde jede neue Alarmierung sehr ernst genommen. Schon während der Anfahrt würden sie die Atemschutzgeräteträger mit den Pressluftflaschen ausrüsten. Insgesamt rückten die Kameraden der Ahrenshooper Feuerwehr im zurückliegenden Jahr zu 47 Einsätzen aus, der Großteil war wieder im Bereich der technischen Hilfeleistung, wie der Wehrführer sagt. Dazu zählt auch ein Einsatz nach einem schweren Unfall am 8. September zwischen den Ortsteilen Niehagen und Althagen mit vier Verletzten. So richtig gebrannt hat es im zurückliegenden Jahr in dem Künstlerort nicht.

Heinke hofft inständig, dass das auch so bleibt. Die enge Bebauung und die vielen rohrgedeckten Dächer machten solche Einsätze zusätzlich schwierig. Dazu komme eine nicht in allen Teilen des Ostseebades optimale Löschwasserversorgung. Vor allem am Hohen Ufer sei die nicht ausreichend. Anderenorts ist Privatinitiative erfolgt. Mit der Erweiterung des Hotels Fischerwiege auf dem Schifferberg hat Eigentümer Roland Fischer eine Zisterne gebaut. 100000 Liter Wasser kann die fassen, so der Wehrführer. Das reiche für einen zweistündigen Löscheinsatz.

Die Kommune selbst ist in der Frage der Löschwasserversorgung nicht untätig geblieben und hat ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Noch in diesem Jahr werde mit dem Bau einer Zisterne am Hohen Ufer nachgebessert, so der Wehrführer. Überhaupt ist der Gemeinde die Feuerwehr lieb und teuer. So wurden mehr als 70000 Euro in die Renovierung des Gerätehauses investiert und es gab Geld für neue Schutzkleidung. 2018 steht der Umbau des Gerätewagens für Logistik an. Der Unimog erhält einen Lichtmast und in die Schutzkleidung wird weiter investiert.

Timo Richter

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