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Ribnitz-Damgarten Damgarten: Darum liefen „Harbig-Schüler“ Sportplatzrunden
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Damgarten: „Harbig-Schüler“ liefen beim Sponsorenlauf für guten Zweck

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19:00 10.09.2021
Als Erste gingen am Donnerstag die Sechstklässler beim Sponsorenlauf der Regionalen Schule „Rudolf Harbig“ an den Start.
Als Erste gingen am Donnerstag die Sechstklässler beim Sponsorenlauf der Regionalen Schule „Rudolf Harbig“ an den Start. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Ein gut gepflegter Rasen, Kinder, die nicht zu stoppen waren, und bestes Laufwetter: Auf dem Sportplatz am Damgartener Tannenwald stimmte gestern wirklich alles. Mädchen und Jungen der Regionalen Schule „Rudolf Harbig“ drehten hier beim mittlerweile dritten Sponsorenlauf ihre Runden. Der stand unter dem Motto: „Laufen gegen den Strom“.

Bei den beiden vorherigen Sponsorenläufen 2017 und 2018 sind alle Schülerinnen und Schüler an einem Tag gelaufen. Das war dieses Mal coronabedingt nicht möglich, erläuterte Schulleiterin Kerstin Schaperjahn. Aus diesem Grunde gingen gestern zunächst die Sechstklässler und dann zeitversetzt die Fünftklässler auf die Strecke. Überlegt werde, ob die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sieben bis zehn im Oktober nachziehen können, sagte die Schulleiterin.

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Die Kinder sind für einen guten Zweck gelaufen. Das Geld, das dieses Mal durch den Sponsorenlauf zusammenkommt, soll der Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Realschule in Ahrweiler zugutekommen, erläuterte Katrin Kinder. Sie ist an der Harbig-Schule als Schulsozialarbeiterin tätig und hat gemeinsam mit den Lehrerinnen Franka Lünzmann und Kathrin Fischer die Veranstaltung organisiert.

Mit jeder gelaufenen Runde wächst Spendenkonto

Die Boeselager-Realschule gehört zu den zahlreichen Schulen im Kreis Ahrweiler, die durch das verheerende Hochwasser im Juli schwer beschädigt oder zerstört wurden.

Und so funktioniert das Ganze: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versuchen in 45 Minuten so oft wie möglich den Sportplatz zu umrunden. Begonnen wurde mit Laufen. Wer aus der Puste kam, konnte dann auch zum Walken oder Gehen wechseln. „Hauptsache, ihr bleibt immer schön in Bewegung“, so munterte Franka Lünzmann die Mädchen und Jungen auf. Jeder zählte für sich seine Runden.

Pro Sportplatzrunde zahlen den Schülerinnen und Schülern die Sponsoren – das können Eltern und Großeltern, Nachbarn und auch Firmen sein – 50 Cent. Wer mehr geben möchte, kann das natürlich tun. Je mehr Runden gelaufen werden, desto mehr Geld kommt am Ende in die Kasse. In den nächsten Tagen beginnt das große Rechnen. Dann steht fest, wie viel Geld erlaufen wurde. Einige Kinder haben stattliche 26 Runden geschafft – ein tolles Ergebnis. Aber da sich alle ins Zeug gelegt haben, bekommt jede Schülerin und jeder Schüler eine Urkunde.

Veranstaltung wichtig für Zusammenhalt an der Schule

Zu den Sponsoren gehörten Annette und Dieter Hohm aus Ribnitz. Ihr Enkel Gernot habe sie gefragt, ob sie spenden würden. Sie hätten gleich zugesagt, schließlich brauchte man in den vom Hochwasser so schwer heimgesuchten Gebieten jede Hilfe. Und wenn es dann auch noch um eine zerstörte Schule gehe, müsse man nicht lange überlegen. „Für eine Schule zu sammeln, das ist wirklich eine tolle Idee, an der wir uns gern beteiligen“, so das Ehepaar. Und weil sie neugierig waren, wie so eine Veranstaltung abläuft, waren sie als Zuschauer dabei. Mit dabei auf der Zuschauerbank war auch die Tante von Gernot, Christina Hohm aus Leipzig.

Die Schülerinnen und Schüler seien vorab auf den Sponsorenlauf eingestimmt worden „und haben genau verstanden, worum es geht“, erläuterte Katrin Kinder. Darüber hinaus sei eine solche Veranstaltung aber auch in einer so schwierigen Zeit wie der jetzigen ganz wichtig für das Schulklima und den Zusammenhalt an der Schule. Denn durch Corona hätten größere Veranstaltungen über etliche Monate nicht stattfinden können, das führe dazu, dass sich Bindungen lockern. Und Corona habe schließlich auch dazu geführt, dass viele Kinder und Jugendliche deutlich weniger Bewegung haben als sonst. Eine solche Veranstaltung könne ein kleiner Anschub sein, sich wieder mehr zu bewegen, so die Schulsozialarbeiterin.

Kleiner Rückblick

Der erste Sponsorenlauf an der Rudolf-Harbig-Schule Damgarten fand 2017 statt. Fast 8000 Euro kamen damals zusammen, von denen der Großteil an den Verein zur Förderung krebskranker Kinder in Rostock ging. Auch der größte Teil des 2018 beim zweiten Sponsorenlauf eingenommenen Geldes kam der Krebshilfe in Rostock zugute.

Von Edwin Sternkiker