Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Jugendliche entdecken ihre Möglichkeiten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Jugendliche entdecken ihre Möglichkeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:36 31.07.2019
Ein Besuch beim Hochzeitsausstatter, eine Szene, die die Jugendlichen im Ribnitzer Begegnungszentrum einstudieren. Quelle: Robert Niemeyer
Anzeige
Ribnitz-Damgarten

Das eigene Leben größer denken, die Grenzen der eigenen Lebenswelt überschreiten, Träume verfolgen: Innerhalb eines Theater-Projektes im Ribnitzer Begegnungszentrum werden Jugendliche der Stadt dazu motiviert, über den Tellerrand zu schauen. Oder, wie es Claus Lozek sagt: „Wir möchten ihnen Mut machen, das eigene Leben größer zu entwickeln, sich mehr zuzutrauen.“

Der 50-jährige Schauspieler und Bewegungstrainer gehört dem dreiköpfigen Künstlerkollektiv „youthforfuture“ an, das mit zwölf Jugendlichen dieser Tage im „Future Lab“ zusammenarbeitet. In der vergangenen und in dieser Woche machten sich die Teilnehmer mit der Bühne vertraut und entwickelten bereits kleine Szenen. Am 11. und 12. Oktober sollen die erarbeiteten Stücke vor Publikum aufgeführt werden.

Initiiert hat das Projekt die Tafel Deutschland, Dachverband der Tafeln in der Bundesrepublik. Das Future Lab wird mit Mitteln des Bundesförderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung.“ finanziert.

„Die Jugendlichen haben ihre Zurückhaltung schnell abgelegt. Mittlerweile wollen sie auf die Bühne“, sagt Claus Lozek. Und genau darum gehe es. Das Selbstbewusstsein steigern, Mut machen.

„Ich dachte zuerst, auf der Bühne stehen ist peinlich. Aber wenn man sich ein bisschen besser kennt, ist das nicht mehr so“, sagt Romy Galla (13.) Quelle: Robert Niemeyer

„Ich dachte zuerst, auf der Bühne stehen ist peinlich. Aber wenn man sich ein bisschen besser kennt, ist das nicht mehr so“, sagt Romy Galla. Die 13-Jährige besucht die Bernsteinschule in Ribnitz und möchte Kindergärtnerin werden.

Innerhalb des Projektes haben sich die Teilnehmer auch mit den Lebenswegen anderer Menschen beschäftigt und eine Umfrage gestartet. „Zweimal haben wir die Kinder in die Stadt geschickt. Dort sollten sie Schicksale erforschen. Die Interviews wurden dann auf der Bühne nachgespielt“, so Claus Lozek. Vom Ein-Euro-Jobber bis zum Bürgermeister fragten die Mädchen, ob und was die Interviewten an ihrem Job glücklich macht. „Ich dachte erst, die Berufe sind nicht so spannend. Aber ich hatte den Eindruck, es sind alle glücklich mit ihrem Job“, sagt Sarah May Hoffmann.

„Ich möchte Schauspielerin werden. Durch dieses Projekt bin ich auf jeden Fall selbstbewusster und mutiger geworden", sagt Sarah May Hoffmann (13). Quelle: Robert Niemeyer

Die 13-Jährige schnuppert während des Theater-Projektes in ihren Traumberuf hinein. „Ich möchte Schauspielerin werden. Durch dieses Projekt bin ich auf jeden Fall selbstbewusster und mutiger geworden“, sagt die Ribnitz-Damgartenerin.

Das Erkennen von Möglichkeiten schließt aber auch mit ein, was passieren kann, wenn das Schicksal zuschlägt. Im Rahmen des Projektes spielt auch das Thema Armut eine Rolle. Immer wieder wird es während der Projekttage thematisiert. Im Herbst – vom 2. bis 6. September und vom 3. bis 12. Oktober wird das Projekt in Ribnitz fortgesetzt – ist auch ein Besuch der Bad Sülzer Tafel geplant. „Die Kinder lernen, dass Menschen die auf die Tafel angewiesen sind, nicht unbedingt faule Menschen sind. Die Schicksale sind vielfältig“, sagt Claus Lozek.

Laut der Tafel Deutschland sind rund 30 Prozent der rund 1,5 Millionen Kunden der Tafel Kinder und Jugendliche. Materielle Entbehrungen, ein niedriges Aktivitätsniveau, Probleme mit dem Selbstwertgefühl: Die Erfahrung von Armut wirke sich negativ auf die Teilhabe- und Aufstiegschancen der betroffenen jungen Menschen aus. Dieser Entwicklung wolle der Verband mit kulturpädagogischen Projekten wie dem Future Lab entgegenwirken.

„So etwas wie Karrierearmut gibt es nicht“, sagt Claus Lozek. Heißt: Auch wenn aufgrund des eigenen Lebensumfeldes die eigenen Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt erscheinen, können diese Grenzen überwunden werden. Das Future Lab soll Kinder und Jugendliche dazu ermutigen.

Robert Niemeyer

Wer Hilfskräfte alarmiert, wird nun mit den Worten begrüßt: „Notruf Feuerwehr – Rettungsdienst. Wo ist der Notfallort?“ Somit kann noch schneller ein Team losgeschickt werden.

31.07.2019

Glaubt man Postkarten und Privatbildern aus den 1920er und 1930er Jahren, gehörten riesige Sandburgen damals zum Strandurlaub fest dazu. Heute ist das Buddeln im Sand nicht mehr überall erlaubt und wenn doch, werden meist nur kleinere Versionen der Burgen gebaut.

31.07.2019

Gesamtkosten belaufen sich auf 110 000 Euro. Im Sommer 2020 soll das einzige erhaltene historische Kircheninstrument der Bernsteinstadt wieder erklingen.

30.07.2019